Wa-Staat in Südostasien – Das Goldene Dreieck – ein Reich der Metamphetamine

Es gibt einen Staat, der auf keiner offiziellen Karte zu finden ist, der aber über eine eigene Armee und eine eigene Regierung verfügt – und in einem ganz bestimmten Sektor tätig ist. In der Bergregion zwischen Thailand, Laos und Myanmar, entlang des Mekong-Flusses, erstreckt sich das «Goldene Dreieck».
Jahrzehntelang war es eines der wichtigsten Zentren der weltweiten Heroinproduktion. In dieser Zone liegt der Wa-Staat, ein «Staat im Staat», innerhalb Myanmars. Die Berge eignen sich nicht für Landwirtschaft – aber umso mehr für den Anbau von Schlafmohn.
Doch warum wurde in Wa eine eigene Armee geschaffen, und warum hat es sich wie ein Staat innerhalb des Staates organisiert? Bei den Wa handelt es sich um eine ethnische Minderheit, die innerhalb des Shan-Staats lebt – einer von Myanmar offiziell anerkannten Verwaltungseinheit. In einer Zone davon befindet sich dieser Wa-Staat. Mit strenger, quasi-staatlicher Organisation.
Von der CIA gefördert
Zwischen den 60er und 80er Jahren des letzten Jahrhunderts beherrschte eine Gruppe das Gebiet, die vom US-Geheimdienst CIA und Mitgliedern der Kuomintang – einer konservativen taiwanesischen Partei – gegründet worden war. «Zuerst wurden ihnen Waffen zur Verfügung gestellt, später sorgte die CIA dafür, dass sie nicht verhaftet wurden», erklärt Patrick Winn gegenüber dem Radio und Fernsehen der Italienischen Schweiz (RSI). Winn ist ein Journalist aus den USA, der sich auf den Drogenhandel im Wa-Staat spezialisiert hat.
Doch warum hat die CIA diese Gruppierung unterstützt? «Nicht weil sie Heroin und Opium liebte, sondern weil diese Gruppe antikommunistisch war und die CIA in jener Zeit generell fast jede Gruppe unterstützte, die gegen den Kommunismus war», erläutert Winn. Diese Unterstützung gab den Anstoss für die Drogenwirtschaft im industriellen Stil.
Laut Daten des Büros der Vereinten Nationen für Drogen- und Verbrechensbekämpfung (UNODC), ist die Drogenwirtschaft in Südostasien rund 71.7 Milliarden Dollar wert. Davon stammen 61.4 Milliarden Dollar aus dem Metamphetamin-Handel und 10.3 Milliarden aus dem Heroinhandel. Zum Vergleich: Das BIP von Myanmar betrug 2022 69.2 Milliarden Dollar.
Im Laufe der Jahre ging die Herrschaft im Gebiet schliesslich an die United Wa State Army (Uwsa) über. Sie begünstigte den Übergang von Heroin zu Methamphetamin.
«Die schlausten Narcos sind bereits auf synthetische Substanzen umgestiegen», betont Winn. «Sie sind viel einfacher zu transportieren, und man muss sich weniger Sorgen machen, überwacht zu werden.» Denn sie werden nicht auf offenen Feldern angebaut, sondern vollständig in Labors hergestellt.
«Die Uwsa war die erste grosse Drogenhandelsorganisation, die vollständig auf Synthetik umstieg», führt Winn weiter aus. Derzeit sei Methamphetamin die am weitesten verbreitete Droge in Asien und verkaufe sich «sehr gut».
Die Uwsa hat während Jahrzehnten einen eigenen Staat finanziert, mit rund 600’000 Einwohnerinnen und Einwohnern. Schulen, Spitäler, Waffen wurden von ihr bezahlt.
Die Gefahr, im Wa-Staat bei der Drogenproduktion entdeckt zu werden, ist im Vergleich zu anderen Gebieten der Welt sehr gering. «Hier haben die Lokalbehörden der Drogenproduktion als Wirtschaftssäule zugestimmt», sagt Patrick Finn.
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