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Tuesday, October 6, 2026

„Star Wars: Galactic Racer“ im Test: Rasen statt Reden!

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Wer sich an das Steuer einer lebensmüden „Star Wars“-Rennsemmel setzt, der will wahrscheinlich vor allem eines: unglaublich schnell durch aberwitzige Landschaften brettern, über Lavaseen und Gletscher, durch Raumschiffruinen bis auf das Siegerpodest. Genau das bietet „Star Wars: Galactic Racer“ in spektakulärer Form. Schon lange sahen Rennen nicht mehr so gefährlich und kinoreif aus. Und solange alle die Klappe halten, ist das Spiel auch wirklich so gut, wie es von Weitem aussieht.

Rennspiele sind ein goldenes Genre, die Geschichten in Rennspielen dagegen sind eher berüchtigt. Sehr häufig schaut man spärlich charakterisierten Missionsgebern dabei zu, wie sie sich in der Welt illegaler Straßenrennen behaupten oder für irgendein Festival qualifizieren. Je schneller das vorbeigeht, desto besser. Man spielt die Spiele zum Fahren.

Auch die Geschichte von „Star Wars: Galactic Racer“ fühlt sich eher nach einer Pflichtübung an, bei der man aufatmet, wenn es endlich wieder auf die Rennpiste geht. Man übernimmt die Rolle des (oder der) geheimnisvollen Shade. Schon die Charaktererstellung bleibt verdächtig oberflächlich, weil die Rennperson den Helm nicht abnimmt. Entsprechend wirkt das Alter Ego aber auch eher blass. Shade klingt selbstbewusst, aber dumpf, ein bisschen nach Mandalorianer.

„Star Wars Galactic Racer“ angespielt (9 Bilder)

Fremd und aufregend sehen die Landschaften aus, durch die man rast. Allerdings ist oft schlecht zu erkennen, wo es langgeht. (Bild:

Screenshot Heise Medien

)

Getragen wird die Geschichte vor allem von drei Charakteren: Hibi ist ein vierarmiges Affen-Alien und hilft Shade als unerschütterlich fröhliche Mechanikerin. Zwischen Rennen verkauft sie Upgrades. Darius Pax ist der schmierige Chef der galaktischen Liga. Er hilft Shade unter der Hand, weil beide einen Widersacher teilen: den arroganten Renn-Champion Kestar Bool.

Das ist nicht originell, aber wenigstens ist Bool ein wunderbar unsympathischer Schnösel mit einer außerirdisch bescheuerten Rennbrille. Den besiegt man gern! Vielleicht hätte es aber auch ein sprechendes Porträt getan. Entwickelt wurde „Star Wars: Galactic Racer“ von dem neu gegründeten Studio Fuse Games. Hier sitzen mehrere Veteranen von Criterion Games, die vor allem mit der „Burnout“-Serie bewiesen haben, dass sie explosive Arcade-Rennspiele liefern können.

So sehr die Rennaction an „Burnout“ erinnern kann, so lieblos wirkt leider das Drumherum. Mit Shade zwischen Missionen durch die Hub-Welt zu laufen, fühlt sich schwammig an, es gibt spärliche Interaktionsmöglichkeiten. Die Pausenlager sehen auch auf verschiedenen Planeten deprimierend eintönig aus. Diese Zwischenstrecken hätte man ohne große Verluste streichen und durch ein paar Menüs ersetzen können. Doch das ist nicht schlimm. In einer Minute sitzt man wieder im Cockpit.

Sobald die Kamera das nächste Rennen vorstellt und man das Gefährt mit einem kleinen Minispiel startklar macht, ist „Galactic Racer“ fantastisch. Es sieht spektakulär aus, jeder Kurs ist aufregend und abwechslungsreich.

Je nach Situation erinnert die Raserei an „F-Zero“, „Mario Kart“ oder „Burnout“. Zwölf sehr unterschiedlich robuste Gefährte stehen an der Startlinie. Bei der Fahrt muss man nicht nur Gas geben und um Kurven driften, es gibt auch zwei verschiedene Boost-Arten und Spezialfähigkeiten zu managen. Die Strecken sind häufig weit offen, fädeln sich dann aber durch Tunnel und Höhlen. Wie einst in „Burnout“ würdigt eine spezielle Kameraansicht, wenn man Gegner von der Strecke schubst. Wie in „Mario Kart“ kann man einander mit Fallen und Gegenmaßnahmen ärgern. Und wie in „F-Zero“ rasen die Strecken erschreckend schnell heran. Besonders schwer sind die Arcade-Rennen nicht. Sie können allerdings überraschend frustrierend werden.

