Google schränkt Gemini-Zugriff für AI-Plus-Kunden ein
Nachdem Google bereits im Mai die Nutzungslimits für seine Gemini-Modelle angepasst hat, erfolgt nun der nächste Schritt: Kundinnen und Kunden des AI-Plus-Tarifs haben künftig keinen Zugriff auf die Gemini-Pro-Modelle. Für Nutzerinnen und Nutzer ohne Abo wird der Zugriff noch weiter reduziert.
Kein AI Pro, kein Gemini Pro
Die neuen Einschränkungen der Gemini-Nutzung kommuniziert Google in einem Support-Dokument: Demzufolge können Nutzerinnen und Nutzer der Gemini-App ohne Google-AI-Abonnement ab dem 9. Oktober nur noch auf Flash-Lite-Modelle zugreifen. Kundinnen und Kunden, die ab 4,99 Euro im Monat für den Tarif AI Plus zahlen, stehen nur noch die KI-Modelle Flash-Lite und Flash zur Verfügung, während ihnen das bisher nutzbare Modell Pro verwehrt bleibt. Betroffene AI-Plus-Kunden sollen in einer E-Mail darüber informiert werden, wann diese Änderungen für sie in Kraft treten.
Möchte man weiterhin das stärkere Pro-Modell verwenden, müsse man auf den Tarif AI Pro upgraden, der mit 21,99 Euro im Monat zu Buche schlägt. Wer noch höhere Anforderungen an die KI-Leistung hat, kann AI Ultra ab 99,99 Euro im Monat buchen. Bei den beiden teureren Tarifen steht zusätzlich die Option Deep Think für Googles maximales paralleles Reasoning zur Verfügung.
Google schränkt die Nutzung seiner Gemini-Modelle ein.
(Bild: Google)
Google schreibt weiter, dass Nutzerinnen und Nutzer für jedes verfügbare Modell den Aufwandsgrad auswählen können: „niedrig“, „mittel“ oder „hoch“. Dadurch werde die Fähigkeit des Modells, Aufgaben zu erledigen und ausführlichere Antworten auf Anfragen zu geben, verbessert, jedoch werde dabei auch ein größerer Teil des Kontingents verbraucht.
Prepaid-Gemini-Limits?
Ob sich die Kontingente bei Bedarf nachbuchen lassen, verrät Google in seinem Dokument nicht. Auf seiner Gemini-Webseite nennt Google allerdings KI-Guthaben, mit denen sich die Nutzungslimits von AI Pro und Ultra erweitern lassen. Ob Google darüber irgendwann auch den Zugriff auf Pro-Modelle in kleineren Tarifen freischalten wird, bleibt offen. Zudem testet das Unternehmen im Play Store bereits Abomodelle. Die Abonnementlandschaft entwickle sich rasant weiter, „insbesondere durch den Aufschwung generativer KI und immer ausgefeilterer App-Erlebnisse“, schreibt das Unternehmen in einer Ankündigung. Mit den neuen Nutzungsmodellen können Entwickler oder App-Anbieter flexiblere Abomodelle verwenden – Google freilich auch.
Mit den neuen Abomodellen sollen Anbieter in der Lage sein, „effektiv Umsatz zu generieren und gleichzeitig den LTV (Customer Lifetime Value) wiederkehrender Käufe zu steigern“. Eines der neuen Modelle ist eine „Prepaid-Abrechnung nach Verbrauch“, mit der User ihr Guthaben automatisch aufladen können, sobald es unter einen festgelegten Schwellenwert fällt. Für Gemini wäre so etwas auch denkbar. Eine Übersicht über die Nutzungslimits der gebuchten KI-Abos bietet Google bereits seit einer Weile an.
Dass Google die Nutzung seiner stärkeren Gemini-Modelle eingrenzt, dürfte wenig überraschen, schließlich kostet der Betrieb der KI-Rechenzentren eine Menge Geld. Das gilt umso mehr, da Google zumindest laut einer Mitteilung von Anfang des Jahres keine Werbung in die Gemini-Ergebnisse integrieren will, während ChatGPT seit einer Weile Werbung anzeigt.
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