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Thursday, October 29, 2026

EZB-Chefin Lagarde erklärt ihren vorzeitigen Abgang

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Christine Lagarde tritt am 7. Februar von ihrem Amt als Chefin zurück. Das teilte die Europäische Zentralbank mit.

29.10.2026 | 0:21 min

Seit Monaten wurde vor Pressekonferenzen der Europäischen Zentralbank (EZB) spekuliert, ob sich EZB-Präsidentin Christine Lagarde zu den Gerüchten um ihren Rücktritt äußert. Heute nun trat die Französin ans Redepult, kündigte ihren Rückzug an - und erklärte, warum sie früher aufhören wird.

Lagarde will sich zu mehr Themen äußern

"Es ist nie eine gute Zeit zu gehen", sagte Lagarde bei der Pressekonferenz in Frankfurt. Das Ende ihrer Amtszeit sei aber ohnehin im Oktober 2027 gewesen. "Ich möchte die Freiheit der Rede haben", erklärte Lagarde ihr geplantes frühzeitiges Ausscheiden. Sie wolle sich zu Themen äußern und engagieren können, die nichts mit Geldpolitik zu tun haben. So habe sie es auch ihren Kollegen und Mitarbeitern erklärt.

Die Inflation steigt, auch durch die Schließung der Straße von Hormus. EZB-Chefin Lagarde spricht über Handlungsspielräume, die politische Dimension steigender Preise und die Bargeld-Zukunft.

10.09.2026 | 13:18 min

In Lagardes Heimatland Frankreich steht 2027 die Präsidentschaftswahl an. Beobachter fürchten, dass die rechtspopulistische Politikerin Marine Le Pen großen Einfluss gewinnen könnte.

Bisher darf Lagarde zu solchen Themen nichts sagen, denn als EZB-Präsidentin unterliegt sie strengen Neutralitätsregeln. "Wir sind zur Neutralität verpflichtet", sagte Lagarde. Als EZB-Vertreter kommentiere man die aktuelle Situation immer mit Fokus auf die Geldpolitik.

Wir lassen uns von einem Auftrag leiten. Und von diesem Auftrag weichen wir nicht ab, denn das ist der Preis, den wir für unsere Unabhängigkeit zahlen.

Christine Lagarde, EZB-Präsidentin

Mit dem Leitzins versucht die EZB indirekt, die Inflation zu beeinflussen. Er gilt für Banken, wirkt sich aber auch auf Verbraucher und Unternehmen aus.

30.04.2026 | 1:32 min

Lagarde will sich künftig mehr einmischen

Ihre Äußerungen befeuern nun Spekulationen darüber, dass sich Lagarde nächstes Jahr in den französischen Wahlkampf einschalten könnte. Was viele Teile der Welt betreffe - nicht nur europäische Ecken, glaube sie, dass ihre Stimme und ihr Handeln helfen können, sagte Lagarde. "Ich denke, dass ich diese Dinge sagen sollte, und ich kann sie in meiner derzeitigen Position nicht sagen", so Lagarde.

Ich glaube nicht, dass ich neutral bleiben kann. Ich glaube nicht, dass ich mich in der aktuellen Zeit mit dieser Neutralität wohlfühlen kann.

Christine Lagarde, EZB-Präsidentin

Instagram-Post von Christine Lagarde

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EZB-Nachfolge vor Frankreich-Wahl

Durch den offenbar wohl kalkulierten Rücktritt Lagardes können die Staats- und Regierungschefs der 21 Eurostaaten nun die Nachfolge der Französin früher regeln. Ihr Abtritt ermöglicht es dem scheidenden französischen Präsidenten Emmanuel Macron und Kanzler Friedrich Merz (CDU), noch vor der Wahl in Frankreich die Neubesetzung eines der wichtigsten Spitzenposten in Europa zu klären.

Als Lagarde die Pressekonferenz schon mit den Worten "Voilà" beenden wollte, schob sie noch einen Satz zu ihrer Nachfolge nach. "Es gibt eine Vielzahl exzellenter Kandidaten", sagte Lagarde, "eigentlich viel bessere als mich". Es sei schon mit der Kandidatensuche begonnen worden. "Machen Sie sich keine Sorgen" über die Kontinuität bei der EZB, sagte Lagarde. "Die Institution ist solide, stark, wie ein Stein."

Zwei Favoriten

Als Favoriten für ihre Nachfolge gelten der frühere niederländische Zentralbankchef Klaas Knot und der Spanier Pablo Hernández de Cos, der Chef der Bank für Internationalen Zahlungsausgleich (BIZ) ist.

In Lagardes Amtszeit fielen gleich mehrere Krisen, darunter die Corona-Pandemie, die Energiekrise infolge des Ukraine-Kriegs und eine extrem hohe Inflation. Regulär wäre die am 1. November 2019 gestartete, achtjährige Amtszeit der Französin bis Ende Oktober 2027 gegangen.

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