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Im Mittelpunkt steht anfangs die Kampagne, in der man über drei Akte hinweg mit Landspeeder, Speeder Bike oder Skimspeeder in einem von vier Schwierigkeitsgraden eine Art Roguelite überstehen muss. Podracing kommt auch vor, spielt aber eine Sonderrolle. Wer das Rennen gewinnt, kann das Gefährt reparieren und immer weiter ausbauen lassen. Wer auf der gewundenen Strecke voller rempelfreudiger Kontrahenten einen Unfall zu viel baut, wird aus dem Turnier geworfen, bekommt ein paar Trostpreise und muss den angefangenen Akt noch einmal von vorn probieren. Auch die individuell aufgerüstete Karre ist dann weg.

Das Frustpotenzial liegt auf der Hand. Im voreingestellten zweiten Schwierigkeitsgrad ist es einigermaßen einfach, ein Rennen zu gewinnen. Allerdings hängt man die Gegner nicht so zuverlässig ab, dass sie nicht auch zurückrempeln können. Und viele Strecken haben die eine oder andere scharfe Kurve, in der man kaum reagieren kann, wenn Gegner im falschen Augenblick schubsen. Dazu kommt, dass man durch Kurse fährt, die man anfangs nicht kennt, und die nicht immer klar anzeigen, wo es langgeht. Minimaps, Streckenkarten und Trainingsmodi wären hilfreich gewesen, fehlen aber leider. Stattdessen kann es sehr schnell passieren, dass man auf einer neuen Strecke zweimal falsch abbiegt, einmal weggerempelt wird und dann das Turnier neu starten muss. Und dann geht es nicht auf die Strecke, die man gern lernen würde, sondern zurück an den Anfang des Aktes – auf Strecken, die man wahrscheinlich schon mehrfach dominiert hat.

Bei aller Liebe für echte Herausforderungen und fiese Manöver – die Struktur der Kampagne hat im Test keine Spannung erzeugt, sondern nervtötende Wiederholungen. Nach einem Geschrottet-Bildschirm wieder im Pausenlager zu stranden und frontal von Darius zugetextet zu werden, bremst die Motivation fast bis auf den Stillstand. Wie bei Roguelites in anderen Genres auch kommt man stärker zurück, kassiert neue Upgrades und darf andere behalten. Noch besser wäre aber einfach eine kürzere Kampagne ohne Schluckauf gewesen.

Auf das erste High der Beschleunigung folgt in „Star Wars: Galactic Racer“ ein Tief unbestimmter Länge – wenn man endlich die Strecken kennt, wird es besser. Wer den Lernprozess abkürzen möchte, könnte im einfachsten Schwierigkeitsmodus durch die Kampagne rasen. Dann sind die meisten Fahrten allerdings wirklich einfach, die Gegner lahm. Nicht nur hier hätten dem Spiel mehr Optionen und Spielmöglichkeiten gutgetan. Neben der Kampagne gibt es auch einen Szenario- und einen Arcade-Modus. Im einen spielt man Minikampagnen um Belohnungen, im anderen geht es allein gegen die Zeit, und während beide ebenfalls optionsarm daherkommen, machen sie Spaß. Auch einen Multiplayer-Modus gibt es, den wir noch nicht ausprobieren konnten.

Bei allem Ärger über die spärliche Ausstattung kommt es aber vor allem auf eine Sache an: Sobald man am Steuer sitzt und der Countdown herunterzählt, verblasst alles andere. Bis man hinter der Ziellinie oder vor einer Felswand wieder zu sich kommt, zählt nur das Rennen.

Deswegen kann „Star Wars: Galactic Racer“ sich einen Patzer bei der Gestaltung der Kampagne erlauben und eine uninspirierte Renngeschichte vom Story-Schrottplatz recyceln – das sind Nebenschauplätze. Die Rennen sind eine Offenbarung. Wer gern virtuell durch unglaubliche Landschaften rast, wer gern gegen Freunde fährt oder perfekte Zeiten jagt, der wird hier immer wieder erstklassig unterhalten.

„Star Wars: Galactic Racer“ ist seit dem 6. Oktober 2026 für Windows, Playstation 5 und Xbox Series X/S erhältlich. Es kostet 60 Euro.

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