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Tuesday, September 15, 2026

Graubünden – Wie Berta Caminada für das Bezahlen mit Bargeld kämpft

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Mit 15'781 Unterschriften ist in Chur die kantonale Bargeldinitiative eingereicht worden. Sie verlangt, dass öffentliche Leistungen wie Verkehr, Toiletten oder Parkhäuser auch weiterhin mit Bargeld bezahlt werden können. Nötig gewesen wären gerade mal 3000 Unterschriften.

35 Helferinnen und Helfer haben die Unterschriften innerhalb von nur zwei Monaten gesammelt. Die Initiatorin, Berta Caminada, findet, dass Menschen – besonders die in den Randregionen – diskriminiert werden, wenn nur noch digital bezahlt werden kann.

Mann, Frau im Rollstuhl mit Zertifikat und Mann neben Kartons im Freien.
Legende: Roman Hug, der Präsident der kantonalen SVP, die Initiatorin Berta Caminada und SVP-Grossrat Ronny Krättli bei der Einreichung der Initiative. RTR

Caminadas Bedürfnis, sich für den Erhalt der Bargeldzahlung einzusetzen, entstand vor knapp einem Jahr, als sie ihr Billett im Postauto nicht mehr bar bezahlen konnte. Daraufhin reichte sie eine Petition mit über 8000 Unterschriften ein. Doch die kantonale Regierung und das Unternehmen Postauto hätten keinen Handlungsbedarf gesehen.

Wie die Initiative eingereicht wurde, im Beitrag von RTR:

Die Unterschriften der Initiative werden nun überprüft. Anschliessend wird das Bündner Stimmvolk darüber entscheiden. Wann die Initiative vors Volk kommt, ist noch nicht bekannt. Zum Initiativkomitee gehören auch vier Grossratsmitglieder der Bündner SVP. Andere Fraktionen haben die Initiative gemäss Caminada nicht unterstützen wollen. Da sie wenig Erfahrung auf dem politischen Parkett habe, habe ihr die SVP auch beim Initiativtext geholfen.

Doppelrolle für den Chauffeur

Eine der Forderungen ist, dass man im Postauto auch weiterhin mit Bargeld bezahlen kann. Die Frage, ob dies für den Chauffeur keine Schwierigkeit darstellen würde, verneinen Berta Caminada und Roman Hug (SVP). Der Fahrer oder die Fahrerin hätten Zeit, Billette zu verkaufen und zu fahren, wenn das Postauto nicht jede halbe Stunde fahre, so Caminada.

Und Hug, der Präsident der kantonalen SVP, betont, vor 15 Jahren sei die Stabilität des Postauto-Betriebs auch nicht gefährdet gewesen, weil die Bargeldzahlung noch möglich war. Die SVP unterstütze die Digitalisierung grundsätzlich, aber es sei auch wichtig, ältere Menschen, Menschen mit Behinderung oder Jugendliche nicht auszuschliessen.

Das Bezahlen mit Bargeld war bereits Thema im Bündner Kantonsparlament, dem Grossen Rat. Er gab im August der Regierung den Auftrag, bei kantonalen und kommunalen Infrastrukturen eine Möglichkeit fürs Bezahlen mit Bargeld sicherzustellen.

Auch auf nationaler Ebene ist eine parlamentarische Initiative zum Thema eingereicht worden. Voraussichtlich wird der Nationalrat bereits in der laufenden Herbstsession darüber beraten.

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