Tausende Fake-Hotels auf Booking.com – jetzt greift die EU ein

Darum gehts
- Die EU-Kommission ermittelt gegen Booking.com wegen gefälschter Hotelanzeigen.
- Sie prüft, ob die Plattform illegale Angebote ausreichend löscht und Kundendaten genügend schützt.
- Bei Mängeln droht Booking ein Bussgeld von bis zu sechs Prozent des weltweiten Jahresumsatzes.
Die EU-Kommission geht wegen gefälschter Hotelanzeigen und möglicher Phishing-Risiken gegen die Buchungsplattform Booking.com vor. Sie werde in den kommenden Monaten ermitteln, ob Booking ausreichend gegen illegale Angebote vorgeht und die Daten seiner Kundinnen und Kunden ausreichend schützt, teilte die Kommission in Brüssel am Mittwoch mit. Stellt sie Mängel fest, droht dem Unternehmen ein Bussgeld.
In den Ermittlungen geht es um Anzeigen für Hotels oder Ferienwohnungen, die es gar nicht gibt oder die dem vermeintlichen Anbieter nicht gehören. Laut dem EU-Gesetz für digitale Dienste (Digital Services Act, DSA) muss Booking dafür sorgen, dass solche Anzeigen gelöscht werden. Vorläufige Untersuchungen deuteten darauf hin, dass Booking den Erwartungen bislang nicht gerecht werde, sagte eine EU-Beamte.
Werden Kundendaten genug geschützt?
Ausserdem prüft Brüssel, ob Booking persönliche Daten ausreichend vor Phishing schützt. Dabei geht es darum, welche Daten die Buchungsplattform an die Hotelanbieter weitergibt. Geraten die Daten an einen betrügerischen Anbieter, kann dieser die Daten weiterverwenden und Phishing-Mails versenden, zum Beispiel mit falschen Zahlungsaufforderungen.
Eine EU-Beamte sprach von Tausenden falschen Anzeigen überall in der EU. Booking selbst habe einen rasanten Anstieg betrügerischer Anzeigen festgestellt, sagte sie weiter. «Europäerinnen und Europäer sollten ihren Urlaub buchen können, ohne Angst vor Betrügern haben zu müssen», betonte EU-Digitalkommissarin Henna Virkkunen.
Was ist dir bei einer Buchungsplattform am wichtigsten?
Wer mehr zahlt, taucht oben auf
Die Kommission vermutet zudem, dass Booking gegen die EU-Regeln für Werbung auf Onlineplattformen verstossen könnte. Auf Booking werden Hotelanbieter, die mehr zahlen, in den Suchergebnissen weiter oben angezeigt. «Nutzende sollten diese Einträge klar als Werbung erkennen können», forderte die Kommission.
Der Konzern mit Sitz in Amsterdam teilte mit, er werde «konstruktiv» mit der EU-Kommission zusammenarbeiten. Im Laufe der Ermittlungen kann das Unternehmen der Kommission Änderungen zusagen, um Strafen zu entgehen. EU-Beamten zufolge könnte Booking etwa die Anbieterlizenzen häufiger überprüfen. Bestätigen sich hingegen die Vermutungen, droht Booking ein Bussgeld in Höhe von maximal sechs Prozent des weltweiten Jahresumsatzes.
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Karin Leuthold (kle), Jahrgang 1968, arbeitet seit 2005 für 20 Minuten und ist derzeit am Newsdesk tätig.
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