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Wednesday, September 23, 2026

Nati-Neuling: «Der ganze Körper hat gebrannt»

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Die beiden Neuen: Sascha Britschgi spricht an der Seite von Winsley Boteli über seinen Kindheitstraum.20 Minuten / Sebastian Rieder

Darum gehts

  • Der 20-jährige Sascha Britschgi vom FC Parma erhält seine erste Nomination für die Schweizer A-Nationalmannschaft.
  • Der Aussenverteidiger wechselte vor einem Jahr vom FC Luzern in die Serie A und hat sich bei Parma schnell etabliert.
  • Für die Heimspiele in Luzern hat er bereits über 20 Tickets für Familie und Freunde reserviert.

Als Sascha Britschgi vor einem Jahr den Schritt nach Italien machte, wusste er: Einfach würde es nicht werden. Neues Land, neue Sprache, neues Umfeld – und vor allem ein deutlich höheres Niveau.

Doch der 20-Jährige hatte keine Angst vor der Herausforderung. Im Gegenteil. «Ich war überzeugt, diese Herausforderung anzunehmen», sagt Britschgi. Die Serie A sei «eine sehr grosse Liga, eine der grössten überhaupt». Und so zog er es durch.

Heute ist Parma seine Fussball-Heimat. Und Britschgi hat sich dort schneller etabliert, als viele erwartet haben. Nicht umsonst hat er auf seinem linken Arm «The Sky is the Limit» tätowiert. 20 Minuten hat das Löwen-Kunstwerk nach seiner ersten Nati-Pressekonferenz in Belek fotografiert.

«The Sky is the Limit» – Britschgis Tattoo auf dem linken Arm fasst seinen bisherigen Weg zusammen: von Luzern über Parma zur Nati.

«The Sky is the Limit» – Britschgis Tattoo auf dem linken Arm fasst seinen bisherigen Weg zusammen: von Luzern über Parma zur Nati.20 Minuten / Sebastian Rieder

Sascha Britschgi: «Es ist immer noch Fussball»

Den Grundstein für den Sprung legte er beim FC Luzern. Dort sei er hervorragend ausgebildet worden. «Ich wusste, dass ich bereit bin für den Schritt ins Ausland.» Die Unterstützung seines Umfelds habe ihm dabei geholfen. Familie, Freunde, Agentur und Verein standen hinter ihm. Dann ging es nach Italien.

«Auch wenn es ein neues Land ist, wusste ich: Es ist immer noch Fussball – jetzt einfach auf einem höheren Niveau.» Genau dieses höhere Niveau bekam Britschgi sofort zu spüren. Tempo, Intensität und taktische Anforderungen seien in der Serie A eine andere Welt.

Zu spüren bekam er das gleich im ersten Training. «Ich glaube, das erste Training war das strengste überhaupt! Mein ganzer Körper hat gebrannt, ich konnte im ersten Moment gar nicht fassen, was mit mir passiert», erzählt Britschgi.

Der Sohn einer Kamerunerin und eines Schweizers zieht auch da was Gutes raus. «Genau das bringt einen aus der Komfortzone. Ich habe mich schon sehr schnell angepasst und bin seitdem glücklich bei Parma.»

Links, rechts – Hauptsache spielen

Britschgi ist dabei ein Spieler, der Parma gleich mehrere Möglichkeiten bietet. Er kann auf der rechten Seite verteidigen, aber auch links eingesetzt werden. «Schon bei der U21 in Luzern habe ich die ganze Saison Linksverteidiger gespielt. Bei Parma spiele ich auch ab und zu links, ab und zu rechts.»

Deshalb sei der Wechsel für ihn kein Problem. «Ich habe Erfahrung auf beiden Seiten.» Diese Flexibilität könnte nun auch bei der Schweizer Nationalmannschaft gefragt sein. Denn während Britschgi in Parma um seinen Platz kämpft, öffnet sich bei der Nati plötzlich eine neue Tür.

Dann klingelte Yakins Telefon

Als Murat Yakin anrief und ihm seine erste Nomination mitteilte, war Britschgi zunächst sprachlos. «Ich war total baff und musste zuerst einmal wirklich realisieren, was gerade abgeht.» Dann kamen die Emotionen. Mit ein bisschen Abstand sagt er heute: «In diesem Moment ist ein Kindheitstraum wahr geworden.»

Seit er klein sei, habe er davon geträumt, einmal bei der A-Nati dabei zu sein. Im märchenhaften 1001-Nacht-Palast muss sich der 20-jährige Luzerner kneifen, wenn er plötzlich mit Spielern auf dem Platz steht, gegen die er in Italien noch als Gegner spielte.

Manuel Akanji beispielsweise kennt er aus den Duellen gegen Inter. Auf Remo Freuler traf er mit Bologna. Jetzt tragen sie dasselbe Shirt. Ob Britschgi dann in der Nations League für die Spiele gegen Nordmazedonien und Schottland zum Zug kommt, steht noch in den Sternen.

«Es kribbelt gewaltig», gibt er zu. Für die Partien in Luzern gegen Slowenien und Nordmazedonien «muss es klappen», sagt er auf die Frage von 20 Minuten, «schliesslich habe ich über 20 Tickets für meine Familie und Freunde reserviert.»

Parma-Sieg kommt genau richtig

Ganz reibungslos verlief der Saisonstart bei Parma allerdings nicht. Britschgi verpasste das erste Saisonspiel wegen einer Sperre aus der vergangenen Saison. «Wir hatten einen schwierigen Start und nicht so viele Spiele gewonnen.»

Umso wichtiger war der Sieg am vergangenen Wochenende unmittelbar vor der Nati-Pause. «Die drei Punkte mitzunehmen, war sehr wichtig, damit wir jetzt im Verein ein bisschen mit lockerer Stimmung dahingehen können.»

Danach geht es zurück nach Italien – und zurück an die Arbeit. Britschgi weiss, dass der Platz in der Serie A nicht geschenkt wird, doch die Schmerzen nach dem Training sind kleiner geworden.

Sebastian Rieder

Sebastian Rieder (sri), arbeitet seit 2024 für 20 Minuten als Stv. Leiter Sport. Der Generalist hat stets die besten Schweizer Fussballer im Fokus und begleitet die Nati als Reporter und Videojournalist.

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