Wohnungsknappheit – Fachleute sehen Zeichen für Entspannung am Zürcher Wohnungsmarkt

- Die Zürcher Kantonalbank (ZKB) sieht Anzeichen einer leichten Entspannung am Zürcher Wohnungsmarkt.
- Fachleute der Bank führen dies auf mehr Neubauten und weniger Zuwanderung zurück.
- Von Entwarnung kann jedoch keine Rede sein: Wohnungen im Raum Zürich bleiben knapp und teuer.
Wer in Zürich eine Wohnung sucht, benötigt oft viel Geduld. Besichtigungen mit Dutzenden Interessierten und hohe Mietpreise gehören dazu.
Nun sieht die ZKB aber erste Anzeichen dafür, dass sich die Lage im Kanton Zürich etwas entspannt. «Die Schlangen bei Wohnungsbesichtigungen werden wieder kürzer», sagt ZKB-Immobilienexperte Jörn Schellenberg. Dafür sprächen mehrere Entwicklungen.
Im Kanton Zürich stehen etwas mehr Wohnungen leer als noch vor einem Jahr, auch wenn die Quote nur minim angestiegen ist: von 0.48 auf 0.52 Prozent. Die Entwicklung in Zürich fällt umso mehr auf, als schweizweit zuletzt weniger Wohnungen leer standen.
Jörn Schellenberg und sein Team sehen verschiedene Gründe dafür. Zum einen nehme die Zuwanderung stark ab, zum anderen werde wieder mehr gebaut. Im laufenden Jahr rechnen die Fachleute der ZKB mit 8500 neuen Wohnungen im Kanton Zürich, 2027 sollen es rund 9000 sein. Das zusätzliche Angebot dürfte helfen, die Lage am Wohnungsmarkt schrittweise zu entspannen.
Zürcher Wohnungen bleiben rar
Leute auf Wohnungssuche könnten deshalb auf etwas bessere Chancen hoffen als noch vor wenigen Jahren. Schellenberg betont aber, die Situation sei noch immer angespannt, Wohnungen im Raum Zürich noch immer knapp. «Aber wir sehen das als erstes Zeichen einer Trendwende.»
Wer nun auf deutlich tiefere Mieten hofft, dürfte allerdings enttäuscht werden. Zwar steigen die Mieten für neu ausgeschriebene Wohnungen gemäss Analyse der ZKB nicht mehr so stark wie in den vergangenen Jahren. Günstiger werden sie deshalb aber nicht. «Wir sehen keine sinkenden, aber weniger stark steigende Mieten», sagt Schellenberg.
Bestehende Mieten könnten steigen
Für viele Mieterinnen und Mieter könnte die Entwicklung gar in die andere Richtung gehen. Die ZKB erwartet, dass der hypothekarische Referenzzinssatz Ende 2027 wieder steigt. Das würde es Vermietern ermöglichen, die Mieten bestehender Wohnungen um rund drei Prozent zu erhöhen.
Regionaljournal Zürich Schaffhausen, 13.10.2026, 17:30 Uhr ; thon/kueh;brus
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