Neue Ausstellung in Zürich – Vom Matterhorn zur Moderne: Die Spitze der Schweizer Plakatkunst

Neue Ausstellung in Zürich Vom Matterhorn zur Moderne: Die Spitze der Schweizer Plakatkunst
Plakate dienen der Werbung. Aber nicht nur. Namhafte Maler und Grafiker haben mit ihnen Botschaften gestaltet und damit Kunst geschaffen. Das zeigt nun die Ausstellung «Highlights der Schweizer Plakatkunst» in der Villa Bührle in Zürich.
Prominent in der Ausstellung prangt das Matterhorn: in strahlendem Licht und vor violettfarbenem Hintergrund. Ein Traum von einem Plakat – 1908 vom Berner Maler und Plakatkünstler Emil Cardinaux für den Tourismusort Zermatt gestaltet.
Der Künstler zählte zu den sogenannten Hodlerianern – einer Gruppe, die beim Malen auf kräftige Farben und eine monumentale Ausdrucksweise setzt, wie der namensgebende Schweizer Über-Maler Ferdinand Hodler. Cardinaux' «Zermatt» widerspiegelt diesen Ansatz.
Nach Aufenthalten in München und Paris liess sich der Künstler Cardinaux in Bern nieder. Künstlerisch widmete er sich vor allem der Landschaftsmalerei: Seine Motive waren die Schweizer Berge und zeugen von seiner grossen Naturverbundenheit.
Als Plakatkünstler war er sich bewusst, dass er keine Werke für die Ewigkeit schaffen muss und, dass Plakate zu möglichst geringen Kosten einfach hohe Aufmerksamkeit erregen sollen.
Wegweisend für die Plakatkunst
Sein Matterhorn gilt als das erste moderne Schweizer Plakat. Für die Betrachtenden im Jahr 1908 beinahe ein Schock: nur vier Wörter, das Plakat sehr direkt und monumental – das war man damals nicht gewohnt.
«Cardinaux’ revolutionäres Plakat hat eine völlig neue Gestaltungsform und eine dynamischere Ansprache beim Tourismusplakat eingeleitet», sagt Beatrice Müller. Auf ihre Initiative geht die aktuelle Plakat-Ausstellung in Zürich zurück – und Cardinaux ist ihr Lieblingskünstler.
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Bild 1 von 1. Kuratorin und Galeristin Beatrice Müller vor dem Poster «Zürich» von Otto Baumberger aus dem Jahr 1928. Bildquelle: KEYSTONE/Claudio Thoma.
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Seit 2010 widmet sich die ehemals im Werbegeschäft tätige Beatrice Müller ganz dem Werbeplakat. In ihrer Galerie Artifiche in Zürich hütet sie seither ihre Sammlung mit mehreren Tausend Plakaten. Mit dem von ihr gegründeten gemeinnützigen Verein Vipart zeigt sie nun die Ausstellung «Highlights der Schweizer Plakatkunst» in der Zürcher Villa Bührle.
Bührle, Plakate und ein wenig Jeff Koons
Bis vor gut einem Jahrzehnt beherbergte die Villa noch die Kunstsammlung des umstrittenen Industriellen und Kunstsammlers Emil Bührle. Wer sich heute dem Ausstellungsort nähert, wird einen Blickfang der besonderen Art erspähen: Vor dem Haus steht ein auffällig gestalteter Sportwagen aus einer Reihe des US-Künstlers Jeff Koons. Den Wagen habe ein «leidenschaftlicher Plakatsammler» aus der Zürcher Autobranche zur Verfügung gestellt, erzählt Müller.
Ausstellungshinweis
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Die Ausstellung «Highlights der Schweizer Plakatkunst» ist bis 18. Oktober in der Villa Bührle in Zürich zu sehen. Der Eintritt ist frei.
Die Ausstellung im Inneren der Villa fokussiert dann voll auf Plakate – und präsentiert über 100 Exemplare. Der grösste Teil davon stammt aus den Jahren zwischen 1900 und den 1950ern und wirbt für Tourismusdestinationen und Verkehrsunternehmen. Ein weiterer Schwerpunkt ist dem Bereich der Konsumgüter-Plakate gewidmet.
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Bild 1 von 6. Schweizer Plakatkunst: Dazu gehören die bekannt-beliebten Tourismus-Plakate, wie Alex Walter Diggelmanns «Gstaad» (1934) … Bildquelle: IMAGO / Album.
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Bild 2 von 6. … Walter Herdegs Winter-Wunderwelt-Collage «St. Moritz» (1937) … Bildquelle: KEYSTONE/Claudio Thoma.
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Bild 3 von 6. … oder das einladende «Bahnhof Büffet Basel»-Plakat von Cuno Amiet (1921). Bildquelle: IMAGO / Album.
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Bild 4 von 6. In der Zürcher Ausstellung zu sehen sind daneben klassische Konsumgüter-Plakate, wie Niklaus Stoecklins «Bi-Oro – Sonnenschutz» (1941) … Bildquelle: Getty Images/Found Image Holdings/Corbis.
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Bild 5 von 6. … oder seine Zahnpasta-Werbung «Binaca» (1941). Bildquelle: IMAGO / Album.
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Bild 6 von 6. Ergänzt wird die Schau um zeitgenössische Plakatkunst – wie diese Kulturwerbung. Bildquelle: KEYSTONE/Claudio Thoma.
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Zeitgenössische Plakatgestaltung ist in der Schau mit Kulturplakaten aus den letzten Jahrzehnten vertreten. Hier lässt sich ablesen, wie heutige Gestalter die Tradition der Schweizer Druckgrafik weiterentwickelt haben.
So bietet die Ausstellung «Highlights der Schweizer Plakatkunst» nicht nur einen Blick in historische Plakatwelten, sondern lädt ein zu einer Zeitreise durch 120 Jahre Schweizerische Kultur- und Grafikgeschichte.
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