Grönland-Deal: Was hat Trump tatsächlich erreicht?

- Die USA, Dänemark und Grönland haben ein Abkommen über die Sicherheit in der Arktis geschlossen.
- Der Deal soll am Dienstag im Rahmen der UN-Generalversammlung in New York unterzeichnet werden.
- Dänische Medien spotten: Die vereinbarten Punkte entsprächen weitgehend dem bereits seit 1951 geltenden Sicherheitsabkommen.
«Ich freue mich, bekannt geben zu können, dass die USA mit Dänemark und Grönland ein Abkommen geschlossen haben», schrieb US-Präsident Trump am Freitag auf Truth Social. Später bestätigten dies sowohl Dänemark als auch Grönland.
Das Abkommen löst den Streit um Grönland, bei dem Trump auch schon angedroht hatte, militärisch vorzugehen. Am Dienstag soll es im Rahmen der UN-Generalversammlung in New York unterzeichnet werden. Erst dann soll der genaue Inhalt des Deals veröffentlicht werden. Allerdings gibt es bereits Vermutungen dazu, und die dürften Trump nicht gefallen.
Das wissen wir über den Inhalt
Aus Trumps Post sind vier Punkte zu entnehmen, die vermutlich im Deal behandelt werden:
- Die USA erhalten dauerhaft die Kontrolle über die Sicherheit in Grönland.
- Keine «Gegner» der USA dürfen ohne ihre Zustimmung militärisch in Grönland präsent sein oder sensible Investitionen tätigen.
- Für die USA entstehen keine Kosten.
- Der Deal gilt für immer.
In einem gemeinsamen Statement von der dänischen Premierministerin Mette Frederiksen und dem grönländischen Regierungschef Jens-Frederik Nielsen betonten die beiden, dass das Abkommen «die Souveränität und territoriale Integrität» Dänemarks sowie «das Recht des grönländischen Volkes auf Selbstbestimmung» anerkenne.
Hämische Reaktionen aus Dänemark
«Diese Lösung ist hervorragend für die Vereinigten Staaten von Amerika, Dänemark, Grönland und alle unsere Verbündeten», schrieb Trump. Frederiksen und Nielsen geben sich ähnlich zufrieden: Das Abkommen stärke «unsere gemeinsame Sicherheit in der Arktis und im nordatlantischen Raum» und sei «gut für die Nato und all unsere Verbündeten».
Einige dänische Medien und Kommentatoren machen sich jedoch über Trump lustig. «Pssst. Sagt Trump bloss nicht, dass sich das Königreich Dänemark durchgesetzt hat», steht in der Überschrift der dänischen Zeitung «Berlingske». «Altinget» schreibt: «Jetzt steht Trump gedemütigt und mit leeren Händen da». Ein Reporter des dänischen Senders TV2 sagte: «Auch wenn Trump versucht, dies als Sieg herauszustellen, ist es meiner Ansicht nach eine spektakuläre Niederlage.»
Was hat Trump tatsächlich erreicht?
Die spottenden Kommentatoren beziehen sich darauf, dass die von Trump beschriebenen Punkte sich gar nicht wirklich vom Status quo unterscheiden. Denn zwischen Dänemark und den USA gibt es seit 1951 bereits einen Sicherheitsdeal zu Grönland. 2004 wurde er überarbeitet. Das Abkommen gewährte den USA weitreichende militärische Rechte. Während des Kalten Krieges unterhielten die USA 17 Militärstützpunkte mit mehr als 10'000 Soldaten auf der Insel.
Trumps erster Punkt klingt dem Abkommen ganz ähnlich. Allerdings war der Vertrag von 1951 nur gültig, solange die Nato existiert. Mit einer Unendlichkeitsklausel dürfte Trump den Deal also von der Nato gelöst haben. Das Veto-Recht der USA bei fremden Investitionen in Grönland war zuvor zwar nicht vertraglich geregelt, wurde aber bereits praktisch gelebt, so Beobachter aus Dänemark.
Einzig Trumps Bemerkung, dass es für die USA keine Kosten geben wird, lässt aufhorchen. Wie genau das jedoch gemeint ist, bleibt unklar. Ungewiss ist auch, was Dänemark und Grönland im Gegenzug erhalten. Die beiden Regierungschefs wollten sich bisher nicht dazu äussern. Nach dem Unterschreiben des Vertrags, voraussichtlich am Dienstag, wird die Öffentlichkeit mehr über den Inhalt wissen.
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Simon Misteli (sim), Jahrgang 1995, arbeitet seit 2024 als Redaktor am Newsdesk. Dabei schreibt er über verschiedenste Themen mit einem Fokus auf Auslandsgeschichten.
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