Schweizer kämpfte für Ukraine – Bund stellt Verfahren wohl ein

- Für den Zürcher Jona Neidhart dürfte das Verfahren wegen des Verdachts eines Verstosses gegen das Kriegsvölkerrecht enden.
- Die Bundesanwaltschaft konnte seine Schilderungen nicht verifizieren.
- Wegen fremden Militärdiensts in der Ukraine droht ihm dennoch eine Gefängnis- oder Geldstrafe.
Der Zürcher Jona Neidhart musste bei der Schweizer Militärjustiz antraben, weil er zwischen März 2022 und Dezember 2023 sowie zwischen Januar und Juni 2025 für die Ukraine gekämpft hatte. Der Fall ging vor die Bundesanwaltschaft. Diese beabsichtigt nun laut den CH-Media-Zeitungen, das Verfahren gegen ihn einzustellen.
Der Zeitung zufolge gelang es den Bundesbehörden nicht, die von ihm geschilderten Vorfälle zu verifizieren und ihm einen Verstoss gegen das Kriegsvölkerrecht somit nachzuweisen. Neidhart selbst sagte jedoch, er sei «stolz, diesen Militärdienst geleistet zu haben». Deshalb könnte er wegen des Leistens von fremdem Militärdienst schuldig gesprochen werden. Das Militärgesetz sieht hierfür eine Freiheitsstrafe von bis zu drei Jahren oder eine Geldstrafe vor.
Neidharts Leben in der Schweiz
Laut den CH-Media-Zeitungen arbeitet Neidhart Teilzeit als Aushilfe bei einer Cateringfirma und lebt mit seinem Vater im Kanton Bern. Obwohl sein Pass derzeit aufgrund der Strafverfolgung gesperrt ist, hat er angekündigt, sich erneut den ukrainischen Streitkräften anschliessen zu wollen.
Wie viele Schweizer sind im Ukraine-Krieg?
Eine verlässliche Zahl, wie viele Streitkräfte mit Schweizer Staatsangehörigkeit an der Front kämpfen, gibt es nicht. Laut der Nachrichtenagentur Tass hat die Schweizer Militärjustiz Stand August 2026 insgesamt 24 Untersuchungen wegen einer möglichen Beteiligung von Schweizer Staatsangehörigen an Kampfhandlungen in der Ukraine eingeleitet.
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Justin Arber (jar), Jahrgang 1999, arbeitet seit 2022 als Redaktor am Newsdesk. Zeitweise übernimmt er da die Schichtleitung im Früh- und Spätdienst.
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