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Sunday, November 1, 2026

Lehrling (19) entwickelt Gratis-Software für Hobbyfotografen

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  • Aus einem Ferienprojekt ist ein Programm entstanden, das Hobbyfotografen ohne teures Abo nutzen können.
  • Entwickelt hat «RapidRAW» der 19-jährige Informatiklehrling Timon Käch aus Rothenburg LU.
  • Er arbeitet unter der Woche abends und am Wochenende einen ganzen Tag an der Software. Denn er befindet sich im letzten Lehrjahr seiner Ausbildung zum Informatiker.

«Ich wollte Hobbyfotografen helfen, ihre Fotos ohne grosse Hürden bearbeiten zu können», sagt Timon Käch (19) zu 20 Minuten. Der Lernende im letzten Lehrjahr aus Rothenburg im Kanton Luzern hat neben seiner Ausbildung zum Informatiker eine kostenlose Fotosoftware entwickelt. Auch Personen, die technisch nicht versiert sind, sollen sie benutzen können.

Der angehende Informatiker befindet sich im letzten Lehrjahr.

Der angehende Informatiker befindet sich im letzten Lehrjahr.Privat

Für ihn sei von Anfang an wichtig gewesen: «Einfachheit und Nutzerfreundlichkeit müssen oberste Priorität haben.» Das Programm lasse Nutzerinnen und Nutzer etwa Farben korrigieren oder Himmel verschönern. Mittlerweile sei die Software über 730’000-mal heruntergeladen worden. Das kostenlose Programm ist in 15 Sprachen für Windows, Mac, Linux und Android erhältlich, wie Timon erklärt.

Experiment während Sommerferien

Entstanden sei das Projekt aus seiner eigenen Leidenschaft für die Fotografie: «In meiner Freizeit bin ich gerne in der Natur und fotografiere verschiedene Sujets.» Als angehender Informatiker komme er persönlich zwar mit komplexen Programmen wie Adobe und Co. zu Schlag. Doch das Abo sei eher teuer und halte somit viele Personen davon ab, ihre Fotos selbst bearbeiten zu können, wie er findet. Zum Vergleich: Eines der gängigsten Foto-Abos von Adobe – mit den Programmen Lightroom und Photoshop – kostet im Monat 23.80 Franken.

Deshalb begann er zu tüfteln: «Ursprünglich begann alles als Experiment. Während der Sommerferien im Jahr 2025 experimentierte ich mit einer eigenen Software herum.» Nach zwei Wochen habe er einen ersten Prototyp fertiggestellt: «RapidRAW.» Damals war er 18 Jahre alt.

«Einfachheit und Nutzerfreundlichkeit am wichtigsten»

«Ich postete mein Resultat auf verschiedenen Tech-Foren und war erstaunt, welche Reichweite ich damit erhielt», erinnert sich der 19-Jährige. Hunderte hätten sein Programm getestet und ihm Feedback dazu gegeben: «Das war sehr wertvoll für mich. Stück für Stück konnte ich so die Software laufend anpassen.»

«Ich hätte nicht gedacht, dass mein Projekt so viele Leute erreichen und begeistern würde.»

Timon Käch, 19, Entwickler RapidRAW

So sei aus einem einfachen Ferienprojekt mit der Zeit ein leidenschaftliches Hobby entstanden. Um seinem Projekt neben seiner Informatiklehre gerecht zu werden, habe er grosse Teile seiner Freizeit geopfert: «Unter der Woche arbeite ich jeweils an Abenden an der Software. Am Wochenende nehme ich mir meistens einen ganzen Tag Zeit, um das Programm zu verbessern.» Am zweiten Wochenendtag geht Timon jeweils seiner zweiten Leidenschaft nach – dem Fotografieren.

Was ist dir bei Programmen zur Fotobearbeitung am wichtigsten?

«Man kann alles erreichen»

Der Programmiercode, den Timon für das Programm benutzt, sei öffentlich zugänglich – bislang hätten rund 80 Freiwillige aus aller Welt am Code mitgearbeitet. Wer auf Timons Webseite ganz nach unten scrollt, kann einen kleinen Spendenaufruf entdecken: «Die Spenden helfen mir, die Software immer weiter zu verbessern.»

Neu dazugekommen sei erstmals eine kostenpflichtige Option. Sie erlaubt es Nutzerinnen und Nutzern, Objekte und Personen aus Bildern zu entfernen. «Eine einfache Objektentfernungsoption ist bereits kostenlos verfügbar. Wie es scheint, ist das ein Bedürfnis vieler Personen. Für aufwendigere KI-Bearbeitungen, die eine hohe Rechenleistung erfordern, – was viele Computer von Privatpersonen nicht haben – biete ich an, diese Funktion über meinen Server zu ‹mieten›.»

Jungen Leuten, die auch ihr eigenes Projekt realisieren wollen, will Timon folgenden Rat mit auf den Weg geben: «Wenn man wirklich für etwas brennt und ein Ziel aktiv verfolgt, kann man alles erreichen. Davon bin ich überzeugt.»

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Lisa Arnold

Lisa Arnold (lia) arbeitet seit März 2026 bei 20 Minuten als Praktikantin im Ressort Zürich.

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