Teure Krankenkasse – Sparen mit Telmed-Modellen: So vermeiden Sie böse Überraschungen

Teure Krankenkasse Sparen mit Telmed-Modellen: So vermeiden Sie böse Überraschungen
Der Wechsel zu einem Telmed-Modell will gut überlegt sein: Je nach Anbieter gibt es grosse Einschränkungen.
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16.10.2026, 08:00
Einmal mehr steigen die Krankenkassenprämien: 2027 bezahlen wir im Schnitt fünf Prozent mehr für die Grundversicherung. Sparen lässt sich beispielsweise mit sogenannten Telmed-Modellen.
Der Deal bei der Telemedizin: Versicherte bezahlen tiefere Prämien. Dafür müssen sie bei medizinischen Anliegen zuerst eine Hotline anrufen. Dort entscheidet eine Fachperson über das weitere Vorgehen: Sie kann etwa eine Untersuchung in einer Praxis anordnen oder ein Rezept für Medikamente an eine Apotheke schicken.
Konsumentenschutz mahnt zur Vorsicht
Der finanzielle Anreiz, sich für ein Telmed-Modell zu entscheiden, ist gross: Es lassen sich damit je nach Anbieter mehrere Hundert Franken pro Jahr sparen. So gross wie der Spareffekt sind allerdings auch die Unterschiede. Das zeigt ein Vergleich der Stiftung für Konsumentenschutz.
Einige Versicherungen schreiben sogar vor, in welchen Apotheken Medikamente bezogen werden dürfen.
Entscheidend ist beispielsweise, wie es nach dem ersten Telefongespräch weitergeht: «Bei gewissen Kassen dürfen Sie danach selbst entscheiden, in welcher Praxis Sie sich behandeln lassen – andere geben einen verbindlichen Behandlungsplan ohne freie Praxiswahl ab», sagt Sarah Lengyel von der Stiftung für Konsumentenschutz.
«Einige Versicherungen schreiben sogar vor, in welchen Apotheken Medikamente bezogen werden dürfen.» Je nach Wohnort bedeute das dann eine lange Anreise.
Riesige Auswahl macht Entscheidung nicht einfach
Es gebe unterdessen eine regelrechte «Angebotsflut» bei den Telmed-Modellen, sagt Sarah Lengyel. Entsprechend sei es nicht einfach, den Überblick zu behalten. «Grundsätzlich sind die Einschränkungen aber auf den Webseiten der Krankenkassen ersichtlich.»
Wer Interesse an einem Telmed-Modell hat, sollte sich gut über die jeweiligen Einschränkungen informieren. Helfen können dabei folgende Fragen:
- Sind Anrufe auf die medizinische Hotline kostenpflichtig?
- Ist die Beratung am Telefon verbindlich – oder besteht danach freie Praxiswahl?
- Muss ich Medikamente in einer bestimmten Apotheke beziehen?
- Gibt es eine Rücksprachepflicht – also: Muss ich mich nach einer Überweisung von meinem Hausarzt an eine Spezialistin noch einmal bei der medizinischen Hotline melden?
- Wie lange habe ich nach einem Notfall* Zeit, diesen der Krankenkasse zu melden (Meldefrist)?
*Einige Telmed-Modelle verlangen auch bei einem Notfall zunächst einen Anruf bei der medizinischen Hotline (sofern möglich und zumutbar). Bei anderen Anbietern dürfen Telmed-Versicherte im Notfall direkt einen Notfalldienst in Anspruch nehmen. Der Notfall muss aber danach innerhalb einer bestimmten Frist bei der Krankenkasse gemeldet werden.
Bevor man sich für ein Telmed-Modell entscheidet, müsse man sich aber fragen, ob Telemedizin überhaupt zu den persönlichen Bedürfnissen passe: «Wem am Anfang der persönliche, physische Kontakt wichtig ist, dem würde ich von einem Telmed-Modell abraten.» Man müsse für sich persönlich entscheiden, welche Einschränkungen man in Kauf nehmen könne für günstigere Prämien.
So lässt sich in der Grundversicherung auch sparen
Wem die Einschränkungen bei der Telemedizin zu gross sind, kann die monatliche Prämie auch mit anderen Versicherungsmodellen senken: So gibt es etwa das Hausarzt- beziehungsweise Praxis-Modell: Bei diesem gehen Sie jeweils zuerst zu Ihrem Hausarzt oder Ihrer Hausärztin. Es gibt auch Modelle, da ist jeweils eine Apotheke die erste Anlaufstelle.
Sparen bei der Krankenkasse
Sparen können Sie auch über die Franchise. Das ist jener Teil der Behandlungskosten, den Sie pro Jahr selbst bezahlen. Wählen können Sie dabei Beträge zwischen 300 und 2500 Franken. Je höher die Franchise, desto tiefer die Prämie.
Und schliesslich liesse sich für viele Versicherte auch mit einem Wechsel der Krankenkasse sparen. Den Aufwand, Prämien zu vergleichen, scheuen allerdings viele.
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