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Friday, November 6, 2026

Los Angeles bekommt linke Bürgermeisterin

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Nithya Raman lacht, während ihr Unterstützer applaudieren.

Stand: 06.11.2026 • 08:32 Uhr

Die künftige Bürgermeisterin von Los Angeles heißt Nithya Raman. Sie gehört dem linken Flügel der Demokraten an - genau wie New Yorks Bürgermeister. Dezidiert linke Politik scheint Wähler in den Großstädten nicht mehr zu verprellen.

Gabi Biesinger

Das Ergebnis war knapp und die Auszählung, wer die nächste Bürgermeisterin in Los Angeles wird, zog sich hin. Aber dann gestand Amtsinhaberin Karen Bass ihre Niederlage ein - Stadträtin Nithya Raman gewinnt. Das macht vor allem deshalb Schlagzeilen, weil Ramans Sieg bedeutet, dass linksgerichtete Demokraten künftig die beiden größten Städte der USA führen werden, nachdem Zohran Mamdani Bürgermeister von New York wurde.

Die 45-jährige progressive Raman ist seit sechs Jahren Stadträtin in LA. Sie wurde bei ihrer Kandidatur durch linke Politiker wie Bernie Sanders und die Democratic Socialists of America (DSA), der größten sozialistischen Organisation in den USA, unterstützt.

Kandidatur in letzter Minute

Zu Beginn des Wahlkampfs um das Bürgermeisteramt hatte Raman zunächst die 73-jährige Amtsinhaberin Karen Bass bei ihrer Wiederwahl unterstützt. Erst wenige Stunden vor Ende der Bewerbungsfrist habe sie ihren eigenen Hut in den Ring geworfen, schildert Politikchefin Averi Harper vom Sender ABC.

Raman habe Bass von links herausgefordert, viel über hohe Lebenshaltungskosten und Obdachlosigkeit in der Stadt gesprochen. Diese Themen seien im Wahlkampf enorm wichtig gewesen, so Harper.

Die Afroamerikanerin Bass war 2022 als erste Frau zur Bürgermeisterin von Los Angeles gewählt worden. Vorher hatte die Demokratin viele Jahre als Abgeordnete im kalifornischen Parlament und im Repräsentantenhaus in Washington gearbeitet.

Bass musste zuletzt viel Kritik einstecken - für ihren Umgang mit den verheerenden Bränden in Los Angeles im Januar 2025 und dem langsamen Wiederaufbau der zerstörten Straßenzüge. Sie hatte im Wahlkampf versucht, Raman als instabil, unerfahren und unentschieden darzustellen.

Raman kam als Kind in die USA

Raman war als Sechsjährige mit ihrer Familie aus Indien in die USA gekommen. Sie studierte Stadtplanung, 2020 schaffte es die zweifache Mutter als politische Newcomerin in den Stadtrat von Los Angeles. Im Wahlkampf versprach sie Wandel in Los Angeles: Die Stadtverwaltung habe es über so lange Zeit so aussehen lassen, als sei die Lösung der Probleme der Stadt unmöglich. Aber Hoffnungslosigkeit sei für eine Stadt tödlich, sie weigere sich, das hinzunehmen, erklärte sie.

Darauf angesprochen, inwieweit sie sich der Agenda der Demokratischen Sozialisten verpflichtet fühle, erklärte Raman in Interviews, sie sehe sich als unabhängig. Sie sei zwar Mitglied, habe sich aber gleichzeitig als eine der unabhängigsten Stimmen im Stadtrat profiliert. Sie lasse sich nicht von einer bestimmten Ideologie leiten - nur davon, was das Beste für die Stadt sei.

Narrativ "Sozialisten" schreckt Wähler nicht mehr ab

Die Republikaner von US-Präsident Donald Trump hatten im Wahlkampf versucht, Demokraten im ganzen Land als Sozialisten zu brandmarken und vor allem Mitglieder der DSA in die Nähe von Kommunisten zu rücken. Das habe die Wähler nicht abgeschreckt, so ABC-Politikchefin Harper. Diese politische Ausrichtung verprelle in großen Metropolen inzwischen keineswegs mehr die Wählerinnen und Wähler.

Dass zwei Politikerinnen aus demselben politischen Lager bei der Bürgermeisterwahl in Los Angeles gegeneinander antreten, hat mit einer Besonderheit des Wahlrechts zu tun. Der Posten ist in Los Angeles offiziell überparteilich. Der kalifornischen Verfassung zufolge dürfen Parteien daher keine Kandidaten nominieren. Weder bei der Vorwahl, bei der sich Raman und Bass durchsetzten, noch bei der nun erfolgten Hauptwahl treten die Bewerber als offizielle Kandidaten einer Partei an.

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