Super-Duell elektrisiert die MLB: Der alte Bösewicht fordert seinen größten Rivalen heraus

Die Major League Baseball startet in die Playoffs - und Rekordmeister New York Yankees trifft gleich auf den Erzrivalen. Wie so oft. Langweilig wird es trotzdem nicht.
Der Oktober naht, und die Geister der Vergangenheit kehren zurück in die Bronx, dorthin, wo die New York Yankees beheimatet sind und mithin das "Evil Empire". So richtig böse ist der ikonische Baseball-Klub mit einem geschätzten Marktwert von 8,5 Milliarden Dollar nun schon seit einem Vierteljahrhundert nicht mehr, aber das macht den Playoff-Auftakt in der Major League Baseball (MLB) nicht weniger elektrisierend, denn: Der Gegner in der ersten Runde sind ab Dienstag die Boston Red Sox.
In die Rolle des finanzstarken und alles vernichtenden Bösewichts sind mittlerweile die einst im New Yorker Stadtteil Brooklyn verorteten Los Angeles Dodgers geschlüpft, "World Champion" in den vergangenen beiden Jahren. Die Rivalität zwischen den Yankees, MLB-Rekordmeister mit 27 Titeln, und den Red Sox (9) aber ist unerreicht, seit Boston 1919 die deutschstämmige Legende "Babe" Ruth für 100.000 Dollar in die Bronx verscherbelte. Danach lastete der "Fluch des Bambinos", so der zweite Spitzname von Ruth, auf den Red Sox - bis zum Titel 2004.
"Offensichtlich eine gewaltige Rivalität"
Die Charakterisierung "Evil Empire" stammt wenig überraschend von einem ehemaligen Präsidenten der Red Sox, der sich 2002 darüber aufregte, dass die Yankees das Wettbieten um einen auch von Boston umworbenen Pitcher gewannen. Zu diesem Zeitpunkt aber war die letzte Dynastie des bösen Imperiums schon zerfallen: Von 1996 bis 2000 gewannen die Yankees den Titel in Serie - seitdem schieden sie im "October", so das Synonym für die Playoffs, frühzeitig aus. Boston gewann noch 2007, 2013 und 2018.
Yankees und Red Sox sehen sich regelmäßig, sie spielen in derselben Division der American League - macht 13 Saisonspiele. Langweilig wird es trotzdem nicht. "Wenn die Red Sox und die Yankees aufeinandertreffen, hat das immer etwas Besonderes, es ist offensichtlich eine gewaltige Rivalität", sagt Aaron Boone, einst Spieler der Yankees, mittlerweile ihr Manager, also Chefcoach. Mehr Untertreibung geht freilich nicht.
Superstar ist wieder angeschlagen
In der "post season" treffen beide Klubs zum siebten Mal aufeinander (bislang 3:3). Und ginge es nur um die Finanzkraft, wäre die Sache klar: Der Spieleretat der Yankees liegt bei 296 Millionen, der von Boston bei 199 Millionen Dollar. New Yorks Topverdiener ist Outfielder Aaron Judge (40 Millionen Dollar in 2026), doch der Superstar ist wieder mal angeschlagen. Sein Einsatz ist fraglich.
Und die Red Sox? Sind nach einem fürchterlichen Start in die Saison und einer schier aberwitzigen Aufholjagd in die Playoffs gerutscht. "Unsere Jungs", sagt Manager Chad Tracy, "played their butts off", haben sich also den Hintern aufgerissen. Weil die vergleichsweise armen Schlucker der Tampa Bay Rays (107 Millionen Dollar Spieleretat) die Division vor den Yankees und den Red Sox gewannen, blieben für die Erzrivalen nur "Wild Cards", weshalb sie schon wieder aufeinandertreffen.
Gespielt werden die drei Spiele der Serie "best of three" in der Bronx, weil die Yankees die bessere Bilanz in der regulären Saison aufwiesen. Es wird besonders werden.
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