«Schmeckt»: Wanderer holt Bierfass nach Jahrzehnten vom Gletscher

- Der Tiroler Bergläufer Daniel Oberlechner (42) hat im Ahrntal ein verschollenes Bierfass auf dem Gletscher gefunden.
- Das Fass war in den 1980er-Jahren bei einem Heli-Transport in eine Gletscherspalte gefallen.
- Nach einem heftigen Gewitter entdeckte er es und brachte das 40 Kilogramm schwere Fass mit einer Sackkarre ins Tal.
Während die meisten Leute nach dem Feierabend erst einmal entspannen wollen oder ihre Besorgungen erledigen, sehen viele Abende von Daniel Oberlechner anders aus: Der 42-jährige Berufsfahrer eines Getränkehandels aus St. Johann in Tirol ist begeisterter Bergläufer und legt regelmässig die rund 2000 Höhenmeter bis zur Schwarzsteinhütte zurück.
Bier lag seit Jahrzehnten in Gletscherspalte
Nebst der sportlichen Betätigung verfolgt Oberlechner aber seit Längerem auch ein anderes Ziel: Im Gebiet im Ahrntal findet sich nämlich auch ein Gletscher, der die letzten Jahrzehnte einen ganz speziellen Schatz gehütet hatte. Bei einem Heli-Transportflug war in den 1980er-Jahren nämlich ein Bierfass aus dem Netz gefallen und prompt in einer Gletscherspalte verschwunden.
Seither hielt der 42-Jährige bei seinen Touren Ausschau nach dem Alufass – und hatte diesen Sommer Erfolg: Wie die Nachrichtenagentur Ansa und der Sender ORF berichten, entdeckte er das Fass nach einem heftigen Gewitter. Anschliessend brachte er das 40 Kilogramm schwere mit einer Sackkarre ins Tal.
Ist das Bier älter als der Finder selbst?
Bei der anschliessenden Degustation mit Freunden und Arbeitskollegen war auch sein Chef zugegen, der die höchste Bierausbildung absolviert hat und sich daher «Master of Beer» nennen darf. Sein Fazit: «Das Bier war einwandfrei. Der Geschmack, die Bernsteinfarbe und sogar der Kohlensäuregehalt waren noch in Ordnung.» Nebst seinem Chef dürfte also auch Oberlechner das Bier genossen haben, das womöglich noch vor seiner Geburt gebraut worden war.
Welches Bier würdest du auf dem Gletscher am liebsten finden?
Das Bierfass stammt laut Aufdruck aus dem Jahr 1978, der Inhalt könnte also bis zu 48 Jahre in der Gletscherspalte gereift sein. Paradoxerweise ist wohl genau der Umstand, dass das Fass in die Spalte und nicht nur auf den Gletscher gefallen ist, für den guten Zustand des Bieres verantwortlich. «Es dürfte dort aber nie gefroren sein, sonst hätte das Fass sich verformt», so Oberlechners Chef. Denn in den Spalten schwankt die Temperatur viel weniger stark als auf dem Gletscher und liegt oft relativ konstant nahe bei 0 Grad Celsius.
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Benedikt Hollenstein (bho) ist seit 2021 bei 20 Minuten. Er schreibt für den Newsdesk und übernimmt dort auch Tagesleitungsschichten.
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