"Hier erwarte ich klare Haltung": Haßelmann fordert Ausschluss von Koçak aus Linksfraktion

"Hier erwarte ich klare Haltung"Haßelmann fordert Ausschluss von Koçak aus Linksfraktion
24.09.2026, 11:11 Uhr
Nach Antisemitismus-Vorwürfen und Clan-Kontakten wächst der Druck auf die Berliner Linke. Grünen-Fraktionschefin Britta Haßelmann fordert vor möglichen Sondierungen für ein rot-grün-rotes Bündnis in Berlin klare Konsequenzen - auch gegen den Abgeordneten Ferat Koçak.
Grünen-Fraktionschefin Britta Haßelmann hat von der Linken ein entschiedenes Vorgehen gegen Antisemitismus gefordert. "Die Linken müssen Klarheit herstellen in der Frage: Wie stehen sie zum Existenzrecht Israels? Wie halten sie es mit der Bekämpfung von Antisemitismus? Wie gehen sie auch gegen antisemitische Äußerungen und Positionen in ihrer eigenen Partei vor?", sagte Haßelmann im Frühstart von RTL und ntv.
Bei der Wahl zum Berliner Abgeordnetenhaus war die Linke am vergangenen Sonntag mit 25,7 Prozent mit deutlichem Abstand auf Platz eins gekommen. Rein rechnerisch ist eine Koalition von Linken, Grünen und SPD, aber auch von CDU, Grünen und SPD möglich. Den Vorwurf von antisemitischen Tendenzen gibt es gerade gegen die Berliner Linke immer wieder.
Konkret kritisierte Haßelmann den Umgang der Linken mit ihrem Bundestagsabgeordneten Ferat Koçak, dessen Ausschluss aus der Linksfraktion sie indirekt forderte. "Ich verstehe nicht, warum so jemand wie Ferat Koçak, der Bundestagsabgeordnete der Linken, mit möglichen Verbindungen zu Milieus der organisierten Kriminalität, nicht aus der Fraktion ausgeschlossen wird", sagte die Grünen-Politikerin. Dass Koçak nun nicht mehr in den Innenausschuss gehe, genüge nicht: "Das ist keine Konsequenz, finde ich. Hier erwarte ich klare Positionierung, klare Haltung und auch ein entschiedenes Vorgehen der linken Führung.”
"Es reicht nicht, zu sagen: Unsere Position ist klar"
Auf die Frage, was die Linke konkret tun müsse, um für die Grünen als Koalitionspartner in Berlin glaubwürdig zu sein, sagte Haßelmann: "Es reicht nicht, einfach zu sagen, unsere Position ist da klar. Sondern wenn es solche Vorkommnisse gibt, wenn es mögliche Verbindungen gibt, wenn es diese Äußerungen und Strömungen in der Partei gibt, dann muss hier eine Klarheit auch dahingehend erfolgen, dass konkrete Maßnahmen wie etwa ein Ausschluss aus der Fraktion oder der Partei erfolgen."
Die Debatte um Antisemitismus bei den Linken und Kontakte ins Clan-Milieu begleiten die Regierungsbildung bereit seit dem Wahlabend. Wirbel verursachte vor allem eine Wahlparty des Linken Kreisverbands Neukölln, auf dem neben einer bekannten Figur aus dem Clan-Milieu auch ein propalästinensischer Aktivist auftauchte, der als Vertreter der Terrororganisation "Volksfront für die Befreiung Palästinas" (PFLP) gilt.
Nach der Wahl wurde zudem bekannt, dass der Neuköllner Bundestagsabgeordnete Koçak Chatkontakt mit einem Mitglied der dem Clan-Milieu zugerechneten Großfamilie hatte. Koçak bezeichnete das als Fehler und kündigte an, er werde sich vorerst aus der Öffentlichkeit und dem Innenausschuss des Bundestags zurückziehen.
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