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Monday, October 19, 2026

Bei Weiche Flensburg wird der "verrückte" Moment gelebt

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Der SC Weiche Flensburg schüttelte durch ein 3:0 seinen bis dato schärfsten Verfolger ab. An die Aufstiegsspiele zur 3. Liga will der Tabellenführer der Regionalliga Nord aber nicht denken. Der Blick auf die Tabelle nichts weiter als eine "Momentaufnahme".

Der SC Weiche Flensburg durfte sich über einen verdienten wie deutlichen Erfolg im Spitzenspiel freuen.

Der SC Weiche Flensburg durfte sich über einen verdienten wie deutlichen Erfolg im Spitzenspiel freuen. IMAGO/Lobeca

Man habe gelitten, befand Erolind Krasniqi. Man sah es dem 26-jährigen Unterschiedsspieler des SC Weiche Flensburg 08 nicht an. 3:0 gegen die SV Drochtersen/Assel gewonnen, den elften Sieg im 14. Spiel gefeiert, die Tabellenführung ausgebaut - wie geht das?

"Wir sind ein richtig eingeschworenes Team", befand Krasniqi, der seine persönliche Bilanz mit einem Tor und einer Vorlage ein weiteres Mal aufbesserte. Die ganze Mannschaft habe geschlossen sehr gut verteidigt und in den richtigen Momenten die Tore gemacht. Man freue sich über die Tabellenführung, klar. Aber: "Das ist eine Momentaufnahme. Dafür kannst du dir nichts kaufen am 14. Spieltag." Der Erfolg sei das Resultat harter Arbeit.

Schon klar. Aber träumt man rund um das Manfred-Werner-Stadion nicht von mehr - vom Titel oder gar vom Aufstieg in die 3. Liga? Wer denn aktuell die Tabelle der Regionalliga Bayern anführe, wurde der Spielmacher gefragt. "Weiß ich nicht. Ich bin überfragt", antwortete Krasniqi. Mitspieler Ole Wagner vermutete Unterhaching, einer der 1540 Besucher im Manfred-Werner-Stadion tippte auf 1860 München. Nur Hans-Ludwig ("Haddy") Suhr, der Ehrenvorsitzende des SC Weiche 08, wusste es: Aktuell wäre der FC Memmingen Gegner in der Relegation.

Doch das ist kein Thema in Flensburg. Den Moment genießen, die Welle reiten, sich auf das nächste Spiel vorbereiten - so ist der Tenor. Trainer Tim Wulff wurde vor der Pressekonferenz mit lauten "Wulff, Wulff, Wulff!"-Rufen gefeiert. Das prallte am Coach ab, er lobte lieber seine Mannschaft: "Ich habe eine Truppe auf dem Platz, die jung ist, die so viel Gas gibt, so viel Leidenschaft an den Tag legt. Da ist man als Trainer einfach nur stolz."

Mental stark

In den ersten 20 Minuten war Drochtersen/Assel besser und hätte in Führung gehen können. Von einem "gebrauchten Tag" für seine Mannschaft sprach Gästecoach Oliver Ioannou. Man habe besonders in der ersten Halbzeit eigentlich nicht viel falsch gemacht. Allerdings sei man dreimal unaufmerksam gewesen: beim Pfostenschuss von Marcel Cornils in der 23. Minute, beim Führungstreffer des Routiniers zehn Minuten später, und beim Freistoßtor von Krasniqi weitere zehn Minuten später. "Wir kommen relativ schwer ins Spiel. Aber das ist auch eine Frage der Mentalität, dass wir uns da keinen fangen", analysierte Abwehrspieler Ole Wagner.

Der 21-Jährige hatte kurz vor dem Pfostenschuss von Cornils gegen Christopher Schepp auf der Linie geklärt. Das erwähnte er nicht, adelte stattdessen Torhüter Ronny Seibt: "Wir haben natürlich auch einen klasse Keeper hinten drin, der uns Woche für Woche da echt was weghält."

Drochtersen/Assel versuchte auch nach dem Wechsel, dem Spitzenspiel noch eine Wende zu geben. Doch Weiche 08 mit dem guten Seibt und dem perfekt harmonierenden Innenverteidiger-Duo Tanyel Eckstein und Kevin Ntika (um nur einige zu nennen), ließ kaum etwas zu. Und offensiv geht beim Tabellenführer immer etwas. Ibrahim Bashiru Ali machte kurz vor Spielende mit dem 3:0 den Deckel darauf. "Verrückt", entfuhr es Flensburgs Geschäftsführer Harald Uhr, als er nach dem neuerlichen Fußball-Fest an der Förde die Tabelle studierte. Besonders die Tordifferenz von plus 29 hatte es ihm angetan. Richtig leiden müssen eben momentan nur die Gegner des Spitzenreiters.

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