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Tuesday, October 6, 2026

Es geht um 80 Millionen Dollar: Märtha Louise und Ehemann verklagen frühere Vertraute

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Es geht um 80 Millionen DollarMärtha Louise und Ehemann verklagen frühere Vertraute

06.10.2026, 17:23 Uhr

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Sorgen immer wieder für Irritationen: Prinzessin Märtha Louise und ihr Ehemann Durek Verrett. (Foto: picture alliance/dpa)

Die norwegische Prinzessin Märtha Louise und ihr Ehemann Durek Verrett ziehen in den USA gegen vier Menschen aus Verretts früherem Umfeld vor Gericht. Das Paar spricht von einem "kalkulierten Vertrauensbruch" und fordert mehr als 80 Millionen Dollar.

Mehr als 80 Millionen Dollar stehen im Raum: Die norwegische Prinzessin Märtha Louise und ihr Ehemann Durek Verrett gehen in den USA juristisch gegen gleich mehrere Menschen aus Verretts früherem Umfeld vor. Das Paar wirft ihnen unter anderem Verleumdung und Verstöße gegen Verschwiegenheitsvereinbarungen vor - und macht sie für massive finanzielle Einbußen verantwortlich.

Wie die norwegische Zeitung "VG" berichtet, haben die 55-Jährige und ihr 51-jähriger Ehemann beim Los Angeles County Superior Court Klage gegen vier Personen eingereicht. Mit dabei ist auch Verretts US-Firma Ohana Productions LLC. Die Beklagten standen dem Schamanen einst ziemlich nahe: seine Halbschwester, eine Person, mit der er früher liiert war, ein ehemaliger Manager und Geschäftspartner sowie ein früherer Freund und Geschäftspartner. Zusätzlich werden in der Klage zehn bislang nicht identifizierte Personen oder Akteure aufgeführt.

Die Klageschrift ist auf den 14. September datiert und hat es auch vom Umfang her in sich: Zusammen mit den Anhängen kommt sie auf 242 Seiten. Schon im allerersten Satz machen Märtha Louise und Verrett deutlich, wie sie auf die vergangenen Jahre blicken: "Dieser Fall wurde durch einen kalkulierten Vertrauensbruch ausgelöst."

Die ehemaligen Vertrauten sollen falsche und schädliche Behauptungen über das Paar verbreitet haben. Zwei von ihnen hätten sich außerdem nicht an Verschwiegenheitsvereinbarungen gehalten. Besonders schwer wiegt für das Paar offenbar, dass der Streit ausgerechnet in einer Zeit eskalierte, in der beide ohnehin einiges zu verkraften hatten. "Kurz gesagt begannen die anhaltenden verwerflichen Handlungen der Beklagten vor mehreren Jahren und setzten sich bis in die Jahre 2025 und 2026 fort und eskalierten", heißt es in der Klage.

Einnahmen um bis zu 96 Prozent eingebrochen?

"In diesem Zeitraum erlebten die Kläger erhebliche gesundheitliche und persönliche Belastungen, darunter Verretts schweres Nierenversagen, die Dialysebehandlung, seinen sich verschlechternden Gesundheitszustand und die kürzliche Nierentransplantation sowie den jüngsten Verlust ihres Vaters durch Prinzessin Märtha Louise."

Doch es geht längst nicht nur um verletzte Gefühle und einen beschädigten Ruf. Märtha Louise und Verrett behaupten, dass die Auseinandersetzungen sie auch finanziell massiv getroffen hätten. Besonders drastisch soll es Verretts Geschäfte erwischt haben. In einigen Bereichen seien seine Einnahmen laut Klage um bis zu 96 Prozent eingebrochen. Bezahlte Vorträge gebe es praktisch gar nicht mehr. Auch TV-Auftritte, Sponsorenverträge und andere geschäftliche Möglichkeiten seien ihm entgangen.

