Student D. verdient mit Anfang 30 rund 2000 Franken im Monat

- Luxus ist kaum drin: Investitionen, Altersvorsorge und eine eigene Wohnung muss D. bis nach dem Studium vertagen.
- Der Anfang-30-Jährige studiert Vollzeit an der PH und arbeitet nebenbei knapp 30 Prozent als Lehrperson ohne Diplom – für netto 2000 Franken im Monat.
- D. kritisiert unbezahlte Pflichtpraktika, für die er zusätzlich unbezahlten Urlaub nehmen muss.
Die 20-Minuten-Community legt regelmässig ihr Budget offen. Diese Woche zeigt D. wie viel er als Student verdient. D. ist Anfang 30, studiert an der Pädagogischen Hochschule und arbeitet nebenbei knapp 30 Prozent als Lehrperson ohne Diplom. Hier erzählt er, wofür er sein Geld ausgibt.
«Pro Monat habe ich netto rund 2000 Franken zur Verfügung. Ich studiere grundsätzlich Vollzeit, lege mir aber die Module so, dass ich nebenbei knapp 30 Prozent arbeiten kann. Das kann zum Teil schon extrem stressig sein. Es gibt Tage, da ist schlicht keine Zeit fürs Mittagessen.
Grundsätzlich war ich schon immer ein sparsamer Mensch. Nach meiner Lehre als Maschinenbauzeichner habe ich Vollzeit gearbeitet, das Militär und Weiterbildungen gemacht. Darum konnte ich Geld auf die Seite legen. Wenn es also mal Monate gibt, in denen mein Einkommen nicht ausreicht, um meine Fixkosten zu decken, stresst mich das nicht. Meistens reicht mein Lohn auch, um die Steuern zu zahlen. Dieses Jahr musste ich jedoch auf mein Erspartes zurückgreifen.
Tiefe Wohnkosten helfen
Sparsam zu leben, kann zeitaufwendig sein. Ich versuche immer, den bestmöglichen Deal zu erreichen. Ich habe etwa eine PH ausgesucht, an der ich möglichst effizient studieren kann, obwohl sie in einem anderen Kanton als mein Wohnort liegt. Bei einem Bekannten habe ich ein Bett in der Wohnung, das ich nutze, wenn ich für das Studium in der Stadt bin. Dafür zahle ich 250 Franken im Monat.
Auf dem Land, wo ich die restliche Zeit wohne, zahle ich 220 Franken für eine 1-Zimmer-Wohnung, die mir meine Eltern günstig zur Verfügung stellen. Dafür bin ich natürlich sehr dankbar.
Er repariert sein Auto selbst
Ich habe mich entschieden, mit dem Auto zu pendeln, weil es finanziell für mich am meisten Sinn macht. Ich habe mir einen alten Gebrauchtwagen gekauft. Wenn etwas kaputtgeht, repariere ich es selbst. Ersatzteile hole ich mir auch mal auf dem Schrottplatz. Das hätte ich aber vielleicht auch gemacht, wenn ich mehr Geld hätte. Denn es macht mir einfach Spass.
Für Lebensmittel gebe ich ca. 400 Franken aus, aber das variiert stark. Wenn es stressig ist, kaufe ich oft nur ein, was ich gerade brauche. Wenn ich mehr Zeit habe, versuche ich, mehr zu kochen. Ich schaue schon, dass ich keine teuren Dinge kaufe. Ich gehe eigentlich nie ins Restaurant und würde mir auch an einem stressigen Mittag nicht einen Döner holen. Dann esse ich etwas Brot und Käse.
Erspartes für die Ferien
Dank meines Ersparten kann ich mir auch Dinge leisten, die sonst nicht drin liegen würden, zum Beispiel Ferien. Das Geld reut mich dann nicht, wenn ich es für Dinge ausgebe, die mir Spass machen. Mein letzter Urlaub war darum auch eher teuer – er kostete mich mehrere Tausend Franken.
Ich finde, als Lehrer verdient man gut. Es ist ein harter Job. Gute Lehrer leisten viel. Aber wenn ich es damit vergleiche, was zum Beispiel ein Polizist oder ein Elektroinstallateur in Zürich verdient, ist der Lehrerlohn meiner Meinung nach schon fast ungerechtfertigt hoch.
Er liebt seinen Job
Ich mache den Job nicht wegen des Geldes. Ich gehe gerne arbeiten. Wenn Ferien sind, fehlen mir die Arbeit und meine Klasse. Ich bin froh, wenn das Studium vorbei ist. Aktuell ist es administrativ echt unpraktisch.
Zum Beispiel muss ich zwingend Pflichtpraktika absolvieren, die unbezahlt sind. Das heisst, ich muss in meiner Schule unbezahlten Urlaub nehmen, um die Vollzeitpraktika machen zu können, in denen ich ebenfalls Unterricht gebe. Das finde ich absurd.
Und natürlich freue ich mich auf ein höheres Einkommen. Viele Dinge sind aktuell auf Pause bei mir: eine richtige eigene Wohnung, Geld investieren, Altersvorsorge. Ich habe voraussichtlich noch ein Jahr Vollzeitstudium vor mir, danach kann ich Teilzeit weiterstudieren. Stand jetzt sollte ich im Sommer 2028 mit dem Studium fertig sein.»
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*Name der Redaktion bekannt.
Anja Zingg (anz), arbeitet seit 2020 bei 20 Minuten. Sie ist seit Juni 2023 Leiterin des Ressorts Gesellschaft & Community.
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