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Monday, October 5, 2026

Spielfreude mit Abwechslung: Der Beats 360 hat sportliche Star-Qualitäten

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Spielfreude mit AbwechslungDer Beats 360 hat sportliche Star-Qualitäten

05.10.2026, 18:29 Uhr imageVon Klaus Wedekind

Von wegen Bumm-Bumm-Beats! Der Beats 360 überrascht mit einem beherrschten Klang, der eine wahre Freude sein kann. Sein Auftreten ist robust, sein Handling einfach. Außerdem ist er ein Wechselkünstler, der unauffällig, aber auch schrill auftreten kann. Aber der Beats 360 lässt auch Chancen liegen.

Um in der teuren Oberklasse der Bluetooth-Kopfhörer erfolgreich zu sein, genügt es nicht mehr, einfach nur gut zu klingen. Das Gesamtpaket von Bedienung und Komfort über Geräuschunterdrückung und Sound bis zum Design muss stimmen. Der knapp 350 Euro teure Beats 360 hat diese Qualitäten größtenteils im Praxistest gezeigt. Seine Chancen stehen gut, dass ihn wie seine Vorgänger bald unter anderem viele Fußballstars werbetauglich auf dem Weg von oder zum Mannschaftsbus tragen werden.

Raffiniertes Design

Das Design des Beats 360 ist schlicht und raffiniert zugleich. Auf den ersten Blick ist klar, aus welchem Stall der Kopfhörer kommt, aber solange man nicht die pinkfarbene Version gekauft hat, ist er nicht weiter auffällig. Doch das lässt sich ganz schnell ändern, denn Apple bietet Austausch-Polster in verschiedenen Farben und aus unterschiedlichen Materialien an. Im Gegensatz zu den meisten Konkurrenten gilt das auch für den Bügel.

Beats 360 Test (1 von 4)
Ausgeliefert wird der Beats 360 einfarbig. (Foto: kwe)

Das macht den Beats 360 einerseits langlebig, da Verschleiß bei dem insgesamt hochwertig verarbeiteten Kopfhörer kaum ein Problem darstellt. Außerdem ist für Sportler interessant, dass sie nach dem Training nicht nur ihre Klamotten, sondern auch die verschwitzten Polster wechseln können. Wenn man möchte, kann man auch einfach aus Spaß Farbe bekennen, wenn man bereit ist, dafür rund 60 Euro für ein Polster-Kit zu bezahlen.

Sporttauglich

Apropos Sport: Der etwa 295 g schwere Beats 360 ist nach IPX4 schweiß- und wasserfest und sitzt so stramm auf dem Kopf, dass er auch bei heftigen Bewegungen nicht verrutscht. Normalerweise ist er trotz des hohen Anpressdrucks sogar für längere Zeit bequem zu tragen, Brillenträger könnten allerdings Probleme bekommen.

Die Polster sind auch nicht schweißtreibend, da sie mit Gewebestoff bezogen sind. Alternativ kann man Kits mit dem üblichen Kunstleder in Schwarz oder Beige kaufen. Sie fühlen sich weicher an, sind aber weniger atmungsaktiv. Die Ohren haben bei beiden Bezügen viel Luft, sobald sie hinter den Polstern sind.

Knausrige Tasche, gelungene Steuerung

Die Transporttasche wirkt für 350-Euro-Kopfhörer recht dürftig. Doch sie erfüllt ihren Zweck, da der Beats 360 ohne Gelenke zum Zusammenklappen auf eine stabile Box verzichten kann.

Die Steuerung ist gelungen, weil sie mit physischen Tasten einfach gehalten ist. Allerdings hat sich Apple eine Trageerkennung gespart. So pausiert die Wiedergabe nicht automatisch, wenn man den Beats 360 abnimmt, sondern man muss eine Taste drücken. Das ist keine große Sache, aber bei einem so teuren Kopfhörer eigentlich Standard.

