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Saturday, October 17, 2026

Ausschreitungen befürchtet: Protest in Frankreich - Minister schließt Blendgranaten-Einsatz nicht aus

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Ausschreitungen befürchtetProtest in Frankreich - Minister schließt Blendgranaten-Einsatz nicht aus

17.10.2026, 11:59 Uhr

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Ein Polizist trägt Granaten während der Schülerproteste in Frankreich bei sich: Die Polizei steht wegen ihres rabiaten Vorgehens gegen Demonstrierende in der Kritik. (Foto: picture alliance/Hans Lucas | Xose Bouzas)

In Frankreich formiert sich ein Protest gegen den Sparkurs der Regierung. Nicht nur Schüler, auch Gelbwesten gehen auf die Straße - unterdessen erwägt der Innenminister den Einsatz von Blendgranaten. Dabei könnte der heutige Tag der zündende Funke für einen neuen Flächenbrand sein.

In Frankreich wollen am heutigen Samstag erneut Zehntausende Menschen bei einem landesweiten Protesttag gegen hohe Lebenshaltungskosten und Missstände an Schulen demonstrieren. Im westfranzösischen Rennes errichteten Demonstranten bereits am frühen Morgen Blockaden aus Mülltonnen und Paletten um ein Einkaufszentrum. Allein für den Großraum Paris rechnete die Polizei mit 40.000 Protestierenden, landesweit mit weiteren 150.000. Befürchtet werden Ausschreitungen wie bei den Schülerprotesten der vergangenen Wochen - insbesondere in großen französischen Städten wird damit gerechnet.

Aus dem Umfeld von Innenminister Laurent Nuñez hieß es, Blockadeaktionen auf "wichtigen, zentralen Verkehrsachsen sowie an bedeutenden Einrichtungen" würden nicht geduldet. Bei "extrem schweren Ausschreitungen" schloss der Minister auch den Einsatz von Blendgranaten nicht aus. Dieser war nach schweren Zwischenfällen bei den Schülerprotesten ausgesetzt worden. Frankreichs Präsident Emmanuel Macron hatte am Freitag zu Besonnenheit aufgerufen. Das Recht zu demonstrieren müsse mit Respekt einhergehen - ohne zu "beleidigen" oder zu "randalieren", betonte er beim EU-Gipfel in Brüssel.

In Frankreich fordern Schüler bei Protesten seit Mitte September mehr Lehrkräfte, kleinere Klassen und eine bessere Ausstattung. Die Proteste finden vor dem Hintergrund eines Sparhaushaltes statt, den die Regierung durchs Parlament bekommen will. Das Ausmaß der heutigen Proteste, zu denen sich ehemalige Gelbwesten, Schüler, Studierende, Klimaschützer und sogar Landwirte verabredet haben, ist unter anderem wegen des Beginns der Ferien schwer abzusehen. Für den Tag sind landesweit rund 1500 Aktionen, Demonstrationen oder Blockaden auf einer eigens dafür eingerichteten Website angekündigt, darunter Kundgebungen, Versammlungen auf Kreisverkehren, Straßensperren sowie Blockaden von Bahnhöfen, Brücken, Mautstellen, Tankstellen oder Raffinerien.

Ruf nach neuer Gelbwestenbewegung

Ein Schreckgespenst für die Regierung ist dabei der Ruf nach einer neuen Gelbwestenbewegung. Die breiten Proteste an diesem Samstag könnten dafür der zündende Funke sein. Der Gelbwestenprotest hatte Frankreich zwischen November 2018 und Frühjahr 2019 in Atem gehalten und sich quasi wie ein Flächenbrand aus dem Nichts verbreitet. Auslöser war damals eine geplante Erhöhung der Steuern auf Kraftstoffe. Daraus entstand rasch eine breitere Bewegung gegen hohe Lebenshaltungskosten und soziale Ungerechtigkeit, die Macron während seiner ersten Amtszeit schwer zu schaffen machte.

Eine Parallele zwischen den damaligen Protesten und den jüngsten Demonstrationen junger Leute ist das rabiate Auftreten der Polizei - ihr wird in etlichen Fällen Gewalt vorgeworfen. Bei den Schülerdemonstrationen nahm der Protest gegen das Auftreten der Polizei zuletzt immer mehr Raum ein. Ob sich nun aber eine neue Gelbwestenbewegung formiert, ist noch völlig offen.

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