Personendaten aus Verifizierungsprozess öffentlich: W Social wiegelt ab
Nachdem der c’t-Podcast Haken dran öffentlich gemacht hat, dass W Social von tausenden Nutzerinnen und Nutzern bestimmte Daten aus dem Verifikationsprozess öffentlich macht, hat der europäische Kurznachrichtendienst die Kritik daran zurückgewiesen. Bei den Betroffenen seien nur das Land öffentlich einsehbar, das das zur Verifizierung bereitgestellte Dokument ausgestellt habe, und ein falsches, aber näherungsweise stimmendes Geburtsdatum. Bei Personen, die dem im Verifizierungsprozess zugestimmt haben, sei zudem noch der Klarname öffentlich einsehbar. Darauf werde aber hingewiesen. Die Datenschutzerklärung, die Nutzungsbedingungen und andere Dokumente sollen überprüft und gegebenenfalls angepasst werden, bevor der öffentliche Beta-Test beendet wird.
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In Haken dran hatte Gavin Karlmeier am Freitag öffentlich gemacht, dass es eine öffentlich einsehbare Datenbank mit Konten auf W Social gibt. Bei mehr als 2500 davon ist dort die Nationalität einsehbar, bei fast 2000 der volle Namen. Zudem steht bei mehr als 2600 ein Geburtsdatum, das aber augenscheinlich nicht echt war. Vereinzelt sollen gar E-Mail-Adressen einsehbar sein. W Social hat das zum Teil bestätigt und erklärt, dass es sich um Daten von Konten handelt, die einen neuen Verifizierungsprozess durchlaufen haben. In dessen Verlauf werde darauf hingewiesen, dass bestimmte Daten öffentlich werden. Entscheiden könne man nur, ob das auch den realen Namen umfasst, oder nicht. Die Diskrepanz beim Geburtsdatum erklärt der Dienst mit einem Verschleierungsprozess, bei dem das echte Geburtsjahr verfälscht und dabei zu einem präzise wirkenden Datum gemacht werde.
Berechtigte Fragen
Die Veröffentlichung geht laut W Social auf das zugrunde liegende Protokoll ATProto zurück, das keine geheimen Profildaten kennt. Die Verifizierung selbst läuft demnach über eine andere Firma, die sich W Identity nennt. W Social erhalte von dieser lediglich solche Informationen, die nötig sind. Das sind demnach genau jene Informationen, die bei Konten, die seit Ende September verifiziert, wurden nun auch öffentlich einsehbar sind. W Social versichert, dass beide Firmen strikt getrennt seien, gesteht aber ein, dass sie sich die Führungsmannschaft und die Adresse teilen. Das sei typisch für junge Unternehmen. W Social räumt zudem ein, dass einige der aufgeworfenen Fragen zum Umgang mit solchen Daten berechtigt seien, andere beruhten auf falschen Annahmen. Wer den Datensatz prüfen will, kann das online tun.
W Social kann seit dem Sommer ausprobiert werden, das auf Bluesky aufbauende Netzwerk hat die Verifizierung aller Konten mittels Ausweiskopie zum großen Unterscheidungsmerkmal erklärt. Gleichzeitig können dort angelegte Konten aber mit solchen auf Bluesky kommunizieren, auch am Anfang war die Timeline also nicht zwangsläufig leer. Zum Einstieg sollten Menschen zudem mit dem Versprechen bewegt werden, dass die gespeicherten Daten in der EU liegen. Dafür gibt es aber bereits ein ähnliches Projekt, das sich Eurosky nennt und deutlich größer ist. Hinter W Social steht eine schwedische Firma, aber vor allem die gut vernetzte Geschäftsführerin Anna Zeiter, die früher für eBay gearbeitet hat und öffentlichkeitswirksam die Werbetrommel rührt.
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