Kapitän Smit Machchhar rettete 174 Menschen vor einer Katastrophe

- Der indische Pilot Smit Machchhar verhinderte als Kapitän eines Flydubai-Flugs von Dubai nach Tel Aviv eine Katastrophe, nachdem ihn sein Copilot im Cockpit angriff.
- Machchhar wurde bei der Attacke schwer verletzt, von einem Passagier an Bord behandelt und nach der Notlandung in Tabuk ins Spital gebracht.
- Der erfahrene Pilot verfügt über mehr als 13 Jahre Erfahrung in der Luftfahrt und rund 9750 Flugstunden auf Boeing-737-Maschinen.
Der Kapitän, der während des Flugs von Dubai nach Tel Aviv im Cockpit von seinem Copiloten angegriffen wurde, ist indischer Staatsbürger. Mehrere indische Medien berichten übereinstimmend, Smit Machchhar habe durch sein «heldenhaftes Eingreifen» eine Katastrophe verhindert.
Israels UN-Botschafter Danny Danon erklärte, der Kapitän habe «wie ein Löwe gekämpft», um die Menschen an Bord zu schützen. Machchhar wurde bei der Attacke schwer verletzt. Ein israelischer Zahnarzt, der sich unter den Passagieren befand, behandelte ihn noch an Bord. Nach der Landung in Tabuk wurde der Kapitän ins Spital gebracht.
«Wenn etwas schiefgeht, ist man auf die Crew angewiesen»
Laut seinem LinkedIn-Profil arbeitete Machchhar vor seinem Wechsel zu Flydubai mehr als elf Jahre für SpiceJet – zunächst als Kapitän, später als Line Training Captain. In dieser Funktion schulte er auch jüngere Piloten. Im Juni 2022 trat er Flydubai direkt als Kapitän bei.
Er verfügt demnach über mehr als 13 Jahre Erfahrung in der zivilen Luftfahrt und rund 9750 Flugstunden auf Boeing-737-Maschinen. Sein Profil nennt zudem Kenntnisse im Crew Resource Management, bei Flugstandards, der Einhaltung regulatorischer Vorgaben sowie im Betrieb der Boeing 737.
In einem Podcast sagte Machchhar vor einem Jahr, er habe bereits während seines Managementstudiums davon geträumt, Pilot zu werden. Zugleich betonte er, wie wichtig die Arbeit von Kabinenbesatzungen sei: «Wenn etwas schiefgeht, ist man auf sie angewiesen.»
Ein viel erfahrener Kapitän
Auf die Frage, ob er schon einmal eine Notlandung habe durchführen müssen, antwortete er: «Toi, toi, toi – keine Notlandungen. Aber ich hatte es schon mit medizinischen Notfällen zu tun.»
Er erinnerte sich an einen Flug, auf dem bei einer schwangeren Passagierin vorzeitig die Wehen einsetzten. Nachdem die Besatzung das Cockpit informiert hatte, leitete er die Vorbereitungen für eine Zwischenlandung ein und prüfte nahe gelegene Flughäfen, Wetterbedingungen sowie Gewichtsgrenzen. Das Kind kam dennoch an Bord zur Welt.
Nach der Landung habe er so rasch wie möglich gehandelt, damit Mutter und Kind medizinisch versorgt werden konnten. «Wir stimmten uns mit den Sanitätern am Boden ab und liessen uns die nächstgelegene Parkposition zuweisen, um Zeitverluste zu vermeiden», sagte Machchhar. «Mutter und Baby waren wohlauf – eine enorme Erleichterung. Gott bewahre, wenn dem Kind etwas zugestossen wäre. Es liegt nicht in meiner Hand, aber das Schuldgefühl bliebe für immer.»
Karin Leuthold (kle), Jahrgang 1968, arbeitet seit 2005 für 20 Minuten und ist derzeit am Newsdesk tätig.
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