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Tuesday, October 13, 2026

Riad unter Beschuss – Trump lässt Saudi-Arabien im Stich

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Die Huthi beschiessen Riad, Saudi-Arabien bombardiert Sanaa. Der Konflikt eskaliert, und das Königreich kämpft vorerst allein. Dabei galt Donald Trump lange als enger Verbündeter des saudischen Kronprinzen Mohammed bin Salman, kurz MBS.

Am Samstagabend haben die Huthi aus dem Jemen den Flughafen von Riad mit Raketen angegriffen. 13 Menschen wurden getötet, darunter ein US-Bürger, über 300 wurden verletzt. Bereits im September hatte Kronprinz Mohammed bin Salman US-Präsident Trump zwei Mal um Luftangriffe gegen die Huthi gebeten. Trump lehnte ab.

Trumps erste Auslandreise als Präsident führte ihn im Mai 2017 nach Saudi-Arabien. Schwerttanz, Prunk, Waffendeals in Milliardenhöhe. Zwischen Trump und dem Kronprinzen entstand eine regelrechte «Bromance». Trump hielt selbst nach dem Mord am saudischen Journalisten Jamal Khashoggi zu MBS. Und auch der erste offizielle Staatsbesuch der zweiten Amtszeit führte Trump nach Riad.

Eine Freundschaft mit Rissen

Doch das Verhältnis ist brüchig geworden. MBS hatte Trump vor dem Krieg gegen den Iran gewarnt. Seither trägt Saudi-Arabien die Folgen: iranische Angriffe auf Ölanlagen, eine blockierte Strasse von Hormus. Im März machte sich Trump in einer Rede öffentlich über MBS lustig. Im Mai verweigerte Riad den USA Stützpunkte und Luftraum für eine Militäroperation in der Strasse von Hormus.

Seit die Huthi im Sommer den Konflikt mit Saudi-Arabien wieder aufgenommen haben, hofft MBS auf Hilfe aus Washington. Vergeblich. Zwei Mal rief er Trump im September an, beide Male sagte Trump Nein. Nach dem Angriff vom Samstag sagte Trump zwar, er erwäge, sich den saudischen Luftangriffen anzuschliessen. Gleichzeitig betonte er, man stehe mit den Huthi in Kontakt. Schon im September hatte er abgewinkt: Die Huthi hätten ihm versichert, sie wollten nicht gegen die USA kämpfen. Probleme hätten sie nur mit ‹einem Land›.

Trumps Kalkül ist klar: Im November sind Midterms, die Benzinpreise sind hoch, die Munitionslager leer. Eine weitere Front will er nicht. Washington liefert Geheimdienstinformationen und Zieldaten und hat eben erst den Verkauf von F-35-Kampfjets für über 24 Milliarden Dollar genehmigt. Mitkämpfen wollen die USA aber nicht.

Für MBS steht viel auf dem Spiel

Für MBS ist das eine Kränkung, vor allem aber ein wirtschaftliches Problem. Seine Vision 2030 verkauft Saudi-Arabien als sicheren Standort für Investoren, Touristen und Grossanlässe. In zwei Wochen soll in Riad das Investorenforum, das saudische Pendant zum WEF, auch «Davos in der Wüste» genannt, stattfinden. Mehrere Chefs von Ölkonzernen haben einen Energiekongress in Riad bereits abgesagt.

Schon 2019, nach dem Angriff auf die saudischen Ölanlagen von Abqaiq, hielt sich Trump zurück. Seither sucht der Kronprinz weitere Partner und hat sich sogar vorsichtig dem Iran angenähert. Die jetzige Enttäuschung dürfte diesen Kurs beschleunigen. Ganz abwenden wird er sich von den USA aber nicht, dafür ist sein Militär zu abhängig von amerikanischen Waffen. Für Saudi-Arabien ist klar, dass Trump nur hilft, wenn es den USA selbst nützt.

Christina Brun

stv. Auslandskorrespondentin für den Nahen Osten

Christina Brun ist die stellvertretende Auslandskorrespondentin für den Nahen Osten und Redaktorin bei «SRFglobal». Ihre Schwerpunkte sind Geopolitik, internationale Politik und die Entwicklungen im Nahen Osten. Sie spricht Arabisch.

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