LIV-Golf ist Vergangenheit: Saudi-Arabien dreht Geldhahn zu, Tour stellt Betrieb ein

Mit Milliardensummen aus Saudi-Arabien hat die LIV-Tour ganz große Pläne. Der Golfsport soll aufgerüttelt werden. Einige Stars des Sports erliegen begeistert der Verlockung, doch jetzt folgt der Absturz. Der Geldhahn ist zugedreht, die Tour stellt den Betrieb ein.
Die Golf-Serie LIV stellt ihren Spielbetrieb nach knapp fünf Jahren ein. Die 2022 mit Milliardensummen aus Saudi-Arabien gegründete Tour verkündete nun das endgültige Aus. "LIV Golf hat Spaß gemacht, war anspruchsvoll, inspirierend und zeitweise herausfordernd - aber immer lohnend", teilte LIV-Geschäftsführer Scott O'Neil mit. Zuvor hatten bereits Golfstars wie die Spanier Jon Rahm und Sergio Garcia, Louis Oosthuizen aus Südafrika und Tyrrell Hatton aus England erklärt, dass sie nicht bei einer Neuauflage "LIV 2.0" dabei wären.
Auch der zweifache deutsche Major-Sieger Martin Kaymer spielte auf der LIV-Tour. Er hatte im September noch dem "Golf Magazin" gesagt: "Ich fänd es total schade, wenn es aufhören würde. Ich habe sehr viel Energie in die Liga, in das Projekt und die Vision hineingesteckt." Er sei fest davon überzeugt, dass die LIV-Tour ein Weg sei, um den Sport größer zu machen.
Doch nach dem Rückzug des neuen Hauptsponsors, der der LIV-Tour aus der finanziellen Krise helfen sollte, folgte nun das Aus. BC Partners Credit hatte zuvor angekündigt, bis zu 300 Millionen US-Dollar in die Neuauflage der Tour zu investieren. Die LIV-Pläne sahen vor, mindestens zehn Turniere im Jahr 2027 auszutragen. Die Konkurrenz-Serie der US-amerikanischen PGA Tour und der europäischen DP World Tour ging davon aus, dass bis zu 30 Spieler bereit gewesen wären, in der Liga zu bleiben, doch nach dem Abgang von Rahm und Co. fehlten die prominenten Namen.
Die Krise von LIV Golf begann im April, als der saudi-arabische Staatsfonds PIF seine Investitionsstrategie änderte und erklärte, dass er LIV Golf nach der Saison 2026 nicht mehr finanzieren werde. Im September stellte LIV Golf dann einen Insolvenzantrag. Der PIF soll die Golfserie über die Jahre mit bis zu mit rund fünf Milliarden Dollar unterstützt haben.
LIV Golf startete im Jahr 2022 und warb mit bis zu dreistelligen Millionensummen viele bekannte Golfer wie Dustin Johnson, Brooks Koepka, Bryson DeChambeau und Phil Mickelson (alle USA) sowie Rahm und Garcia von der PGA Tour und der DP World Tour ab.
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