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Friday, October 2, 2026

KI-Update kompakt: Gemini 4 Argon, Manus Cue, ChatGPT-Werbung, Reha-Kliniken

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Google hat sein neues Spitzenmodell Gemini 4 Argon vorgestellt. Es ist das erste große Modell des Konzerns seit mehr als sieben Monaten. Das angekündigte Gemini 3.5 ließ Google nach einer schwierigen Entwicklung ganz aus. Argon bringt Google zurück in den Kreis der drei führenden KI-Labore, bleibt aber hinter Claude Opus 5.5 von Anthropic. Zunächst testen nur ausgewählte Cyber-Verteidiger und interne Teams das Modell, und zwar ohne Schutzmechanismen für Cybersicherheit. Google begründet die Vorsicht mit den Fähigkeiten von KI auf diesem Niveau. Erst nach dem Feedback der Tester sollen Entwickler, Firmen und Privatkunden Zugang erhalten, einen Termin nennt Google nicht. Das Ausgabelimit steigt von 64.000 auf eine Million Token. So soll das Modell schwierige Probleme in einem Durchlauf lösen. Argon versteht Text, Bilder, Video und Sprache, antwortet aber nur in Textform.

Im Intelligence Index von Artificial Analysis erreicht Argon 53 Punkte und liegt damit gleichauf mit OpenAIs GPT-6 Astra. Pro Aufgabe verbraucht es aber mehr als doppelt so viele Ausgabe-Token. Bei agentischen Aufgaben, also eigenständig ausgeführten Arbeitsschritten, hat Google stark aufgeholt. Im Index von Vals AI, einem weiteren Testanbieter, steht erstmals ein Gemini-Modell an der Spitze. Argon erfindet seltener Fakten: In einem Wissenstest liegt seine Halluzinationsrate bei 15 Prozent, die OpenAI-Modelle kommen auf über 50 Prozent. Argon gibt also öfter zu, eine Antwort nicht zu kennen. Bei der reinen Genauigkeit bleibt es jedoch hinter GPT-6 Astra und sogar hinter seinem Vorgänger Gemini 3.1 Pro. Zum Start kostet eine Million Eingabe-Token zwei Dollar, eine Million Ausgabe-Token zehn Dollar. Später verdoppeln sich die Preise.

Eigenwerbung Fachdienst heise KI PRO

US-Präsident Donald Trump und sechs führende Tech-Konzerne haben bei einem Mittagessen eine Erklärung zur Kontrolle von KI unterschrieben. Das einseitige Papier hält fest, dass jede Firma selbst dafür sorgen muss, dass ihre Technik sicher ist und Nutzer ihr vertrauen können. Interne Prozesse sollen Sicherheitsprobleme verhindern oder im Ernstfall schnell aufspüren. Zudem sollen sich die Firmen regelmäßig treffen und gemeinsame Standards entwickeln.

Neu ist davon nichts. Die KI-Firmen haben all diese Schritte bereits angekündigt oder teilweise umgesetzt. Das hat KI-Agenten bislang nicht davon abgehalten, ihre Aufträge eigenwillig auszulegen. Immer wieder brachen sie aus ihren Testumgebungen aus und hackten sich in fremde Firmen und Organisationen.

OpenAI hat drei Experten entlassen, die an der Aufarbeitung ausgebrochener KI-Agenten beteiligt waren. Der Grund ist laut OpenAI nicht das Verhalten der Modelle. Die drei hätten gegen interne Regeln zum Umgang mit vertraulichen Informationen verstoßen. Im bislang auffälligsten Fall war ein KI-Agent aus seiner Testumgebung ausgebrochen und hatte sich ungeplant Zugang zu Hugging Face verschafft.

Für die Aufarbeitung hatte OpenAI einige Tage lang externe KI-Sicherheitsexperten hinzugezogen. Diese veröffentlichten später genaue Einblicke in das Vorgehen der Software. OpenAI betont, niemand sei wegen geäußerter Sicherheitsbedenken entlassen worden. Das Fehlverhalten sei aber über das Teilen von Informationen mit einer externen Analysefirma hinausgegangen.

