Wieder Volkspartei: CDU-Arbeitnehmerflügel fordert breitere Aufstellung der Partei

Wieder VolksparteiCDU-Arbeitnehmerflügel fordert breitere Aufstellung der Partei
27.09.2026, 11:25 Uhr

Die CDA schlägt Alarm: Nach Wahlniederlagen wirft der CDU-Arbeitnehmerflügel Friedrich Merz vor, viele Menschen verloren zu haben - und fordert eine Partei, in der Beschäftigte endlich wieder mitentscheiden.
Der Arbeitnehmerflügel der CDU fordert nach den jüngsten Wahlniederlagen eine breitere Neuaufstellung der Partei. Der Bundesvorstand der Christlich-Demokratische-Arbeitnehmerschaft (CDA) habe einen Appell zur "Reform einer Volkspartei" beschlossen. "Wir werden unserem Anspruch, Volkspartei zu sein, nicht mehr gerecht", zitierte das ZDF aus einem vierseitigen Grundsatzpapier der CDA, das ihm vorliegt.
"Zu viele gesellschaftliche Gruppen kommen in der Union kaum noch vor; zu viele Menschen erleben sie nicht mehr als ihre politische Heimat. Eine Volkspartei, die nur noch mit sich selbst spricht, hört auf, Volkspartei zu sein." Es reiche nicht, die Breite der Gesellschaft nur zu beschwören. "Sie muss in der Partei, in ihren Debatten und in ihren Parlamenten wieder erkennbar sein."
Menschen aus unterschiedlichen Berufen, Regionen und Lebenswelten müssten "wieder sichtbar an Entscheidungen" beteiligt werden. Konkret fordert die CDA, dass bei Kandidaturen auf Bundes-, Landes- und Kreisebene gezielt alle Strömungen und Milieus beachtet werden, welche die CDU als Volkspartei ausmachten. Bei der Aufstellung von Wahlkreiskandidaten und Listen würden dann Beschäftigte aus Industrie, Handwerk, Pflege, Bildung und Mittelstand gleichermaßen berücksichtigt.
Kritische Worte an den Kanzler
Der CDA-Bundesvorsitzende Dennis Radtke übte im Interview mit dem ZDF Kritik am Parteivorsitzenden Friedrich Merz: Der habe schon vor Jahren angekündigt, dass die Aufstellung als Volkspartei verbreitert werden müsse.
Stattdessen habe Merz aber nicht ausreichend vermocht, Menschen einzubinden. Man könne nicht außer Acht lassen, dass "die Rhetorik, die Menschen feiern zu viel krank, zu wenig Leistungsbereitschaft, so, dass das natürlich eher Menschen triggert, als Menschen abzuholen, das ist doch ganz offenkundig und das kann auch nicht wegdiskutiert werden und diese Dinge muss sich der Parteivorsitzende selbstverständlich zu Herzen nehmen".
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