Pressefreiheit in Indien: Zwischen Demokratie und Repression

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Illustration: Manuel Fazzini
Die Lage der Pressefreiheit in Indien spitzt sich zu. Drei Journalist:innen erzählen aus ihrem Alltag, von lokalen Umständen und nationalen Missständen.
Uttar Pradesh, Maharashtra und Jammu & Kashmir – drei unterschiedliche Regionen in Indien, drei unterschiedliche Perspektiven auf die Pressefreiheit in ihrem Land. Diese bringen Rohit Upadhya, Vijayta Lalwani und Safeena Wani, alle drei Teilnehmer:innen des Projekts „In Dialogue: India and Germany in a Complex Geopolitical Landscape“ der taz panterstiftung, in diesem Podcast zum Ausdruck.
Rohit Upadhya lebt in Noida, Teil der Metropolregion Delhi und damit nah am politischen Zentrum Indiens. Doch räumliche Nähe bedeutet nicht automatisch Nähe zum politischen Geschehen, stellt er richtig. Oftmals geben Ministerien ihre Informationen ausschließlich über Nachrichtenagenturen heraus. Fragen sind nicht zugelassen, Journalist:innen werden von Terminen ausgeschlossen oder erhalten gar keinen Zugang.
Noch drastischer ist die Situation in Jammu & Kashmir. Der anhaltende Konflikt mit Pakistan führt auch hier zu weiteren Einschränkungen der Pressefreiheit. Safeena Wani beschreibt, wie sich die Situation über die Jahre verändert hat.
taz panterstiftung
Durch Spenden an die taz panterstiftung werden unabhängige und kritische Journalist:innen finanziell unterstützt. Die taz panterstiftung fördert Nachwuchs, den internationalen Austausch und Zivilcourage.
Blackout als politisches Instrument
Nach der Aufhebung des Sonderstatus von Jammu & Kashmir im Jahr 2019 kam es zu einem Kommunikations-Blackout. Journalist:innen mussten nach Delhi reisen, um ihre Geschichten an Redaktionen zu übermitteln. Viele Journalist:innen aus Jammu & Kashmir haben die Region mittlerweile verlassen und berichten aus anderen Teilen Indiens.
Indien wird häufig als die größte Demokratie der Welt und als Wertepartner Europas beschrieben. Zur Realität gehört allerdings auch, dass die Pressefreiheit in dem Land mit rund 1,46 Milliarden Einwohner:innen massiv eingeschränkt ist. Reporter ohne Grenzen stuft Indien im World Press Freedom Index 2026 auf Platz 157 von 180 ein. Damit hat sich das Land gegenüber dem Vorjahr um sechs Plätze verschlechtert.
Koordinierte Kampagnen gegen Journalist:innen
Vijayta Lalwani berichtet von koordinierten Kampagnen zur Diskreditierung unabhängiger Journalist:innen, insbesondere von muslimischen, weiblichen oder Journalist:innen die Kaste der Dalit angehören.
Seit mittlerweile mehr als zwölf Jahren hat Premierminister Narendra Modi keine klassische Pressekonferenz mehr gegeben. Sobald der indische Premierminister wieder eine Pressekonferenz gibt, wird sich auch der Status der Pressefreiheit im Land verbessern, stellt Vijayta Lalwani in Aussicht.
Der Podcast wurde auf Englisch aufgenommen.
Elf Journalist:innen aus Indien kamen zu Beginn des Projekts „In Dialogue: India and Germany in a Complex Geopolitical Landscape“ der taz panterstiftung Ende Juni zu einem Kick-off-Workshop in Delhi zusammen. Seitdem treffen sich die Teilnehmer:innen alle zwei Wochen bis Ende November zu digitalen Sessions und diskutieren mit Expert:innen über die deutsch-indischen und europäisch-indischen Beziehungen. Neben dem im Februar vereinbarten Freihandelsabkommen zwischen der EU und Indien geht es dabei unter anderem um Klimaschutz und Dekarbonisierung sowie um Verteidigungskooperation sowie die Berichterstattung über diese Themen.
Am 21. 11. wird in der taz eine Sonderbeilage mit Beiträgen der indischen Journalist:innen zusammen mit der wochentaz veröffentlicht.
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