Statement vom SFV – Verband räumt ein: Gelb gegen Fernandes wäre korrekt gewesen

Die rote Karte gegen Edimilson Fernandes beim 2:0-Sieg von YB über St. Gallen vom Samstagabend hallt nach. Für Experten und Spieler war es sofort ein Fehlentscheid. Nun hat auch der Verband reagiert. Denn seit dieser Saison führt der Schweizerische Fussballverband das Gefäss «Ref's Insights». Darin analysiert das Ressort Spitzenschiedsrichter im Nachgang kritische Spielszenen des Spieltags. Gegenüber SRF heisst es nach der Analyse am Sonntagabend:
Der Spieler #6 von YB geht in den Zweikampf. Er spielt zwar den Ball, trifft den Gegenspieler #16 von SG jedoch anschliessend mit dem nachziehenden Bein (trailing leg). Da der Fuss des Gegenspielers nicht am Boden blockiert ist, ist die Intensität nicht ausreichend für ein Vergehen mit übermässiger Härte (kein ausschlusswürdiges Vergehen). Korrekter Entscheid: direkter Freistoss und Gelbe Karte.
Das bedeutet: Schiedsrichter Lukas Fähndrich hat die falsche Entscheidung getroffen, obwohl er sich die Szene nach Intervention vom VAR noch einmal angeschaut hatte. Die erste Entscheidung Fähndrichs, Fernandes mit der gelben Karte zu verwarnen, wäre korrekt gewesen.
Wie lange wird Fernandes gesperrt?
Was diese Einschätzungen für Auswirkungen auf die Sperre und die Dauer hat, bleibt abzuwarten. Bleibt die Swiss Football League in Bezug auf das Strafmass konsequent, muss sich der 30-jährige Mittelfeldakteur auf eine Sperre von 4 Spielen einstellen – weil es bereits sein zweiter direkter Platzverweis der Saison ist. Mit einer solchen Sperre musste sich in den letzten Wochen auch schon Thuns Captain Marco Bürki abfinden. Sions Fodé Sylla dagegen musste nach seinem zweiten Platzverweis nur 2 Spiele aussetzen.
Auch der Gefoulte fand es zu hart
Der Rot-Entscheid hatte die Berner fassungslos zurückgelassen, auch die St. Galler Spieler konnten ihn nicht nachvollziehen. Selbst der gefoulte Görtler hätte eine Verwarnung als ausreichend empfunden: «Für mich hat es sich angefühlt, als fällt er mir unglücklich hinten aufs Sprunggelenk. Ich knicke um, und es tut richtig weh. Aber ich hatte nicht das Gefühl, dass es irgendwie absichtlich war. Ich hätte es okay gefunden, wenn es Gelb gewesen wäre.»
YB-Verteidiger Cédric Zesiger meinte: «Edimilson spielt ganz klar den Ball. Für mich ist es eine mega, mega harte rote Karte.» So diskutabel die zweite rote Karte der Saison am Samstag war, Fernandes' Sündenregister belegt, dass der 34-fache Schweizer Internationale den Bogen schon einige Male überspannt hat. Zum 3. Mal schon seit dem Transfer zu den Young Boys im Sommer 2025 sah Fernandes direkt Rot.
KioskNews shows a cleaned-up reading view extracted from the publisher’s page — the original always lives on their site, not ours.