Normen und ihr Nutzen – Diese Normen begegnen Ihnen schon am frühen Morgen

Von der morgendlichen Tasse Tee oder Kaffee bis zum Kieselstein vor dem Haus: Normen bestimmen unseren Alltag. Der einfache Grund dahinter: «Kompatibilität und Sicherheit», sagt Lukas Keller. Er ist CEO der Schweizerischen Normenvereinigung (SNV).
Normen gibt es, damit der Boden nicht rutscht und das Gebäude nicht einstürzt. Aber auch für ganz Alltägliches gibt es Normen, damit die Welt und vor allem der Welthandel nicht zu komplex wird.
SN 441011: Stecker und Steckdosen
Damit der Teekocher auch ohne Ausbildung zum Elektroinstallateur sicher mit Strom versorgt werden kann, gibt es Normen für Stecker und Steckdosen. International ist der Schweizer Steckertyp als Typ J bekannt.
SN steht übrigens für «Schweizer Norm». Im Schweizer Normenwerk gibt es über 26'000 Normen. Davon sind etwa 1000 «reine» Schweizer Normen. Die restlichen in der Schweiz angewendeten Normen werden von europäischen (EN) und internationalen Normen (ISO) übernommen.
ISO 3103: Die Tasse Tee
Eine dieser ISO-Normen, über die auch Lukas Keller vom SNV schmunzeln kann, ist die Norm 3103. Denn auch der morgendliche Tee bleibt – zumindest auf Papier – nicht ohne Normierung.
Auf vielen Seiten wird definiert, wie die «perfekte» Tasse Tee zubereitet wird, wie viel Wasser und Milch hineingehört und wie lange der Tee ziehen sollte.
ISO 11609 und DIN EN ISO 20126: Zahnpasta und Zahnbürste
Nach dem Tee oder Kaffee ist vor dem Zähneputzen. Selbstverständlich bleibt man auch beim Ritual der täglichen Mundhygiene nicht verschont von Normen. Die internationale Norm ISO 11609 enthält Anforderungen an den Gesamtfluoridgehalt von Zahnpasten. Sie regelt unter anderem auch pH-Wert, Abrasivität und Stabilität der Zahnpasta.
Die Norm DIN EN ISO 20126 definiert, dass jede Borste auf einer handelsüblichen Zahnbürste einer Kraft von mindestens 15 Newton widerstehen soll. Dies soll unter anderem dazu dienen, dass wir die Borsten unserer Zahnbürsten nicht dauernd verschlucken.
Norm SIA 358: Geländer und Brüstungen
Tee getrunken, Zähne geputzt und die Schuhe gebunden, befindet man sich schon auf der Treppe. Interessant ist eigentlich, dass genau die Treppenstufen – von allen Dingen, die uns im Alltag begegnen und normiert sind – in der Schweiz nicht genormt sind.
Es gibt aber natürlich bauliche Standards, die man beim Bau von Treppen einhalten sollte. Anders sieht es aber aus bei Geländern und Brüstungen. Diese werden vom Schweizerischen Ingenieur- und Architektenverein genormt.
DIN EN ISO 14688: Kieselsteine
Unten am Treppenabgang auf dem Kiesplatz hat sich wohl der eine oder die andere gefragt: «Ab wann ist eigentlich ein Stein ein Kieselstein?»
Das ist selbstverständlich keine Frage der reinen Betrachtung, sondern streng genormt in einer Normenreihe für die geotechnische Erkundung und Untersuchung sowie Benennung, Klassifizierung und Beschreibung von Boden im Bauingenieurswesen. Unterschieden wird zwischen Feinkies, Mittelkies und Grobkies mit unterschiedlichen Durchmessern.
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