Hacker gegen Supermärkte – Kühlregale im Visier: Hybrider Angriff auf Frankreich?

Darum geht es: Eine gross angelegte Cyberattacke hat in der Nacht auf Montag die Kühlanlagen in rund 150 französischen Supermärkten massiv gestört. Die Hacker griffen die dänische Firma Danfoss an, die zentral die Stromversorgung und damit die Kühltätigkeit der betroffenen Anlagen in Frankreich regelt. Die Kühlanlagen wurden von den Hackern in den Auftaumodus versetzt, die Waren verdarben. Wer hinter der Attacke steckt, ist unklar, die französische Staatsanwaltschaft ermittelt.
Zentral gesteuert: Die Kühlregale in den betroffenen französischen Supermärkten werden von Danfoss gesteuert. «Das ergibt energietechnisch Sinn: So kann man die Kühlregale gezielt ein- und ausschalten, etwa je nach Verfügbarkeit von Strom», sagt SRF-Digitalredaktor Reto Widmer. Die zentrale Steuerung aber habe es den Hackern erleichtert, mit einem einzigen Cyberangriff auf Danfoss auf hunderte Kühlregale Zugriff zu erhalten.
Es war ein Hacker-Angriff auf die physische, analoge Welt. Reine Zerstörungswut.
Es ging nicht um Daten: Bei Hackerangriffen werden oftmals Daten gestohlen, um Geld zu erpressen, damit diese Daten dem betroffenen Unternehmen wieder zugänglich gemacht oder nicht veröffentlicht werden. Nicht so in diesem Fall: «Es war ein Hacker-Angriff auf die physische, analoge Welt. Reine Zerstörungswut», so Reto Widmer.
Womöglich ein hybrider Angriff: «Ich denke, das ist eine Aktion des hybriden Krieges», so der Digitalredaktor weiter. Die Bevölkerung werde durch den Ausfall des Kühlguts verunsichert und möglicherweise zu Hamsterkäufen animiert. «Der Angriff könnte also ein Chaos auslösen.» Die Lebensmittelversorgung der Bevölkerung sei schliesslich Teil der kritischen Infrastruktur – wie die Energieversorgung, die Spitäler oder militärische Anlagen. «Sie alle betreffen unser Überleben fundamental.»
Man sollte den Angriff als Warnung auffassen.
Besserer Schutz nötig: Der Ball, um ähnliche Angriffe zu verhindern, liege bei der Steuerungsfirma, womöglich auch bei der Modernisierung von Kühlgeräten. «Der Steuerungsdienst muss seine Software im Griff haben – zudem waren zum Teil ja auch ältere Kühlschränke mit älteren Steuerungen betroffen», stellt Widmer fest. «Man sollte den Angriff als Warnung auffassen.» Mögliche andere kritische Infrastruktur müsse jetzt eruiert und gegebenenfalls besser geschützt werden.
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