Oppositions-Anführerin Machado offenbar zurück in Venezuela

- Die venezolanische Friedensnobelpreisträgerin María Corina Machado ist nach knapp einem Jahr im Exil zurückgekehrt.
- Gegen die Oppositionsführerin wird unter anderem wegen Vaterlandsverrats ermittelt, bei der Einreise droht ihr die Festnahme.
- In Caracas hatten am Donnerstag rund 2000 Demonstranten ihre Rückkehr und Wahlen gefordert.
Die führende venezolanische Oppositionspolitikerin und Friedensnobelpreisträgerin María Corina Machado ist nach eigenen Angaben nach knapp einem Jahr im Exil in ihr Heimatland zurückgekehrt. «Ich bin hier. Bei euch», schrieb Machado am Sonntag im Onlinedienst X.
Ihr Verbündeter und früherer Präsidentschaftskandidat Edmundo González Urrutia bestätigte ihre Rückkehr und erklärte auf X, Machado befinde sich wieder «auf venezolanischem Boden».
«Ich bin hier. Mit euch»
Machado hatte im letzten Jahr den Friedensnobelpreis gewonnen. Geehrt wurde damit ihre Arbeit als Oppositions-Anführerin gegen das Regime von Venezuelas Präsidenten Nicolás Maduro.
In Venezuela wird seit der umstrittenen Präsidentschaftswahl 2024 unter anderem wegen Vaterlandsverrats gegen Machado ermittelt. Vor ihrer Reise nach Oslo lebte sie seit über einem Jahr weitgehend im Untergrund. Die Staatsanwaltschaft hatte angekündigt, Machado als flüchtig zu betrachten, sollte sie das Land verlassen. Bei einer Rückkehr nach Venezuela könnte sie demnach festgenommen werden. Deshalb kehrte Machado seither nicht mehr zurück. Bis jetzt.
Machado trifft verändertes Venezuela an
Erst am Donnerstag hatten Tausende Menschen in Venezuela Machados Rückkehr gefordert. In der Hauptstadt Caracas versammelten sich rund 2000 Demonstranten und verlangten auf Plakaten auch die Abhaltung von Wahlen. Weitere Menschen demonstrierten im westlichen Bundesstaat Táchira an der Grenze zu Kolumbien.
Machado trifft ein verändertes Venezuela an. Maduro wurde Anfang dieses Jahres von den USA entführt und steckt seither in einem US-amerikanischen Gefängnis. Die Regierung übernommen hat Delcy Rodriguez, eine frühere Wegbegleiterin Maduros. US-Medien berichteten damals von einem möglichen Deal zwischen den USA und Rodriguez, der zur Entführung von Maduro führte. Rodriguez arbeitet nun näher mit den USA zusammen.
Politische Freiheiten im Land sind derweil jedoch nicht besser geworden. Ende August begannen Vertreter ihrer Regierung und der Opposition Gespräche über die politische Zukunft des Landes. Beide Seiten bekräftigten ihren Willen, Präsidentschaftswahlen abzuhalten. Machado nahm an den Gesprächen nicht teil.
Simon Misteli (sim), Jahrgang 1995, arbeitet seit 2024 als Redaktor am Newsdesk. Dabei schreibt er über verschiedenste Themen mit einem Fokus auf Auslandsgeschichten.
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