Neue Vorwürfe - na und?: Gianni Infantino plant vor heiklem Treffen den nächsten Coup

Gianni Infantino plant vor heiklem Treffen den nächsten Coup
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14.10.2026 | 12:13 Uhr
Beim FIFA-Council kommt es im tobenden Machtkampf zum ersten persönlichen Showdown zwischen Gianni Infantino und seinen Gegnern. Heikle Themen stehen auf der Agenda.
Allein die Tagesordnung verspricht reichlich Brisanz. Der geheime Investorendeal, der umstrittene Friedenspreis, der aufsehenerregende Balogun-Skandal - und als wäre das nicht schon genug, werfen Berichte über ein meist leeres FIFA-Büro im Trump-Tower und ein angeblich verschwiegenes Gehalt für Weltverbandsboss Gianni Infantino neue Fragen auf.
Es mangelt nicht an heiklen Themen, mit denen die Anti-Infantino-Allianz um den DFB-Chef Bernd Neuendorf den mit Geldscheinen wedelnden FIFA-Boss konfrontieren will. Es gebe "verschiedene Punkte", die man bei der Council-Sitzung am Donnerstag vorstellen werde, kündigte Neuendorf zwar recht nüchtern an. Doch der erste Showdown zwischen Infantino und der UEFA-Opposition seit der geplatzten Investorenidee steht ganz im Zeichen des erbitterten Machtkampfes.
Milliarden-Clou von Infantino?
Für Neuendorf und seine europäischen Mitstreiter im Council geht es in Zürich darum, den Druck auf den Schweizer hochzuhalten, der unter anderem durch die norwegische Ethikbeschwerde sowie die Vorbereitung einer Strafanzeige gegen Infantino erzeugt wurde. Immer weniger deutet jedoch darauf hin, dass der FIFA-Präsident die Aufarbeitung der jüngsten Skandale mitsamt der Vorstellung des in der vergangenen Woche ausgearbeiteten "Reformpakets" der Europäer einfach über sich ergehen lassen wird.
Der 56-Jährige, der nach der WM beinahe zu Fall gebracht worden wäre, sitzt längst wieder sicherer im Sattel - und lockt vor dem Schlagabtausch ganz unverhohlen mit Milliarden. Wie "The Athletic" berichtete, wird erwartet, dass Infantino einen Vorschlag vorlegen werde, der vorsieht, zwischen 2027 und 2030 über sechs Milliarden US-Dollar an sogenannten Fördermitteln an die Mitgliedsverbände auszuzahlen - und damit mehr als doppelt so viel wie bisher. Dafür greife die FIFA nach dem wirtschaftlichen Erfolg der WM 2026 auf ihre üppigen Finanzreserven zurück.
Geld als ewiges Machtinstrument
Schon im September hatte Infantino mehr Geld in Aussicht gestellt sowie Reformbereitschaft signalisiert - und seinen Gegnern damit Angriffsfläche genommen. In der Vorwoche forderte die UEFA eine zusätzliche Ausschüttung von mindestens zehn Millionen US-Dollar für jedes Mitgliedsland aus den Reserven der FIFA. Damit serviere man Infantino "die Chance, seine Wiederwahl zu festigen, auf dem Silbertablett", kritisierte ein Insider gegenüber der Nachrichtenagentur AFP. In seinen über zehn Jahren an der FIFA-Spitze diente Infantino das Geld des Weltverbandes schließlich stets als Machtinstrument.
So auch jetzt. Und der Widerstand bröckelt. Die UEFA und die CONCACAF forcieren vor der Wahl im März 2027 weiter den Sturz des Alleinherrschers. Die asiatische Konföderation AFC hatte sich dem FIFA-Chef zuletzt wieder angenähert, Afrika und Südamerika stehen ohnehin auf Infantinos Seite.
Ein Gegenkandidat ist nicht in Sicht, obwohl die UEFA nach ihrem Berlin-Gipfel Zuversicht versprühte und neue Namen kursieren - etwa Arsène Wenger, früherer Erfolgstrainer und inzwischen FIFA-Direktor, oder Michele Kang, milliardenschwere Investorin im Frauenfußball. Am 18. November endet die Nominierungsfrist, und bekannt sind bislang nur die Kriterien der UEFA für eine möglichst mehrheitsfähige Alternative.
Neuendorf forderte indes "ganz klare Veränderungen, die der FIFA zu einer wirklich demokratischen Struktur verhelfen". Es reiche aber nicht aus, betonte er, "nur Reformen anzustoßen. Wir brauchen auch eine neue Führung." Am Donnerstag kann er das Infantino ins Gesicht sagen.
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