ATP schlägt Reform vor – gibts jetzt auch mehr Kohle für Tennisstars?

Kalender-Kritik wurde erhört
ATP schlägt Reform vor – gibts jetzt auch mehr Kohle für Tennisstars?
Die ATP hat einen Vorschlag formuliert, der den Kalender im Männer-Tennis lockerer machen soll. Gleichzeitig winkt den Stars so auch mehr Kohle und sogar eine bessere Rente.
Publiziert: vor 19 Minuten
- ATP will mehr Geld für Masters und Spielerrenten ausgeben
- Indirekter Turnierzwang bei ATP-1000-Turnieren soll abgeschwächt werden
- Spieler sollen künftig lockerere Kalender gestalten und durchziehen können
Cédric HeebRedaktor Sport
Immer wieder äussern Tennisstars ihren Unmut am langen und dichten ATP-Kalender. Es ist einer der Gründe, weshalb auch Superstars wie Carlos Alcaraz (23) oder Jannik Sinner (25) teilweise lange aufgrund anhaltender Beschwerden ausfallen. Nun scheint der Aufstand Früchte zu tragen.
Denn die Profi-Organisation der Männer hat einen Vorschlag unterbreitet, der mehr Geld und Besserungen im Kalender verspricht. Die ATP muss einräumen: «Vielen Spielern fällt es schwer, sich Zeit für die Erholung zu nehmen, wenn das System sie dafür belohnt, ein weiteres Turnier zu bestreiten.»
Die ATP will ab 2028 insgesamt über 100 Millionen US-Dollar (ca. 82 Mio. Franken) in drei Bereichen für Profis investieren. Erstens: 25 Millionen gehen als Jahresend-Bonus an die Top 250 der Welt. Zweitens: 30 Millionen fliessen in einen Pensions-Fonds. Drittens – und das wäre die grösste Änderung: Im ATP Bonus Pool werden 50 statt wie bisher 21 Millionen ausgezahlt.
So funktioniert der Bonus-Pool der ATP-1000-Turniere
Von den insgesamt 21 Millionen US-Dollar sind 70 Prozent (14,7 Mio.) fix an die Ranglistenposition der Spieler gekoppelt. Der beste Spieler im Masters-Ranking bekommt beispielsweise 26 Prozent dieser 14,7 Millionen, also 3,8 Millionen, der Zweitplatzierte staubt 1,9 Millionen ab und so weiter.
Die anderen 30 Prozent des Gesamtbonus werden als «variabler Bonus» bezeichnet und ist an die Punktzahl und Anzahl gespielter Turniere gekoppelt. Zunächst gilt: Pro Punkt gibts 160 US-Dollar. Holt also ein Spieler bei den neun Masters und den ATP-Finals 1000 Punkte in einer Saison, beträgt der Bonus 160'000, bei 5000 Punkten sind 800'000.
Ein Rechenbeispiel: Hat der beste Spieler der Saison (3,8 Mio.) 6000 Punkte gesammelt (960'000 aus dem «variablen Bonus»), macht dies einen totalen Pool-Betrag von 4'796'000 Mio. Doch da gibts noch einen Haken: die Anzahl der Turnierteilnahmen.
Hat der Spieler nämlich vier oder weniger 1000er-Turniere bestritten, gibts keinen Bonus! Bei fünf gespielten Events gibts 25 Prozent, bei sechs 50 Prozent, bei sieben 75 Prozent und erst ab acht und mehr Turnierteilnahmen gibts den vollen Betrag.
Das bedeutet für das Rechenbeispiel: Hat der Spieler diese 6000 Punkte in sieben Turnieren geholt, gibts «nur» 75 Prozent der 4'796'000 Millionen, also 3'597'000 Millionen.
Von den insgesamt 21 Millionen US-Dollar sind 70 Prozent (14,7 Mio.) fix an die Ranglistenposition der Spieler gekoppelt. Der beste Spieler im Masters-Ranking bekommt beispielsweise 26 Prozent dieser 14,7 Millionen, also 3,8 Millionen, der Zweitplatzierte staubt 1,9 Millionen ab und so weiter.
Die anderen 30 Prozent des Gesamtbonus werden als «variabler Bonus» bezeichnet und ist an die Punktzahl und Anzahl gespielter Turniere gekoppelt. Zunächst gilt: Pro Punkt gibts 160 US-Dollar. Holt also ein Spieler bei den neun Masters und den ATP-Finals 1000 Punkte in einer Saison, beträgt der Bonus 160'000, bei 5000 Punkten sind 800'000.
Ein Rechenbeispiel: Hat der beste Spieler der Saison (3,8 Mio.) 6000 Punkte gesammelt (960'000 aus dem «variablen Bonus»), macht dies einen totalen Pool-Betrag von 4'796'000 Mio. Doch da gibts noch einen Haken: die Anzahl der Turnierteilnahmen.
Hat der Spieler nämlich vier oder weniger 1000er-Turniere bestritten, gibts keinen Bonus! Bei fünf gespielten Events gibts 25 Prozent, bei sechs 50 Prozent, bei sieben 75 Prozent und erst ab acht und mehr Turnierteilnahmen gibts den vollen Betrag.
Das bedeutet für das Rechenbeispiel: Hat der Spieler diese 6000 Punkte in sieben Turnieren geholt, gibts «nur» 75 Prozent der 4'796'000 Millionen, also 3'597'000 Millionen.
Dieser Bonus Pool betrifft die neun (ab 2028 zehn) ATP-1000-Turniere und die ATP Finals (siehe Box). Dies führt indirekt zu einem Turnier-Zwang, da Profis auch angeschlagen spielen, um nicht Gefahr zu laufen, Geld zu verlieren. Neu soll der mehr als verdoppelte Bonus nicht mehr auf eine Jahreswertung, sondern auf die Turniere bezogen werden, was Teilnahmen für Spieler attraktiver machen soll. Weiterhin sind aber vier Turniereinsätze übers Jahr Pflicht, um Boni zu bekommen.
Im Zuge dessen soll es eine weitere Änderung geben. Aktuell ist es möglich, drei schlechte Masters-Resultate durch kurzfristige Teilnahmen bei ATP-500- oder ATP-250-Turniere zu kompensieren. Das soll mit der ATP-Reform abgeschafft werden: «Das soll bewirken, dass die Spieler ihre geplanten Kalender einhalten können und sich nicht auf Punktejagd begeben müssen.»
Das übergeordnete Ziel des Vorschlags: mehr Erholung, bessere Planung und finanzielle Unterstützung. Man wolle so sicherstellen, dass «die besten Spieler zu den entscheidenden Momenten in Bestform antreten». Nun sollen der Spieler- und Turnierrat mit der ATP über den Vorschlag diskutieren.
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