Italo-Presse dreht wegen Champion Antonelli durch

«Das Kind wurde zum König»
Italo-Presse dreht wegen Champion Antonelli durch
Die italienischen Zeitungen greifen bei Kimi Antonelli ins allerhöchste Regal. Der Nationalstolz bei unseren südlichen Nachbarn ist riesig. So behandelt die europäische Presse den Rekordtitel des Jungen aus Bologna.
Publiziert: vor 25 Minuten
Carlo SteinerRedaktor Sport
Jetzt ist es geschafft: Kimi Antonelli (20) krönt sich in Mexiko zum jüngsten Formel-1-Weltmeister der Geschichte. Vor allem in Italien, das erstmals seit Alberto Ascari 1953 (†1955) wieder den Weltmeister stellt, sind die Medien aus dem Häuschen.
Italien
«Kimitico», also «Kimythisch», titelt die «Gazzetta dello Sport» auf der Print-Frontseite. Der rasante Aufstieg des F1-Kükens aus Bologna, der gut zwei Monate nach dem Ablegen seines Teenager-Daseins und nur gut 19 Monate nach seinem Debüt in der Königsklasse des Motorsports schon ganz zuoberst angekommen ist, hat in der Tat etwas Unwirkliches. Sein Vorgänger als jüngster Champion, Sebastian Vettel (39), war bei seinem ersten von vier Streichen über drei Jahre älter als «das Kind, das zum König wurde», wie es die grösste Sportzeitung des Landes beschreibt. «Der wahre Auserwählte, der zur Legende wurde» – mit Superlativen wird nicht gegeizt.
«L'Italiano», «Der Italiener»: Mit einem unmissverständlichen Schlagwort in Grossbuchstaben und in auffälliger roter Farbe macht der «Corriere dello Sport», die Nummer zwei in der Welt des italienischen Sportjournalismus, klar, woher der frischgebackene Weltmeister kommt. Der Stolz der Motorsportnation ist unermesslich. «Es ist wahr, es ist ein historischer Tag und ganz Italien feiert», schreibt das Blatt. «73 Jahre nach Ascari kehrt ein italienischer Fahrer zurück an die Spitze.»
Und was schreibt die Nummer drei? «Il Mondo di Kimi», «Kimis Welt», prangt auf der gedruckten Titelseite von «Tuttosport». Auch für die Zeitung aus Turin ist Kimi schon jetzt «legendär».
Frankreich
Auch ausserhalb Italiens bewegt die F1-Entscheidung, findet den Weg im Blätterwald aber nur selten auf die erste Seite – was sicher auch auf das späte Rennende um knapp 23.30 Uhr zurückzuführen ist. «L'Avènement», «Die Thronbesteigung», titelt aber beispielsweise die «L'Équipe». Einen «gigantischen Jugendlichen» nennt ihn die französische Zeitung.
Spanien
Eine weitere Print-Titelseite findet sich in Spanien: «Der jüngste König», schreibt die «Mundo Deportivo» aus Barcelona.
Deutschland
«King Kimi», «König Kimi», titelt die «Bild». «Es wurde Sportgeschichte geschrieben – und er ist der Hauptdarsteller. Mit einem 3. Platz beim Grossen Preis von Mexiko ist Kimi Antonelli der neue Weltmeister der Formel 1. Der jüngste aller Zeiten. King Kimi!», schreibt das deutsche Blatt und verweist sogleich auf Vettel. «Der Italiener pulverisiert damit den bisherigen Rekord, den der Deutsche Sebastian Vettel (39) mehr als 15 Jahre hielt.» Deutschland ist – zumindest in dieser Sache – nicht mehr die Nummer eins. Auch beispielsweise «Eurosport» bläst ins gleiche Horn: «Jüngster Weltmeister der Geschichte! Antonelli jagt Vettel den Rekord ab».
England
Die britische Boulevardzeitung «Sun» nutzt den Antonelli-Titel – wie so oft – für einen Wortspiel-Titel. «Kim of the World», «Kim der Welt», schreiben die Engländer. Spricht man es schnell aus, wird der Italiener zum «King of the World», also zum «König der Welt».
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