App für alles – Russlands Super-App Max ermöglicht weitreichende Überwachung

App für alles Russlands Super-App Max ermöglicht weitreichende Überwachung
Russlands Super-App Max bündelt Nachrichten, Zahlungen und staatliche Dienste. Eine Recherche zeigt, wie weitreichend die App auf Daten der Nutzenden zugreifen kann.
22.09.2026, 05:30
Max wird in Russland als Alternative zu Telegram und Whatsapp beworben. Die sogenannte Super-App bündelt verschiedene Angebote auf einer Plattform, ähnlich wie das chinesische Wechat.
Das hat es mit der Super-App Max auf sich:
Vor rund eineinhalb Jahren wurde Max eingeführt und seither von den russischen Behörden stark gefördert. Diesen Sommer wurde sie zur meistgenutzten Messenger-App des Landes. Eine Recherche der britischen Tageszeitung «The Guardian» zeigt nun, welche Überwachungsmöglichkeiten die App bietet.
Zugriff auf Nachrichten, Daten und Zahlungen
Laut der Recherche kann Max Bildschirmaufnahmen auf den Geräten der Nutzerinnen und Nutzer erstellen, ohne dass diese davon erfahren. Die App kann zudem auf Informationen zugreifen, die in den integrierten Anwendungen gespeichert sind, darunter Nachrichten und Zahlungsdaten. Auch könne Max im Namen der Nutzer handeln, ohne dass diese davon wissen.
Max ist nicht nur wegen der Vielzahl seiner Dienste mit Wechat vergleichbar, sondern auch wegen der Möglichkeiten zur digitalen Kontrolle. Einen Unterschied gibt es laut «Guardian» jedoch: In China entstand dieses System über Jahrzehnte und parallel zu anderen Formen der Internetkontrolle. Max dagegen wurde in einem Umfeld eingeführt, in dem der Zugang zum Internet zuvor deutlich freier war.
Und während sich das heutige chinesische System der digitalen Kontrolle über rund 35 Jahre entwickelt habe, habe Russland innerhalb eines Jahrzehnts weitreichende Einschränkungen eingeführt und die Bevölkerung zunehmend in Richtung eines staatlich kontrollierten Internets gelenkt.
Eine App, die sich kaum vermeiden lässt
Die russischen Behörden haben die Nutzung von Max seit der Einführung stark vorangetrieben. Für Teile der Bevölkerung dürfte es inzwischen kaum mehr möglich sein, ganz auf die App zu verzichten.
Das betrifft etwa Angestellte des öffentlichen Dienstes, Studierende sowie Lehrpersonen. Im Schulbereich läuft die Kommunikation zwischen Lehrpersonen und Eltern über Max. Auch Hausaufgaben und weitere Informationen über Schülerinnen und Schüler werden über die Plattform verschickt.
Ähnlich sieht es an Universitäten aus. Ein Student berichtete, er habe Max installieren müssen, weil er ohne einen von der App generierten QR-Code weder Universitätsgebäude noch Studentenwohnheime betreten könne. Je mehr wichtige Dienste über Max laufen, desto schwieriger wird es für Nutzerinnen und Nutzer, auf die App zu verzichten.
Russische Elite nutzt weiterhin andere Apps
Anders sieht es offenbar in Kreisen aus, die dem Kreml nahestehen. Sie nutzen laut «Guardian» weiterhin Telegram und Signal. Einige Personen sollen sich sogar ein zweites Smartphone angeschafft haben, auf dem nur Max installiert ist. Für ihre übrige Kommunikation verwenden sie demnach weiterhin ihr Hauptgerät mit den gewohnten Messengerdiensten.
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