Krieg im Libanon: Israel gibt Zerstörung von Hisbollah-Tunneln bekannt

Die israelische Armee sprengt die kürzlich eroberte unterirdische Infrastruktur der Hisbollah. Die Explosionen sind im gesamten Süden des Libanon zu spüren.
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afp/dpa | Die israelische Armee hat unterirdische Stellungen der vom Iran unterstützen Hisbollah-Miliz im Südlibanon zerstört. Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu und Verteidigungsminister Israel Katz bestätigten die Aktion und teilten auf der Plattform X mit, damit sei die Festigung der Sicherheitszone im Südlibanon abgeschlossen. Von libanesischer Seite gab es für die Zerstörung offiziell zunächst keine Bestätigung.
Vor einer Woche hatte die Armee die Kontrolle über den Höhenzug Ali al-Taher übernommen, sowohl oberirdisch als auch unterirdisch. Nach israelischen Medienberichten hatten sich dort wochenlang Hisbollah-Kämpfer verschanzt. In dem Gebiet war es immer wieder zu Kämpfen gekommen.
Die israelische Armee teilte auf der Plattform Telegram mit, im Gebiet des strategisch wichtigen Höhenzugs habe das Militär nach umfangreichen Vorbereitungen die unterirdische Infrastruktur komplett zerstört. Damit sei die Fähigkeit der Hisbollah, diese Infrastruktur zur Planung und Durchführung von Terroranschlägen gegen israelische Zivilisten und Soldaten zu nutzen, endgültig ausgeschaltet worden.
Der Bürgermeister der libanesischen Stadt Nabatieh, Abbas al-Din, berichtete von einer äußerst heftigen Explosion bei dem Höhenzug. Die Erschütterungen seien im gesamten Südlibanon zu spüren gewesen, sogar in der rund 70 Kilometer entfernten Hauptstadt Beirut. Sie hätten sich für die Bewohner wie ein leichtes Erdbeben angefühlt.
Wie Journalisten der Nachrichtenagentur AFP berichteten, waren im Süden des Libanon heftige Explosionen zu hören und Erschütterungen zu spüren. Auch die staatliche libanesische Nachrichtenagentur meldete eine „gewaltige Explosion“ auf der Hügelkette in der Region Nabatije. Wie die US-Erdbebenwarte USGS mitteilte, waren die Erschütterungen so stark wie ein Erdbeben der Stärke 4,1.
Soldaten sollen bleiben
Netanjahu und Katz teilten mit, es handele sich um „strategische Terrorinfrastruktur“, die über mehr als zwei Jahrzehnte mit iranischer Finanzierung errichtet worden sei. Soldaten würden dort bleiben, um zu verhindern, dass feindliche Streitkräfte dorthin zurückkehren.
Laut Armee erstreckte sich die nun zerstörte Infrastruktur über mehr als zwei Kilometer. Im Inneren der unterirdischen Anlagen seien Dutzende Raketen, Flugkörper und Drohnen iranischer Herstellung sowie Maschinengewehre, Panzerabwehrraketen und Hunderte Minen und Sprengkörper gefunden worden.
Zentrale Kommandozentrale und Waffenlager
Nach Angaben der Armee befand sich innerhalb der unterirdischen Infrastruktur eine Kommandozentrale. Der Komplex habe Waffenlager und Wohnräume umfasst, die es Terroristen ermöglicht hätten, sich über längere Zeit unterirdisch aufzuhalten. Die Angaben lassen sich nicht unabhängig überprüfen.
Die Hügelkette Ali al-Taher bei Nabatija gilt wegen ihrer Lage als strategisch wichtig, sie bietet einen Blick auf weite Teile der Region. Der Höhenzug ist ein umkämpftes Gebiet im Konflikt zwischen Israel und der Hisbollah und stand in den vergangenen Monaten im Fokus der israelischen Angriffe im Südlibanon. Das Gebiet ist seit Jahren ein wichtiger Einsatz- und Einflussraum der Hisbollah und damit ein wiederkehrender Brennpunkt im Konflikt mit Israel.
Die israelische Armee teilte weiter mit, die Soldaten würden weiter in der Sicherheitszone im Südlibanon operieren, um terroristische Infrastruktur in dem Gebiet zu zerstören. Trotz einer eigentlich geltenden Waffenruhe werfen sich Israel und die Hisbollah immer wieder Verstöße gegen die Vereinbarung vor. Israels Armee ist weiterhin im Südlibanon stationiert und führt nahezu täglich Angriffe aus.
Hisbollah lehnt Vereinbarung ab
Der Libanon war im März in den Iran-Krieg hineingezogen worden, als die mit Teheran verbündete Hisbollah Israel vom Libanon aus angegriffen hatte. Israel reagierte mit Luftangriffen und einer Bodenoffensive. Libanesischen Angaben zufolge wurden seither mehr als 4300 Menschen durch die israelischen Angriffe getötet. Israels Armee hat einen zehn Kilometer ins Land reichenden Abschnitt im Südlibanon zur „Sicherheitszone“ erklärt, in der sie Soldaten stationiert hat.
Unter Vermittlung der USA hatten sich Israel und der Libanon Ende Juni auf eine Rahmenvereinbarung geeinigt, die den Weg für ein endgültiges Friedensabkommen zwischen den beiden Nachbarländern ebnen soll. Die Hisbollah lehnt die Vereinbarung ab.
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