Turn-WM: Kevric gewinnt Silber am Stufenbarren
Helen Kevric hat die Erwartungen erfüllt. Bei den Turn-Weltmeisterschaften in Rotterdam gewinnt die Europameisterin eine Medaille. Eine Klasse für sich ist die umjubelte Siegerin Kaylia Nemour.

Hat bei der Turn-WM Silber am Stufenbarren gewonnen: Helen Kevric Getty Images
Die 18-Jährige vom MTV Stuttgart musste sich mit 14,833 Punkten nur Olympiasiegerin und Titelverteidigerin Kaylia Nemour aus Algerien (15,333) geschlagen geben, die in einer eigenen Liga turnte. Bronze sicherte sich Mehrkampf-Weltmeisterin Skye Blakely aus den USA (14,600). Für Deutschlands derzeit beste Turnerin ist es der größte Erfolg ihrer Karriere.
Kevric, die bei ihrem WM-Debüt schon in der Qualifikation als Zweitbeste überzeugt hatte, zeigte im Finale der besten acht Athletinnen eine fehlerfreie Übung. Nach dem EM-Triumph an ihrem Paradegerät im August gewann sie ihre zweite Einzelmedaille bei internationalen Titelkämpfen.
Nemour in eigener Liga
Nemour (19) war im Gegensatz zum Mehrkampf-Finale am Samstag, wo sie eine Medaille um 0,034 Punkte verpasst hatte, nicht zu schlagen und sicherte sich nach Silber 2023 und Gold 2025 ihre dritte WM-Medaille am Stufenbarren. "Sie ist eine krasse und starke Athletin", hatte Kevric zuvor über ihre Konkurrentin gesagt.
Kevrics Medaille ist die erste und einzige für den Deutschen Turner-Bund (DTB) in Rotterdam und das erste WM-Edelmetall bei den Frauen seit dem Silber von Pauline Schäfer-Betz am Schwebebalken 2021. Für die übrigen Gerätefinals hatten sich keine deutschen Athletinnen und Athleten qualifiziert, im Team hatten sowohl die Frauen als auch die Männer das Finale verfehlt. Auch das Mehrkampf-Finale der Frauen hatte ohne deutsche Beteiligung stattgefunden, Timo Eder landete bei den Männern auf Rang 14.
Kevric hat in Rotterdam eine bemerkenswerte internationale Serie fortgesetzt. Bei jedem Großereignis seit ihrem Debüt bei den Frauen erreichte sie das Finale am Stufenbarren: Bei der EM 2024 in Rimini wurde sie Vierte, dann Sechste bei den Olympischen Spielen 2024 in Paris, Erste bei der EM 2026 in Zagreb und nun in der Ahoy Arena Zweite.
Die weiteren Entscheidungen
Die weiteren WM-Titel am Samstag gingen bei den Männern an Frederick Richard (USA/Boden) und Hamlet Manukyan (Armenien/Pauschenpferd) sowie bei den Frauen an die nach einer zweijährigen Pause zurückgekehrte mehrmalige Olympiasiegerin Rebeca Andrade (Brasilien/Sprung). Die übrigen Medaillen werden am Sonntag vergeben.
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