Rinder stürzen bei Alpabzug 30 Meter in Schlucht

- Beim Alpabzug im Berner Oberland sind drei Rinder rund 30 Meter tief in die Griesschlucht gestürzt.
- Canyoning-Spezialisten der Alpinen Rettung Schweiz bargen die 500 bis 700 Kilogramm schweren Kadaver in einem zweitägigen Einsatz.
- Ein Rega-Helikopter flog die Tiere schliesslich an einem 60 Meter langen Seil aus dem Bachbett zur nächsten Strasse.
Beim Alpabzug im Berner Oberland sind im September drei Rinder rund 30 Meter tief in die Griesschlucht gestürzt. Weil die toten Tiere das Gewässer verseuchen könnten, mussten sie rasch geborgen werden. Mit dem Helikopter war das nicht möglich, also kamen Canyoning-Spezialisten der Alpinen Rettung Schweiz zum Einsatz, wie die Rega in einer Mitteilung schreibt.
Was folgte, war ein logistischer Kraftakt für die Alpine Rettung Schweiz (ARS) und die Rega. Die Gletscher haben hier eine extrem tiefe und steile Schlucht geformt. Sie ist stark verwinkelt und von Felsüberhängen geprägt. Eine direkte Bergung aus der Luft kam deshalb nicht infrage.
Floating Bag im Einsatz
Zwei Canyoning-Spezialisten seilten sich mehrmals ab, um in den Bereich oberhalb eines Wasserfalls vorzudringen. Vor Ort stellten sie fest: Ein Rind war bereits über den Wasserfall gespült worden und lag rund 20 Meter tiefer im Bachbett. Die beiden anderen Kadaver befanden sich mitten in der Schlucht, in einer Art Höhle in einem Wasserbecken.
Äusserst herausfordernd für die zwei Spezialisten war, die Tiere, welche rund 500 bis 700 Kilogramm wogen, zu bewegen und zu bergen. Die Retter setzten einen sogenannten Floating Bag ein. Das ist ein Sack, der sich mit Wasser füllt und dessen Zugkraft genutzt wird. Damit gelang es ihnen, die Rinder in ein etwas tiefer gelegenes, zweites Becken zu spülen. Doch dort blieben die Tiere an einer engen Stelle direkt vor dem Wasserfall stecken. Dem Einsatzleiter war klar: Es braucht zusätzliche Mittel.
Kadaver ins Tal gespült
Am zweiten Tag rückte das Team mit zwei weiteren Canyoning-Spezialisten an. Die Einsatzkräfte spannten mehrere Seile, die von der Höhle durch die Schlucht bis zum gegenüberliegenden Wald führten. Mithilfe dieser Seile hoben sie die schweren Kadaver an, zogen sie zur Seite und liessen sie kontrolliert in den Wasserfall hinunter. Das System funktionierte: Alle Tiere wurden ins Tal gespült und landeten unten im Bachbett.
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Den Abtransport übernahm schliesslich die Crew des Trainingshelikopters der Rega. Sie flog die Kadaver an einem 60 Meter langen Seil aus dem Bachbett zur nächsten Strasse, wie die «Berner Zeitung» berichtet. Von dort wurden die Tiere mit einem Fahrzeug abtransportiert und fachgerecht entsorgt.
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Florian Osterwalder (fos) arbeitet seit 2021 für 20 Minuten und ist stellvertretender Co-Leiter des Newsdesks.
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