Sterblichkeitsrate steigt: DR Kongo meldet deutlich mehr Ebola-Fälle

Sterblichkeitsrate steigtDR Kongo meldet deutlich mehr Ebola-Fälle
17.08.2026, 02:08 Uhr
In der Demokratischen Republik Kongo steigt die Zahl der bestätigten Ebola-Infektionen an. Obwohl das Virus laut Experten nicht zwingend tödlicher geworden sei, erschweren die oft schlecht medizinische Versorgung die Eindämmung der Epidemie.
Der aktuelle Ebola-Ausbruch in der Demokratischen Republik Kongo ist der tödlichste in der Geschichte des Landes. Bislang seien mindestens 2325 Menschen an dem Virus gestorben, teilte das nationale Gesundheitsinstitut mit. Damit übersteigt die Zahl der Todesopfer jene der Epidemie der Jahre 2018 bis 2020. Die Zahl der bestätigten Infektionen stieg den Angaben zufolge zuletzt auf 4945. Allein in den vorangegangenen 24 Stunden seien 101 neue Fälle registriert worden.
Während es bei der Epidemie in Westafrika fast fünf Monate dauerte, bis 1000 Todesfälle erreicht waren, forderte der aktuelle Ausbruch im Kongo in weniger als drei Monaten bereits 2000 Opfer. Ausgelöst wurde die Epidemie durch den Bundibugyo-Stamm des Virus, für den es keine zugelassenen Impfstoffe oder Medikamente gibt. Die Sterblichkeitsrate der bestätigten Fälle ist Regierungsdaten zufolge von etwa 20 Prozent Anfang Juni auf 46 Prozent gestiegen.
Experten zufolge bedeutet dies nicht, dass das Virus tödlicher geworden sein könnte. Vielmehr weise die Entwicklung auf anhaltende Mängel bei der Überwachung und dem Zugang zu medizinischer Versorgung hin. "Normalerweise sollte die Sterblichkeitsrate im Verlauf eines Ausbruchs sinken, da sich die Kontaktverfolgung verbessert und Patienten früher erkannt und behandelt werden", erklärte Thomas Parisch von der Hilfsorganisation Ärzte ohne Grenzen. Stattdessen würden jedoch viele Fälle erst identifiziert, nachdem die Menschen bereits gestorben seien. Zudem würden laut Parisch die schwache Infrastruktur und der Widerstand in der Bevölkerung die Eindämmung erschweren.
Weltweit handelt es sich um die zweitgrößte Ebola-Epidemie jemals. Sie wird nur von dem Ausbruch in Westafrika zwischen 2014 und 2016 übertroffen, bei dem in Guinea, Liberia und Sierra Leone 28.616 Fälle und 11.310 Tote registriert wurden. Im Kongo kursierte das Virus Forschern zufolge wohl bereits im Januar, wurde jedoch erst Mitte Mai offiziell festgestellt. Ein Übergreifen auf das Nachbarland Uganda konnte mittlerweile eingedämmt werden: Dort erklärten die Behörden den Ausbruch im vergangenen Monat offiziell für beendet, nachdem die Zahl der Fälle zuletzt auf 20 und die Zahl der Toten auf zwei begrenzt werden konnte.
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