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Tuesday, November 3, 2026

Astragon Development: Eines der ältesten deutschen Spielestudios schließt

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Der Düsseldorfer Spiele-Publisher Astragon Entertainment schließt sein Entwicklerstudio Astragon Development in Hamm. Bis Ende November soll der Geschäftsbetrieb „kontrolliert heruntergefahren“ werden, wie Astragon dem Branchenmagazin GamesWirtschaft bestätigte. Alle bestehenden Verträge und Verbindlichkeiten will das Unternehmen demnach vollständig erfüllen.

Laut GamesWirtschaft verlieren damit 30 Angestellte ihren Job. Für sie sollen gemeinsam mit der Arbeitnehmervertretung sozialverträgliche Lösungen vereinbart werden. Astragon begründet die Schließung mit einer strategischen Neuausrichtung: Das Unternehmen will sich künftig auf sein Kerngeschäft als Publisher konzentrieren. Geschäftsführer Tim Schmitz nennt diesen Schritt notwendig, um das Unternehmen langfristig abzusichern.

Astragon Development ist aus dem 1990 gegründeten Studio Independent Arts hervorgegangen, das GamesWirtschaft zu den drei ältesten Spieleentwicklern in Deutschland zählt. Independent Arts arbeitete lange als Auftragsentwickler, zu den Kunden zählten Kalypso Media, Wild River Games und Daedalic Entertainment. Im April 2023 übernahm Astragon Entertainment das Studio für 3,5 Millionen Euro.

Astragon Entertainment ist vor allem für Arbeitssimulationen wie „Bus Simulator“ und „Construction Simulator“ bekannt und eine von drei Sparten des börsennotierten britischen Publishers Everplay, zu dem auch Team17 und StoryToys gehören. Zuletzt hat Astragon Development die Schiffssimulation „Seafarer: The Ship Sim“ entwickelt. Sie ist nach knapp einem Jahr im Early Access am 24. September 2026 als Vollversion für PC, Playstation 5 und Xbox Series X/S erschienen.

Der Bund hat die Entwicklung von „Seafarer“ mit über 1,8 Millionen Euro aus der Games-Förderung unterstützt. Das Spiel soll laut GamesWirtschaft nur noch bis zum Ende der Tätigkeit von Astragon Development mit Updates versorgt werden.

Einen Rückzug aus der Spieleentwicklung, um sich voll dem Publishing zu verschreiben, hat vor mehreren Jahren auch Daedalic vollzogen. Das Hamburger Unternehmen hat 2023 seine Entwicklungsabteilung dichtgemacht, wenige Wochen nach dem missglückten Release von „Der Herr der Ringe: Gollum“. Seitdem tritt Daedalic nur noch als Publisher auf und vermarktet die Spiele anderer Studios. So stellt sich offenbar auch Astragon die eigene Zukunft vor.

Größere deutsche Studios stehen ebenfalls unter Druck: Ubisoft will in Deutschland rund 100 Stellen abbauen. Betroffen ist auch Ubisoft Mainz, das die Aufbaustrategie-Reihe „Anno“ entwickelt.

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