«Habe grosse Fragezeichen bei Céline Amaudruz»

- Im Dezember wählt das Parlament die Nachfolge von Bundesrat Guy Parmelin, die Kandidatensuche läuft bereits.
- Als erste offizielle Kandidatin steht SVP-Vizepräsidentin Céline Amaudruz fest, die SVP will weitere Namen für mindestens ein Zweierticket finden.
- Meyer (SP) kritisiert die Kandidatin, Gysin (Grüne) will den Sitz in der Romandie behalten.
In der SRF-«Arena» vom Freitagabend debattierten die Parteispitzen über die Bundesratsnachfolge und das anstehende Wahljahr. Am selben Tag erschien das Wahlbarometer von Sotomo im Auftrag der SRG. Manuel Strupler, Mitglied des SVP-Parteileitungsausschusses, zeigt sich erfreut über den Zuwachs bei seiner Partei. «Die Umfrage zeigt ganz klar, dass die Schweiz genug hat vom Asylchaos, von der Bürokratie und sie will die Unterwerfung vor der EU nicht.»
Auf der linken Parteiseite konnte die SP um einen Prozentpunkt zulegen. FDP und die Mitte jedoch müssen einen bzw. 1,5 Prozentpunkte einbüssen.
Bundesrat: Das Kandidatenkarussell
Am Donnerstagmorgen wurde die erste offizielle Bundesratskandidatur für die Nachfolge des abtretenden Guy Parmelin bekannt gegeben. «Céline Amaudruz ist eine sehr gute Kandidatin. Sie ist keinesfalls ein Leichtgewicht in unserer Partei», sagt Parteikollege Manuel Strupler dazu. Man werde aber sicher noch weitere Kandidaten finden, um dann ein gutes Ticket präsentieren zu können. Auch die Grünen-Fraktionspräsidentin Greta Gysin begrüsst die Kandidatur. Der Sitz müsse in der Romandie bleiben, um weiterhin einen Vertreter für diesen Landesteil zu haben.
Anders sieht das SP-Co-Präsidentin Mattea Meyer. Sie habe «grosse Fragezeichen» bei der SVP-Vizepräsidentin. Meyer kritisiert vor allem die Hellebarden-Aktion der SVP vom September vergangenen Jahres. «Die Gefahr kommt aus dem Bundeshaus. Die linken und heimatmüden Politiker wollen die Schweiz der EU unterwerfen», skandierte die SVP-Parteispitze damals auf dem Bundesplatz. «So kann man nicht glaubwürdig in einer Landesregierung einsitzen», meint Meyer.
Grüne im Bundesrat?
Gysin plädiert zudem für einen Bundesratssitz für die Grünen. Den Wählerzahlen nach habe man Anrecht darauf. Spätestens nach dem Hitzesommer sollte nun allen bewusst sein, dass Klimapolitik dringend nötig sei, so Gysin.
Ein Zusammenschluss der Grünen und der GLP würde dazu führen, dass die Partei drittstärkste Kraft ist. Doch GLP-Vizepräsident Patrick Hässig hält wenig von diesem Vorschlag: «Bei den Grünen kann man sich nie ganz sicher sein, ob sie zum Beispiel dabei helfen, Solaranlagen im alpinen Raum auszubauen. Wo wir volle Fahrt geben, wird bei den Grünen gebremst.»
Justin Arber (jar), Jahrgang 1999, arbeitet seit 2022 als Redaktor am Newsdesk. Zeitweise übernimmt er da die Schichtleitung im Früh- und Spätdienst.
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