Prime-Tower-Migrolino scannt dein Gesicht beim Alkoholkauf mit KI

- Migrolino setzt in seiner Filiale beim Prime Tower in Zürich neu auf KI zur Alterskontrolle beim Alkoholkauf.
- Die Software analysiert Gesichtsmerkmale am Self-Check-out und schätzt das Alter innerhalb weniger Sekunden.
- Kunden können weiterhin zwischen KI-Kontrolle und Kontrolle durch einen Mitarbeitenden wählen.
Wer im Migrolino beim Prime Tower in Zürich Bier, Wein oder Spirituosen am Self-Check-out kauft, kann sein Alter neu von einer KI prüfen lassen. Der Detailhändler setzt bei der Alterskontrolle neu auf künstliche Intelligenz. Das berichtet die «Bilanz».
Das Prinzip ist simpel: Beim Bezahlen öffnet sich ein Live-Kamerafenster. Die Software analysiert Merkmale des Gesichts und schätzt daraus das Alter der Kundin oder des Kunden. Innerhalb weniger Sekunden liegt dann die Altersschätzung vor.
Keine neue Idee in der Schweiz
Bereits im vergangenen Jahr berichtete 20 Minuten über eine ähnliche Technologie, die unter anderem in Top-Shop-Tankstellenshops eingesetzt wird. Damals machte die Redaktion selbst den Test – mit teils überraschenden Ergebnissen. Ohne Verkleidung hielt das System einen volljährigen Tester zweimal für zu jung.
Mit einem einfachen Aufklebe-Bart gab es dagegen zweimal grünes Licht. Die damals getestete Technologie war allerdings lediglich als Unterstützung für das Verkaufspersonal gedacht und nicht als Ersatz für die Ausweiskontrolle.
Migrolino will System ausrollen
Bei Migrolino ist die Altersprüfung direkt in den Self-Check-out eingebunden. Zum Einsatz kommt sie in einer neuen Filiale beim Prime Tower in Zürich, die vor rund zwei Monaten an einem ehemaligen Coop-Pronto-Standort eröffnet wurde.
Migrolino will die Technologie laut «Bilanz» nun im Zuge der Einführung neuer Self-Check-out-Kassen weiter ausrollen. Die bisherigen Erfahrungen seien positiv, sagt ein Sprecher gegenüber dem Wirtschaftsmagazin. Das System soll Wartezeiten verkürzen und gleichzeitig die Mitarbeitenden entlasten.
Was hältst du davon, dass beim Alkoholkauf eine KI dein Alter prüft?
Wer sein Gesicht nicht von einer KI analysieren lassen möchte, soll dies aber auch nicht müssen. Kundinnen und Kunden könnten weiterhin wählen, ob die Alterskontrolle durch die Software oder durch einen Mitarbeitenden erfolgt.
Was passiert mit den Gesichtsdaten?
Migrolino versichert beim Datenschutz, dass weder Bilder gespeichert noch weitergegeben würden. Die Analyse erfolge anonym und in Echtzeit.
Beim Eidgenössischen Datenschutz- und Öffentlichkeitsbeauftragten heisst es, eine solche KI-Analyse könne datenschutzkonform erfolgen, sofern keine Daten gespeichert würden und keine Verbindung zu einem Netzwerk bestehe. Die konkrete Migrolino-Anwendung habe man allerdings nicht geprüft.

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