Todesstrafe im US-Militär: Trump genehmigt erste Militärhinrichtung seit über 60 Jahren

Erstmals seit 1961 könnte es in den USA eine Militärexekution geben: die Erschießung des Fort-Hood-Attentäters, der 2009 auf dem Stützpunkt 13 Menschen tötete.
dpa | US-Präsident Donald Trump hat laut Pentagon die Hinrichtung eines früheren Armeepsychiaters genehmigt, der 2009 ein Massaker auf einem Militärstützpunkt verübte. Sollte Nidal Hasan tatsächlich hingerichtet werden, wäre es laut US-Medien die erste Militärhinrichtung in den USA seit mehr als 60 Jahren. Der damalige Armeemajor hatte auf der Militärbasis Fort Hood im Bundesstaat Texas 13 Menschen getötet und 32 verletzt.
Der heute 56-Jährige solle „durch ein Erschießungskommando der US-Armee“ hingerichtet werden, schrieb Pentagon-Sprecher Sean Parnell auf der Plattform X. Er habe damals „das Feuer auf unbewaffnete amerikanische Soldaten eröffnet“ und dabei „Allahu Akbar“ gerufen. US-Verteidigungsminister Pete Hegseth habe die Hinrichtung empfohlen, Trump habe sie genehmigt. Ort und Zeitpunkt stünden bisher nicht fest.
Trump genehmigte die Hinrichtung wenige Tage nachdem im US-Bundesstaat Tennessee ein Hinrichtungsversuch gescheitert war: Die wegen Mordes verurteilte Christa Pike überlebte zwei Giftspritzen und befindet sich seither im kritischen Zustand. Der Fall hatte die Debatte um die Todesstrafe neu entfacht.
Letzte Militärhinrichtung im Jahr 1961
US-Militärangehörige können laut „New York Times“ nur dann hingerichtet werden, wenn der Präsident das Todesurteil bestätigt. Zuletzt habe das US-Militär im Jahr 1961 einen Armeeangehörigen hingerichtet, der für die Vergewaltigung und den versuchten Mord an einer Elfjährigen während seines Einsatzes in Österreich zum Tode verurteilt worden war.
Gemäß den Vorgaben des US-Militärs müsse die Hinrichtung Hasans spätestens 150 Tage nach der Genehmigung durch den Präsidenten erfolgen, frühestens jedoch nach 60 Tagen, schrieb der Sender ABC News. Doch die Hinrichtung könnte noch gestoppt werden, schrieb die „New York Times“ und berief sich auf einen ähnlichen Fall von 2008.
Sollte das Urteil vollstreckt werden, wäre es laut US-Medien zugleich die erste Hinrichtung auf Bundesebene seit Januar 2021. Damals ließ Trump in den letzten Wochen seiner ersten Amtszeit 13 Häftlinge exekutieren.
Das Massaker von Fort Hood
Im November 2009 hatte Hasan als Armeepsychiater auf dem Stützpunkt Fort Hood das Feuer eröffnet und zwölf Soldaten sowie einen Zivilisten getötet und Dutzende Menschen verletzt, bevor er selbst angeschossen und festgenommen wurde.
Hasan gab laut „New York Times“ an, den Angriff im Namen des Dschihad, des sogenannten Heiligen Krieges, verübt zu haben. Die Kriege in Afghanistan und Irak habe er illegal genannt. Der Anschlag ereignete sich auf dem Höhepunkt des Anti-Terror-Kampfes nach dem 11. September 2001. Hasan wurde laut US-Medien in den USA als Sohn palästinensischer Eltern geboren und habe sich vor dem Anschlag zunehmend radikalisiert.
Für seine Tat wurde er zum Tode verurteilt. Er habe keine Reue gezeigt und den Wunsch geäußert, bei dem Anschlag selbst gestorben zu sein, um als Märtyrer zu gelten. Hasan ist laut US-Medien einer von vier Todeskandidaten im Militärjustizsystem.
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