Märtha Louise will die Folgen ebenfalls zu spüren bekommen haben. Ihr kommerzieller Wert habe gelitten, berufliche Angebote seien seltener geworden. Entsprechend hoch ist die Rechnung, die das Paar nun aufmacht. Verrett fordert mehr als 30 Millionen Dollar, Märtha Louise mehr als 20 Millionen und Ohana Productions ebenfalls mehr als 30 Millionen Dollar. Ganz einfach zusammenrechnen lassen sich die Beträge allerdings nicht, da sich einige Forderungen überschneiden könnten. Doch selbst bei der niedrigsten Berechnung geht es laut "VG" noch immer um umgerechnet rund 28 Millionen Euro.

Märtha Louises Managerin Carina Scheele Carlsen bestätigte der Zeitung, dass die Klage eingereicht wurde, und verwies für weitere Fragen auf die US-amerikanischen Anwälte des Paares. Einer davon, Richard Roth, formulierte das Ziel des Verfahrens so: "Der Ruf unserer Mandanten wurde jahrelang von der Öffentlichkeit beurteilt. Jetzt sollen die Fakten vor einem Gericht geprüft werden."

Auch Boulevardzeitung spielt eine Rolle

Viele der Geschichten, an denen sich der Streit entzündet, landeten in der norwegischen Wochenzeitschrift "Se og Hør". Schon im Frühjahr 2025 hatte Verrett deshalb den norwegischen Presserat PFU eingeschaltet. Damals ging es zum einen um die Veröffentlichung eines Nacktfotos, zum anderen um Berichte über Missbrauchsvorwürfe. In beiden Fällen wurde "Se og Hør" gerügt. Bei den Missbrauchsvorwürfen fiel besonders ins Gewicht, dass die schwerwiegenden Anschuldigungen auf lediglich einer Quelle beruhten.

Der damalige Chefredakteur reagierte auf die Entscheidung mit deutlichen Worten: "Das könnte sich als großer und dramatischer Rückschlag für Einzelpersonen erweisen, die grenzüberschreitendem Verhalten ausgesetzt sind." Auch der heutige Chefredakteur Niklas Kokkinn-Thoresen zeigt sich von der neuen Entwicklung überrascht. "Ich habe den Fall gerade gesehen und finde es eine aufsehenerregende und besondere Entwicklung, vor allem so kurz nach dem Thronwechsel. Es wird sehr interessant sein, die Grundlage für die Klage des Paares zu sehen", sagte er "VG".

Klage mitten in der Trauerzeit

Besonders auffällig ist auch der Zeitpunkt. Die Klage wurde nur fünf Tage nach der Beerdigung von Märtha Louises Vater, König Harald, eingereicht. Gerade einmal drei Tage zuvor war außerdem Prinzessin Astrid von Norwegen gestorben. Märtha Louise und Verrett betonen selbst, dass sie sich wohl kaum einen schlechteren Moment für einen großen Rechtsstreit hätten aussuchen können. Nach eigener Darstellung blieb ihnen wegen rechtlicher Fristen jedoch keine Wahl.

"Auch wenn die Kläger diese Zeit unter normalen Umständen lieber ihrer Gesundheit, ihrer Familie, der Trauer und der Erholung gewidmet hätten, wird der Zeitpunkt der Einreichung dieser Klage von geltenden rechtlichen Fristen bestimmt", heißt es in den Unterlagen. Die Klage habe jetzt eingereicht werden müssen, damit mögliche Ansprüche nicht verloren gehen.

Und das Paar scheint entschlossen, den Streit vor Gericht ausführlich auszufechten. Märtha Louise, Verrett und Ohana Productions verlangen, dass alle Fragen und Ansprüche, bei denen dies möglich ist, von einer Jury entschieden werden. Im Dezember soll es in Los Angeles zunächst einen Planungstermin geben. Verretts Halbschwester wollte sich gegenüber "VG" nicht zu der Klage äußern. Auch die drei anderen namentlich genannten Beklagten versuchte die Zeitung zu erreichen.

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