Persönliche KI-Agenten werden zu einer eigenen Produktklasse. Meta bietet Muse an, OpenAI hat Dots, das Start-up Instinct ein gleichnamiges Produkt. Nun stellt Manus, ein Anbieter von KI-Agenten, die App Cue vor. Jeder Agent erhält dort eine eigene E-Mail-Adresse, Telefonnummer, digitale Geldbörse und einen eigenen Cloud-Computer. Die Agenten verschicken selbstständig Nachrichten, führen Anrufe, senden SMS und bezahlen innerhalb eines Budgets, das der Nutzer festlegt. Mehrere Agenten können als Team arbeiten: Einer sucht Veranstaltungsorte, ein zweiter trifft eine Auswahl, ein dritter baut daraus eine Präsentation. Der Nutzer gibt die Richtung vor und entscheidet am Ende.

Cue läuft im Web, auf Android, Mac und Windows. Die iOS-Version liegt Apple zur Prüfung vor. Noch ist der Zugang kostenlos, laut Manus aber nur für begrenzte Zeit. Zugleich hat Manus seine Agentenplattform zu Manus 2.0 ausgebaut. Neue Studio-Umgebungen erlauben es, Videos zu schneiden und Spiele zu entwickeln. Dazu kommen ein Cloud-Computer für dauerhaft laufende Projekte, Abläufe, die auf Ereignisse reagieren, und die Steuerung eines verbundenen Computers durch den KI-Agenten.

Anthropic stellt seine Plattform Claude for Government ab sofort Bundes- und Staatsbehörden in den USA bereit. Sie läuft in einer Umgebung mit der Zertifizierung FedRAMP High, der strengsten Sicherheitsstufe im US-Programm für Cloud-Dienste. Die Behörden erhalten dieselben Funktionen wie Firmenkunden und zahlen nach Verbrauch mit festen Obergrenzen. Die Chats bleiben auf den Geräten der Behörden.

Das Angebot gilt nur für zivile Behörden. Für das Pentagon bleibt Claude gesperrt. Weil Anthropic seine Verbote für Massenüberwachung und autonome Waffen nicht aufgeben wollte, stufte das Pentagon die Firma im März als Risiko für die Lieferkette ein. Vor Gericht ist der Streit offen, zwei Urteile fielen gegensätzlich aus. Ein Abendessen von Anthropic-Chef Dario Amodei mit Präsident Trump am vergangenen Sonntag deutet aber auf Entspannung hin.

Die US-Handelsaufsicht FTC vertieft ihre Untersuchung gegen Anthropic, OpenAI und andere KI-Firmen. Anlass sind Sprachmodelle, die in den vergangenen Monaten außer Kontrolle gerieten und Dritten schadeten. Wie ein FTC-Manager der New York Post sagte, sollen die Firmen in den kommenden Wochen interne Unterlagen vorlegen. Ihre Spitzenmanager müssen als Zeugen aussagen und erklären, welche Gefahren ihre Dienste für Verbraucher bergen.

Auch das Forschungsinstitut METR, das die neuesten KI-Modelle auf Fähigkeiten und Risiken prüft, gerät in den Blick. Juristisch stützt sich die FTC auf den Verdacht unfairer oder irreführender Geschäftspraktiken. Ungewöhnlich ist, dass ein FTC-Manager die Betroffenen über die Presse vorwarnt.

Der Datenhändler LiveRamp weitet seine Zusammenarbeit mit OpenAI aus. Seit Juni 2026 half LiveRamp vor allem dabei, den Erfolg von Werbung in ChatGPT zu messen. Ein Musikgeschäft übergab etwa seine Anzeige für Gitarrensaiten an ChatGPT. Der Chatbot spielte sie Nutzern aus, die er für passend hielt, etwa weil sie gerade nach Gitarren fragten. Nun können Firmen ihre Werbung gezielt an eigene Kunden richten. Dafür schicken sie eine Liste ihrer Zielkunden an OpenAI, das sie mit den eigenen Nutzern abgleicht. Gibt es genug Treffer, landet die Werbung bei diesen ChatGPT-Nutzern.

Den Abgleich übernimmt laut LiveRamp die hauseigene Ramp-ID, eine Kennung, die Menschen im Netz eindeutig erkennt, sofern sie sich nicht dagegen schützen. Damit fließen mehr Daten von Firmen an OpenAI. Die Firmen wiederum erfahren mindestens, welche ihrer Kunden ChatGPT nutzen. Wer welche Daten erhält und ob OpenAI, die Firmen und LiveRamp sie speichern und weiterverarbeiten, bleibt unklar. OpenAI bewegt sich damit weiter in Richtung Datenkrake. Die Funktion startet in elf Ländern und soll nach und nach überall dort kommen, wo ChatGPT verfügbar ist.

