Das ARD-Sommerinterview mit Bundeskanzler und CDU-Chef Merz im Faktencheck
Faktenfinder
Bundeskanzler und CDU-Vorsitzender Das Interview mit Merz im Faktencheck
Stand: 30.08.2026 • 19:23 Uhr
Der Bundeskanzler und CDU-Vorsitzende Merz war im ARD-Sommerinterview zu Gast. Beim Thema Schuldenquote waren seine Aussagen mindestens irreführend. Die Aussagen von Merz im Faktencheck.
Von Rayna Breuer, Deutsche Welle, Katharina Bews, NDR, Gernot Ludwig, Anna Mauz, Frederik Merx, Charlotte Schöllhorn, SWR, Joachim Diehl, Steffen König, Sabrina Ladenburger, WDR, Karin König, Carla Reveland und Pascal Siggelkow, ARD-faktenfinder
Beim ARD-Sommerinterview und den anschließenden Fragen aus der Community mit dem Bundeskanzler und CDU-Vorsitzenden Friedrich Merz ging es unter anderem um die schwächelnde Wirtschaft und die Energiepolitik.
Da es während eines solchen Gesprächs nicht immer möglich ist, falsche oder irreführende Behauptungen sofort zu korrigieren, werden hier einige Aussagen von Merz noch einmal genauer beleuchtet. Da dieser Faktencheck gleichzeitig zum Live-Interview entsteht, wird dieser laufend aktualisiert.
Aussage zur Schuldenquote irreführend
Merz verteidigte im Sommerinterview die hohen Verteidigungsausgaben Deutschlands mit einem Hinweis auf die geringen Schulden der Bundesrepublik im internationalen Vergleich. "Wir sind damit immer noch eines der am wenigsten verschuldeten Länder Europas", sagte Merz. Und weiter: "Wir sind immer noch ein Land, das mit Abstand das beste Rating aller europäischen Länder hat." Doch da ist Kontext wichtig.
Deutschland hatte laut Bundesfinanzministerium im Jahr 2025 eine Schuldenquote von 63,5 Prozent seines Bruttoinlandsprodukts. Länder wie zum Beispiel Irland, Dänemark, Schweden, Kroatien oder Polen hatten demnach eine geringere Schuldenquote als Deutschland. Hervorzuheben vor allem die Niederlande, die auch zur Top 5 der Wirtschaftsnationen der EU zählen.
Irreführend ist die Aussage vom "mit Abstand" bestem Rating der europäischen Länder. Tatsächlich attestieren Agenturen wie Fitch, Standard&Poors und Moody’s der Bundesrepublik allesamt das Top-Rating AAA. Doch dies gilt auch für andere EU-Staaten wie Luxemburg oder die Niederlande. Deutschland gehört also zur Spitzengruppe bei den Finanzratings - von "Abstand" kann hier keine Rede sein.
Mitarbeit: Caspar Armster, Klaus Jansen, André Müller, Stephan Strobel, Benjamin Wassen
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