Khan, Ahmed und Ali verdrängen traditionelle britische Nachnamen

- In England und Wales haben Khan, Ahmed und Ali unter Neugeborenen die Top Ten der Nachnamen erobert.
- Smith bleibt auf Platz eins, doch 2025 erhielten 4102 Babys den Namen, 1996 waren es noch 7276.
- Taylor, Brown und Johnson sind aus den Top Ten gefallen, Singh und Kaur sind stark gestiegen.
Smith, Jones oder Williams: Jahrzehntelang gehörten diese Nachnamen in England und Wales zu den häufigsten. Doch bei Neugeborenen verändert sich das Bild deutlich. Namen wie Khan, Ahmed und Ali haben stark an Bedeutung gewonnen und stehen inzwischen unter den zehn häufigsten Nachnamen. Das zeigt eine neue Auswertung britischer Geburtsdaten.
Die «Daily Mail» hat beim nationalen Statistikamt Office for National Statistics (ONS) entsprechende Daten angefordert. Verglichen wurden die Nachnamen von Neugeborenen aus den Jahren 1996 und 2025.
Khan, Ahmed und Ali auf dem Vormarsch
1996 führten Smith, Jones und Williams die Rangliste an. Dahinter folgten Taylor, Brown, Davies, Evans, Thomas, Johnson und Wilson. Knapp 30 Jahre später sehen die Top Ten deutlich anders aus. Smith bleibt zwar auf Platz eins, dahinter folgen nun Khan, Ahmed und Ali.
Die Nachnamen Khan, Ahmed und Ali haben sich laut den Daten in ihrer Häufigkeit mindestens verdoppelt. Besonders stark ist die Zunahme bei Singh und Kaur, die traditionell von Angehörigen der Sikh-Gemeinschaft getragen werden. Beide Namen kommen inzwischen mindestens fünfmal so häufig vor wie 1996.
Smith bleibt vorne, verliert aber deutlich
Auch die traditionellen britischen Nachnamen sind weiterhin verbreitet. Allerdings werden sie bei Neugeborenen seltener registriert. So trugen 1996 noch 7276 Babys den Nachnamen Smith. Im Jahr 2025 waren es 4102. Jones ist zwar weiterhin unter den zehn häufigsten Nachnamen, wurde aber 43 Prozent seltener vergeben. Bei Williams ist der Rückgang ähnlich gross.
Andere früher besonders häufige Namen wie Taylor, Brown und Johnson sind inzwischen aus den Top Ten gefallen und liegen nun auf Rang elf und siebzehn.
Immer mehr unterschiedliche Nachnamen
Die Daten zeigen ausserdem, dass die Vielfalt der Nachnamen zunimmt. Während 1996 noch 57 verschiedene Nachnamen jeweils mindestens 1000-mal bei Neugeborenen registriert wurden, waren es 2025 nur noch 23. Gleichzeitig stieg die Gesamtzahl unterschiedlicher Nachnamen von rund 21’600 auf mehr als 23’400.
Die Auswertung berücksichtigt Geburten in England und Wales. Namen, die höchstens zweimal vorkamen, wurden ausgeschlossen. Unterschiedliche Schreibweisen werden separat gezählt.
Die zehn häufigsten Nachnamen bei Neugeborenen 2025
- Smith
- Khan
- Ahmed
- Ali
- Jones
- Hussain
- Singh
- Williams
- Patel
- Kaur
Rascher demografischer Wandel
Rob Bates von der Denkfabrik Centre for Migration Control sieht in den Zahlen einen Hinweis auf den raschen demografischen Wandel Grossbritanniens. Er warnt davor, dass sich das Land zunehmend von seinem kulturellen Erbe entfernen und die Gesellschaft stärker auseinanderentwickeln könnte.
Die Zahlen selbst zeigen allerdings zunächst nur, wie sich die Häufigkeit bestimmter Nachnamen bei Neugeborenen verändert hat. Sie erlauben keine unmittelbaren Rückschlüsse auf die ethnische Herkunft oder Staatsangehörigkeit der Kinder.
Muhammad bleibt beliebtester Jungenname
Auch bei den Vornamen zeigen sich Veränderungen. Bereits im Sommer veröffentlichte ONS-Zahlen ergaben, dass Muhammad 2025 zum dritten Mal in Folge der häufigste Bubenname in England und Wales war.
Insgesamt 5957 Buben erhielten den Namen in genau dieser Schreibweise. Auf den weiteren Plätzen folgten Noah und Leo. Bei den Mädchen blieb Olivia zum vierten Mal in Folge an der Spitze. Lily rückte auf Platz zwei vor, während Amelia vom zweiten auf den dritten Platz zurückfiel.
Jonas Bucher ist Blattmacher und stellvertretender Co-Leiter des Newsdesks bei 20 Minuten. Er ist seit 25 Jahren in der Medienbranche tätig und 20 Minuten stets treu geblieben.
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