Smart #2 vorgestellt: Der Zweisitzer für die Stadt ist zurück
Lange Zeit stand Smart für winzige Stadtautos, selbst ein Forfour mit seinen vier Sitzen brachte es auf gerade einmal rund 3,5 Meter. Der Einstieg von Geely änderte das. Erst kamen neue, viel größere Modelle ohne echten Bezug zum Kern der Marke auf den Markt – dann endete im Frühjahr 2024 die Produktion des berühmten Zweisitzers. Jetzt kehrt Smart zu den Ursprüngen zurück. Auf dem Pariser Autosalon hat der Hersteller der Smart #2 vorgestellt, der das Ur-Konzept wieder aufgreift.
Wie schon bei den verschiedenen Varianten des Smart Fortwo gibt es lediglich zwei Sitze und eine kurze Karosserie. Die ist mit 2,75 m zwar länger als die Vorgänger, geht aber immer noch als äußerst kurz durch. Was geblieben ist: Von Bordstein zu Bordstein reichen nach wie vor knapp sieben Meter für ein Wendemanöver aus.
Smart #2 außen (4 Bilder)

Smart
)Das Äußere erinnert an den 2024 eingestellten Smart EQ Fortwo (Test), allerdings in einer modernisierten Variante – wie bereits mit dem Concept #2 im April 2026 angedeutet. Es bleibt also bei einer kurzen Haube sowie knappen Überhängen vorn und hinten. Die Kofferraumklappe ist wieder zweigeteilt, dahinter stehen 305 Liter Volumen zur Verfügung – mehr als bei den Vorgängern. Ein optisches Detail hat Smart allerdings gestrichen: Die sogenannte Tridion-Sicherheitszelle ist außen nun nicht mehr angedeutet. Stattdessen gibt es eine Zweifarblackierung.
Immer 60 kW und 35,8 kWh
Beibehalten hat Smart den rein elektrischen Antrieb. Der Motor sitzt an der Hinterachse und leistet 60 kW. Von 0 bis 100 km/h vergehen im Idealfall 11,6 Sekunden, die Höchstgeschwindigkeit gibt der Hersteller mit 140 km/h an. Den notwendigen Strom liefert eine 35,8 kWh große LFP-Batterie. Dabei dürfte es sich um die Brutto-Kapazität handeln. Denn die maximale DC-Ladeleistung gibt Smart mit 65 kW an und der Sprung von 10 auf 80 Prozent soll im besten Fall rund 20 Minuten dauern.
In dieser Zeit können allerdings selbst bei dauerhaft voller Leistung nur rund 21 kWh fließen – was gleichbedeutend mit etwa 31 kWh Netto-Kapazität wäre. Sollten die 35,8 kWh der Nettowert sein, geht die Rechnung von Smart nicht auf. Denn dann müssten für 25 kWh, was 70 Prozent entspricht, die in 20 Minuten nachgeladen werden, mindestens 75 kW im Schnitt anliegen. Hinzu kämen noch die Ladeverluste. An AC-Ladern wie der heimischen Wallbox akzeptiert der #2 maximal 11 kW, im Fall der Basisvariante nur 7,4 kW. Den WLTP-Verbrauch beziffert Smart auf 13,4 kWh, die WLTP-Reichweite mit voller Batterie auf 290 km.
Im Innenraum setzt Smart wie auch beim #1 (Test), #3 (Test) und #5 (Test) auf zwei Displays und weicht damit vom Konzept des Fortwo ab. Hinter dem Lenkrad liefert eine 8,8 Zoll große Anzeige alle fahrrelevanten Daten, das Infotainmentsystem nutzt ein 10,1 Zoll großes Display. Echte Tasten gibt es nur wenige, etwa für die wichtigsten Lüftungsfunktionen.
Das Bedienkonzept des #2 stimmt im Wesentlichen mit dem der größeren Smart-Modelle überein – echte Tasten gibt es also nur wenige.
(Bild: Smart)
Paket-Politik
Ebenfalls von den größeren Modellen übernimmt der #2 die Ausstattungsphilosophie. Käufer können abseits von wenigen Einzelpunkten wie etwa der Außenfarbe nur zwischen festen Ausstattungspaketen wählen. Bereits in der Basisversion (Pure, 19.990 Euro) sind bidirektionales Laden (Vehicle to Load, V2L), Totwinkelwarner, Rückfahrkamera, LED-Scheinwerfer und adaptiver Tempomat dabei. Weitere Assistenzsysteme und eine Sitzheizung für den Fahrerplatz gibt es ab Pure+ (20.990 Euro), das Paket Premium (24.490 Euro) erweitert dann unter anderem um ein Panoramadach, Kunstledersitze, Sitzheizung für den Beifahrer, beheizbares Lenkrad und mehr Lautsprecher. Das Topmodell Couture Edition (25.690 Euro) bietet abweichende Felgen, eine zusätzliche Farboption und weitere Design-Änderungen – ist allerdings limitiert.
Kunstledersitze gibt es im Smart #2 ab der Ausstattungsstufe Premium, dicht zusammenrücken müssen Fahrer und Beifahrer aber in allen Varianten.
(Bild: Smart)
Bestellungen nimmt Smart ab dem 13. Oktober entgegen. Bis zur Auslieferung soll aber noch etwas Zeit vergehen. Denn die soll im besten Fall Ende des zweiten Quartals 2027 starten. Bis dahin dürften auch die Details der bereits in Aussicht gestellten Brabus-Variante bekannt sein.
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