Erstaunlich guter Klang

Die kleinen Unzulänglichkeiten sind schnell vergessen, wenn man Musik hört, denn hier spielt der Beats 360 in der Spitzenklasse mit. Wie es sich für das "b" auf seinen Außenseiten gehört, lässt er sich bei den Bässen nicht lumpen. Aber er geht äußerst dosiert in die Tiefe, ohne mit übertriebenem Wumms billigen Applaus abzurufen.

Wohl definierte Mitten beherrschen die Bühne, glasklare Höhen lassen kaum ein Detail aus. Die außergewöhnlich kontrollierte Performance gerät bei hohen Lautstärken nicht durcheinander, lässt aber auch bei leiser Wiedergabe nichts liegen.

Kein manueller Equalizer

Der Klang ist zwar insgesamt angenehm warm, doch grundsätzlich eher neutral abgestimmt. Das mag für manche Nutzerinnen und Nutzer, die von Vorgängern oder einigen Konkurrenten mehr Spektakel gewohnt sind, sogar etwas langweilig wirken. Ändern kann man daran weder in den iPhone-Einstellungen noch der Android-App etwas, da es dafür keinen Equalizer gibt. Lediglich Apples adaptiver EQ werkelt im Hintergrund.

Mitunter wirkt die Klangbühne etwas eng. Das ändert sich sehr deutlich, wenn man 3D-Audio aktiviert, das man im Idealfall mithilfe der Frontkamera eines iPhones an den eigenen Gehörgang angepasst hat. Das bringt grundsätzlich deutlich mehr Weite, klingt aber besonders gut bei Dolby-Atmos-Inhalten.

Android-Nutzer haben allerdings nichts davon. Zwar ist der Kopfhörer generell kompatibel und es gibt eine entsprechende Beats-App, 3D-Audio funktioniert aber ausschließlich mit Apples Geräten. Wenn man ein Android-Gerät koppelt, wird man eventuell auch höher auflösende Bluetooth-Codecs vermissen. Eine verlustfreie Übertragung über Kabel bietet der Kopfhörer allgemein nicht.

Effektives ANC, wenig Einstellungen

Aber auch auf einem iPhone kann man nicht viel mehr einstellen. Lediglich die Auswahl des Hörmodus steht noch zur Verfügung, also die Wahl zwischen aktiver Geräuschunterdrückung (ANC), Transparenzmodus oder Aus.

Das ANC ist zwar nicht absolute Spitze, aber top. Es schluckt gleichmäßiges Rauschen wie in der Bahn oder im Flugzeug fast vollständig. Auch Bürogeräusche dämpft der Kopfhörer ordentlich, wobei hier die passive Abschirmung durch den starken Anpressdruck ein entscheidendes Wörtchen mitredet. Bei Telefonaten macht die Geräuschunterdrückung ebenfalls einen guten Job.

Wie beim ANC hört man auch im Transparenzmodus bei unterbrochener Wiedergabe ein vergleichsweise deutliches Grundrauschen. Ansonsten wirkt der Effekt aber sehr natürlich.

Hohe Ausdauer, aber keine tauschbaren Akkus

Die Ausdauer ist ebenfalls richtig gut. Sogar mit aktiviertem ANC und 3D Audio hält der Beats 360 bis zu 32 Stunden durch. Im Notfall genügen ihm fünf Minuten am Netzteil, um wieder bis zu einer Stunde Musik wiedergeben zu können. Leider hat sich Apple entschieden, keine von Nutzern austauschbaren Akkus einzubauen, die ab Februar 2027 in der EU Pflicht sind.

Fazit

Der Beats 360 ist technisch auf keinem Gebiet der Beste seiner Art, aber er spielt oben mit und ist insgesamt ein starker Bluetooth-Kopfhörer. Die austauschbaren Polster sind vor allem praktisch, können aber auch modisch eingesetzt werden. Für 350 Euro ist die sonstige Ausstattung aber mager und die Akkus sind nicht wechselbar. Ähnlich teure Konkurrenten haben da mehr zu bieten.

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