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OpenAI hat nach eigenen Angaben eine koordinierte Kampagne gestoppt, die das versteckte Reasoning seiner Modelle kopieren sollte. Diese Zwischenschritte beim Lösen von Aufgaben sind wertvolles Trainingsmaterial, um ein Modell nachzubauen. Den Kern der Aktivität ordnet OpenAI Personen zu, die mit Moonshot AI verbunden sind, dem Entwickler der Sprachmodellreihe Kimi. Die Angreifer fügten das verschlüsselte Reasoning in eine neue Unterhaltung ein und ließen es dort von einem KI-Modell entschlüsseln.

Ende Juli zählte OpenAI an zwei Tagen Spitzen von 16.000 Anfragen. Das Netzwerk umfasste über 15.000 Konten. OpenAI hat die Lücke in seiner eigenen Schnittstelle geschlossen. Forscher wiesen jedoch nach, dass derselbe Trick über Microsoft Azure, wo dieselben Modelle laufen, noch bis Ende September funktionierte. Sie halten die Gegenmaßnahmen deshalb für lückenhaft. Auch OpenAI sieht die Arbeit nicht als abgeschlossen.

US-Verteidigungsminister Pete Hegseth zieht bekannte Tech-Unternehmer in die für Initiativen zu künftigen Kriegsstrategien hinzu. Elon Musk, Chef von SpaceXAI, und Palmer Luckey, Gründer der VR-Firma Oculus und des Rüstungsherstellers Anduril Industries, sollen im „Project Meridian“ die Schlachtfelder der Zukunft untersuchen. Die Gruppe leitet der republikanische Politiker Newt Gingrich.

Sie soll Waffen und Technik benennen, die Streitkräfte künftig brauchen, und Wege vorschlagen, diese zu entwickeln, zu testen und einzuführen. Musk und Luckey sollen laut Hegseth „kritische Perspektiven von außerhalb des Pentagons“ liefern. Bis Ende Januar 2027 soll ein Konzept stehen, das „Amerikas langfristige militärische Überlegenheit“ sichert.

Einige Reha-Kliniken lassen KI bereits Aufnahmegespräche und Entlassberichte schreiben und sparen so Arbeit. Eine laufende Studie an drei Reha-Einrichtungen stützt diesen Eindruck. Auf dem Reha KI Summit berichteten Ärzte jedoch Unterschiedliches. Manche schätzen das „Ambient Listening“, bei dem die KI das Patientengespräch mithört und sie selbst nicht mehr mitschreiben müssen. Andere finden die Technik nützlich, aber noch unausgereift. Die Texte müssen ohnehin geprüft werden.

Ein wiederkehrendes Problem sind Schnittstellen. Ein fertiger Bericht nützt wenig, wenn er nicht ins Primärsystem gelangt, in dem die Klinik dokumentiert. Manche Softwareanbieter sperren sich gegen den Austausch von Daten, ein bekanntes Problem im Gesundheitswesen. Zudem fragten sich die Teilnehmer, was KI langfristig mit dem Arztberuf und der Pflege macht. Wenn ein System schon in der Ausbildung viel Arbeit abnimmt, sammeln junge Ärzte womöglich nicht genug eigene Erfahrung, um Fehler zu erkennen.

Airbnb hat in seinem Herbst-Update mehrere KI-Funktionen vorgestellt. Nutzer können Unterkünfte, Erlebnisse und Services per Freitext oder Sprache suchen, eine KI wählt passende Angebote aus. Sie schreibt auch Beschreibungen und Zusammenfassungen, mit denen sich Unterkünfte vergleichen lassen. Hinzu kommt ein KI-Chat für den Kundendienst.

Gastgeber erhalten KI-Zusammenfassungen zum Erfolg ihrer Inserate samt Vorschlägen, was sie verbessern können. Eine dynamische Preisgestaltung passt die Preise automatisch an Angebot und Nachfrage an. Zu technischen Details, Serverstandorten und Datenschutz sagt Airbnb kaum etwas. Auch wie verlässlich die Ergebnisse sind, bleibt vage.

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