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Saturday, October 17, 2026

100 Jahre Weserstadion: Die Wundertüte der Bundesliga

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Wo die Weser einen Bogen macht, liegt mitten in Bremen das Weserstadion. 100 Jahre ist es nun alt: Für den SV Werder ein Grund zum Feiern.

15.10.2026 | 1:44 min

Die Spieler und Fans des SC Paderborn erleben heute ein besonderes Auswärtsspiel. Sie sind zu Gast beim 100. Geburtstag des Bremer Weserstadions, das am 17. Oktober 1926 eingeweiht wurde. Eine große Choreografie, ein Sondertrikot und weitere Aktionen bilden den feierlichen Rahmen für das Jubiläumsspiel.

Geburtstagsparty mit dem weißen Ballett

So richtig krachen ließen es die Werderaner allerdings schon vor drei Wochen. Zur vorgezogenen Geburtstagsparty waren die Legenden von Real Madrid eingeladen. Pepe, Christian Karembeu, Claude Makélélé und viele andere trafen auf eine von Thomas Schaaf und Otto Rehhagel trainierte Auswahl ehemaliger Werder-Stars um Diego, Per Mertesacker und Ailton.

Gespielt wurde selbstverständlich unter Flutlicht. Wenn es um das besondere Flair des Weserstadions geht, denken viele an magische Europapokalabende im Licht der vier markanten Flutlichtmasten.

Flutlichtspiele im Weserstadion sind das Beste, was ich miterlebt habe, besonders in der Champions League.

Per Mertesacker, Werders ehemaliger Abwehrchef nach dem Legendenspiel

Borussia Dortmund geht erstmals nicht als Sieger vom Platz. Gegen Werder Bremen führt der BVB kurz vor Schluss 2:0, dann schlagen die Gäste noch zweimal zu.

12.10.2026 | 11:06 min

Viel mehr als Fußball

Lange vor der Werder-Zeit des künftigen DFB-Geschäftsführers Sport prägten vier Europapokalspiele gegen Spartak Moskau, den BFC Dynamo Berlin, den RSC Anderlecht und Olympique Lyon den Begriff "Wunder von der Weser". Werder gelang es damals, große Rückstände noch zu drehen.

Doch das Weserstadion war über weite Strecken weit mehr als eine Fußballarena. Leichtathletik, Turnen, Radfahren und Feldhandball sind nur einige der Sportarten, die hier ihren Platz fanden. Erbaut wurde die Anlage vom Allgemeinen Bremer Turn- und Sportverein als ABTS-Kampfbahn. Dokumentiert sind sogar Seifenkistenrennen vor großer Kulisse.

Jahrelang auch Schauplatz für Nazi-Propaganda

Zugleich war das Stadion Schauplatz gesellschaftlicher Großereignisse. Dazu gehörte der Empfang der Piloten, die 1928 mit dem Flugzeug "Bremen" als Erste non-stop von Ost nach West den Atlantik überquerten. Die Nationalsozialisten nutzten die Bremer Kampfbahn, wie das Stadion unter ihrem Regime hieß, schon vor 1933 für Propagandaveranstaltungen.

Nach dem Zweiten Weltkrieg übernahm kurzzeitig die amerikanische Militärverwaltung die Kontrolle und ließ dort auch Baseball spielen. Zu den Höhepunkten bis zur Einführung der Bundesliga zählten Leichtathletik-Wettbewerbe mit der Olympiazweiten Marga Petersen sowie die Oberliga-Duelle von Werder Bremen mit dem Lokalrivalen Bremer SV, der zeitweise ebenfalls seine Heimspiele hier austrug.

TV-Kameramann beim Fußballspiel

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"Sitzen ist für'n Arsch"

Im zähen Ringen mit der Stadt, dem früheren Alleineigentümer, entwickelte Werder das Stadion Schritt für Schritt zu einem Schmuckkästchen. Immer wieder mischten sich dabei auch Fans ein, wie Anfang der 1990er Jahre, als die Projektgruppe "Ostkurve" unter dem Motto "Sitzen ist für'n Arsch" den Erhalt der Stehplätze und einen selbstverwalteten Fan-Raum erkämpfte.

"Das ist ein Stück Zeitgeschichte für mich. Als kleiner Pöks war ich als Fan hier auf den Tribünen und bin da rumgerannt", sagte Werders Ex-Trainer Thomas Schaaf. "Wenn man so eine Arena hier hat, ist das fantastisch."

Diego will oft zurückkommen

Die Geschichte des Stadions ist auch eine Geschichte besonderer Fußballmomente: das erste Bundesliga-Tor, die ersten VIP-Logen und die dauerhafte Einführung von Einlaufkindern bei Bundesliga-Heimspielen. Unvergessen bleibt auch Diegos Tor des Jahres 2007, als der Brasilianer gegen Alemannia Aachen aus 62,5 Metern traf.

Ich habe hier einige der besten Momente meines Lebens erlebt.

Werders ehemaliger Mittelfeldmotor Diego

Deshalb müsse er eigentlich mindestens ein- oder zweimal im Jahr zurückkommen, um dieses Gefühl erneut zu erleben. "Weil es mir guttut, meinem Herzen und meinem Kopf."

Werder Bremen überrascht gegen RB Leipzig und wendet den befürchteten Fehlstart in die Saison ab. Beim 3:1 steht vor allem Heimkehrer Niclas Füllkrug im Fokus.

07.09.2026 | 9:02 min

Füllkrug sorgt für neue Magie

Ähnlich dürfte es Niclas Füllkrug gehen, der nach seiner Rückkehr zu Werder wie verwandelt wirkt. Mit seinem Treffer zum 2:0 gegen Rasenballsport Leipzig, das Spiel endete 3:1, sorgte er am zweiten Spieltag vor der Ostkurve für einen magischen Werder-Moment der jüngeren Vergangenheit.

"Ich habe in dem Moment gemerkt, dass Tore für Werder im Weserstadion für mich deutlich emotionaler sind als Treffer für andere Klubs", sagte Füllkrug anschließend.

1926 - Bau durch den Allgemeinen Bremer Turn- und Sportverein (ABTS): ABTS-Kampfbahn
1929 - Gründung und Übernahme durch Weser-Stadion e.V.: Weser-Stadion
1934 - Übernahme durch Nationalsozialisten: Bremer Kampfbahn
1945 - Verwaltung durch US-Militärregierung: Ike-Stadion
1947 - Übergabe an Bremer Verwaltung: Weserstadion 
1990 - Gründung städtische Gesellschaft Bremer Sport- und Freizeit GmbH (BSF), fungiert als Betreiberin
2002 - Gründung Bremer Weser-Stadion GmbH, Stadt Bremen und Werder Bremen haben jeweils 50 Prozent der Anteile
2007 - Verkauf Namensrechte an regionalen Energie-Erzeuger ohne Änderung des Namens
2019 - Übernahme Namensrechte durch Immobilienkonzern: "wohninvest Weserstadion"
2025 - Bündnis vier regionaler Unternehmen als Flutlichtpartner ermöglicht Beibehaltung des traditionellen Namens Weserstadion

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