Touristin entdeckt Schweizer Laden – und kommt ins Staunen

- Im Bergdorf Gimmelwald im Berner Oberland betreibt David Waterhouse einen Laden ganz ohne Kasse und Personal.
- Kundinnen und Kunden bedienen sich selbst und hinterlassen den Preis für ihre Waren – unkontrolliert.
- Ein Instagram-Video einer Content-Creatorin sorgt nun in Indien für Aufmerksamkeit.
Kein Verkaufspersonal, keine Kasse und niemand, der kontrolliert, ob die Kundschaft tatsächlich bezahlt: Im Berner Oberländer Bergdorf Gimmelwald funktioniert ein kleiner Laden ausschliesslich auf Vertrauensbasis. Der Honesty Shop sorgt nun auch international für Aufmerksamkeit.
Das Prinzip ist denkbar einfach. Kundinnen und Kunden suchen sich aus, was sie kaufen möchten, schauen auf den Preis und hinterlassen das entsprechende Geld. Kontrolliert wird die Zahlung von niemandem. Im Sortiment finden sich unter anderem Süssigkeiten, handgefertigte Waren, Kleidung, Antiquitäten und Souvenirs.
Touristin staunt über Schweizer Vertrauenssystem
Auf den Laden aufmerksam geworden ist nun eine indische Reise-Content-Creatorin, wie NDTV India berichtet. Sie teilte ein Video davon auf Instagram und zeigte sich vom Vertrauen beeindruckt, auf dem das Geschäft basiert.
Sinngemäss schreibt sie zu ihrem Besuch, Ehrlichkeit sei hier das einzige Sicherheitssystem. Es gebe weder eine Kassiererin noch jemanden, der die Kundschaft beobachte. Man nehme, was man brauche, und bezahle selbstständig. Für sie sei dieses Erlebnis sogar einprägsamer gewesen als manch berühmte Touristenattraktion.
Dorfladen war rund zehn Jahre geschlossen
Hinter dem ungewöhnlichen Konzept steckt David Waterhouse. Als er die rund 100 Jahre alte Pension Gimmelwald kaufte, gehörte auch der frühere Dorfladen zum Gebäude. Dieser war zu diesem Zeitpunkt bereits seit rund zehn Jahren geschlossen. Waterhouse wollte ihn wiederbeleben.
Weil es sich für ihn nicht lohnte, ständig Personal im Laden einzusetzen, entschied er sich für das Selbstbedienungsmodell ohne Verkäufer. Die Inspiration dafür brachte Waterhouse aus seiner Zeit in der Landwirtschaft im englischen Cornwall mit. Dort stellen Bauern Obst und Gemüse vor ihre Häuser und legen eine Kasse bereit, in die Käufer das Geld selbstständig einwerfen. Das Prinzip ist auch in der Schweiz bekannt, zum Beispiel in Hofläden.
Wie stehst du zu einem Laden, in dem niemand kontrolliert, ob du bezahlst?
Konzept funktioniert bis heute
Waterhouse übertrug dieses Prinzip nun also auf seinen Laden in Gimmelwald. Das System funktioniere gut und habe den Honesty Shop inzwischen selbst zu einer kleinen Sehenswürdigkeit für Besucher des Bergdorfs gemacht.
Damit basiert das gesamte Geschäft auf einer simplen Voraussetzung: Die Kundinnen und Kunden müssen ehrlich sein und für das bezahlen, was sie mitnehmen.
Jonas Bucher ist Blattmacher und stellvertretender Co-Leiter des Newsdesks bei 20 Minuten. Er ist seit 25 Jahren in der Medienbranche tätig und 20 Minuten stets treu geblieben.
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